Gennadi Iwanowitsch Padalka

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Gennadi Padalka
Gennadi Padalka
Land (Organisation): Russland (Roskosmos)
Datum der Auswahl: 25. Januar 1989
Anzahl der Raumflüge: 5
Start erster Raumflug: 13. August 1998
Landung letzter Raumflug: 12. September 2015
Gesamtdauer: 878d 11h 31min
EVA-Einsätze: 8
EVA-Gesamtdauer: 37h 55min
Ausgeschieden: aktiv
Raumflüge

Gennadi Iwanowitsch Padalka (russisch Геннадий Иванович Падалка, wiss. Transliteration Gennadij Ivanovič Padalka; * 21. Juni 1958 in Krasnodar, Russische SFSR) ist ein russischer Kosmonaut. Bei fünf Missionen war er 878 Tage im Weltall und ist damit der Raumfahrer, der die längste Zeit im All verbracht hat (Stand 12. September 2015).

Ausbildung und Militärdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Padalka schloss 1979 sein Studium an der militärischen Luftfahrtakademie in Jeisk ab. Anschließend diente er bei der sowjetischen Luftwaffe als Pilot von sechs verschiedenen Flugzeugtypen. Padalka sammelte über 1500 Stunden Flugerfahrung und wurde in den Rang eines Obersts versetzt. Mit über 300 absolvierten Sprüngen ist er Ausbilder zum Fallschirmspringen. Zudem arbeitete Padalka bis 1994 bei der UNESCO als Experte für Umweltschutztechniken.

Raumfahrertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Auswahl zum Raumfahrerkandidaten nahm Padalka von Juni 1989 bis Januar 1991 an der Grundausbildung im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum teil an deren Ende seine Ernennung zum Testkosmonauten erfolgte. Ab August 1996 trainierte Padalka als Kommandant der Reservemannschaft für einen möglichen Aufenthalt an Bord der Raumstation Mir. Er war dabei Ersatzmann von Anatoli Solowjow, der am 5. August 1997 als Mitglied der Langzeitbesatzung Mir EO-24 ins All startete und sich für ein halbes Jahr in der Raumstation aufhielt.

Von Juni 1999 bis Juli 2001 wurde Padalka für die Führung einer eventuellen Notfall-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) ausgebildet. Des Weiteren fungierte Padalka als Kommandant der Ersatzmannschaft der ISS-Expedition 4, die im Dezember 2001 begann.

Mir EO-26[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer zehnmonatigen Vorbereitungsphase startete Padalka am 13. August 1998 an Bord des Raumschiffs Sojus TM-28 zu seinem ersten Raumflug. Als Kommandant der Stammbesatzung Mir EO-26 verbrachte Padalka zusammen mit dem Bordingenieur Sergei Awdejew 198 Tage im Weltraum. Während der Mission unternahm Padalka einen knapp sechsstündigen Raumausstieg, der zur Montage von wissenschaftlichen Experimenten aus Japan und Frankreich diente. Daneben betreuten Padalka und Awdejew ein umfangreiches Forschungsprogramm mit internationalen Versuchen. Am 28. Februar 1999 kehrte Padalka zusammen mit dem ersten slowakischen Kosmonauten Ivan Bella zur Erde zurück, während Awdejew seinen Aufenthalt an Bord der Mir fortsetzte.

ISS-Expedition 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gennadi Padalka im Destiny-Labor der Internationalen Raumstation

Im März 2002 wurde Padalka das Kommando der neunten Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation übertragen. Er startete am 19. April 2004 an Bord des Raumschiffs Sojus TMA-4 zusammen mit dem US-Amerikaner Mike Fincke und dem niederländischen Wissenschaftsastronauten André Kuipers. Padalka, der zusammen mit Fincke 185 Tage in der Station verbrachte, beschäftigte sich in erster Linie mit den 42 russischen Forschungsexperimenten an Bord der ISS. Daneben erledigte er routinemäßige Wartungsarbeiten zur Instandhaltung der Station. Während der ISS-Expedition 9 wurden insgesamt vier Weltraumausstiege unternommen; der erste Außenbordeinsatz am 24. Juni 2004 musste jedoch wegen Problemen am Raumanzug Orlan bereits nach 14 Minuten abgebrochen werden. Die nachfolgenden Raumausstiege dienten hauptsächlich zur Installation von Andockhilfen für den neuen europäischen Raumfrachter ATV. Padalka kehrte am 14. Oktober 2004 zusammen mit Fincke und dem russischen Testkosmonauten Juri Schargin zur Erde zurück.

ISS-Expeditionen 19/20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2008 wurde Padalka zum Kommandanten der ersten sechsköpfigen Besatzung der ISS ernannt.[1]

Der Start mit dem Raumschiff Sojus TMA-14 im Rahmen der ISS-Expedition 19 erfolgte am 26. März 2009. Am 5. Juni 2009 führte Padalka einen Weltraumausstieg aus, bei dem er gemeinsam mit Michael Barratt passive Antennen für das Kurs-Dockingsystem am Swesda-Modul anbrachte.[2] Ein zweiter Ausstieg fand am 10. Juni statt und dauerte 12 Minuten. Dabei entfernten er und Barratt eine Abdeckung im Andocksystem des Swesda-Moduls.[3] Beide Ausstiege waren für das Ankoppeln des russischen Poisk-Moduls erforderlich, das im November 2009 an der ISS ankam. Padalka übergab das Kommando der ISS an den Belgier Frank De Winne und kehrte am 11. Oktober 2009 zusammen mit Barratt und dem Weltraumtouristen Guy Laliberté mit Sojus TMA-14 wieder zur Erde zurück.

ISS-Expeditionen 31/32[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Padalka war Kommandant des Raumschiffs Sojus TMA-04M, das am 15. Mai 2012 zur ISS startete. Während der ISS-Expedition 31 übernahm er die Funktion eines Bordingenieurs und rückte am 1. Juli 2012 zum Kommandanten der ISS-Expedition 32 auf. Am 17. September 2012 kehrte er mit Sojus TMA-04M zur Erde zurück.[4] Durch diesen Flug ist er in der Liste der Raumfahrer mit der längsten Aufenthaltsdauer im Weltall auf Platz vier aufgerückt, hinter den Kosmonauten Krikaljow, Kaleri und Awdejew.

ISS-Expeditionen 43/44[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. März 2015 startete Padalka als Kommandant des Raumschiffes Sojus TMA-16M zur ISS. Dort war er Bordingenieur der ISS-Expedition 43. Am 11. Juni 2015 übernahm er das Kommando der ISS-Expedition 44. Damit ist Padalka der erste Raumfahrer, der vier Mal ISS-Kommandant wurde. Im Juni 2015 überbot Padalka den Rekord von Sergei Konstantinowitsch Krikaljow für die längsten Gesamtzeit im All. Nach der Landung am 12. September 2015 hatte Padalka 878 Tage im All verbracht.

ISS-Expeditionen 57/58[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Padalkas sechster Einsatz startet voraussichtlich im September 2018. Als Kommandant des Raumschiffes Sojus MS-10 stattet er der ISS zusammen mit dem russischen Kosmonauten Andrei Babkin und der NASA-Astronautin Serena Auñón seinen fünften Besuch ab. Dort arbeitet er zunächst als Bordingenieur der ISS-Expedition 57. Im November 2018 übernimmt er das Kommando der ISS-Expedition 58. Mit Babkin und Auñón kehrt er im März 2019 zur Erde zurück. Mit diesem Flug wird Padalka nach Sergei Krikaljow und Juri Malentschenko der dritte russische Kosmonaut mit sechs Raumflügen sein und der zweite Raumfahrer, der fünf Mal zur ISS flog sowie der erste Raumfahrer, der fünfmal ISS-Kommandant wurde.

Zusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr Mission Funktion Flugdatum Flugdauer
1 Sojus TM-28 Kommandant 1998/1999 198d 16h 31m
2 Sojus TMA-4 Kommandant 2004 187d 21h 17m
3 Sojus TMA-14 Kommandant 2009 198d 16h 42m
4 Sojus TMA-04M Kommandant 2012 124d 23h 52m
5 Sojus TMA-16M Kommandant 2015 168d 05h 09m

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 1999 wurde Padalka durch einen Erlass des damaligen russischen Präsidenten, Boris Jelzin, die Auszeichnung Held der Russischen Föderation verliehen.[5]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Padalka ist mit Irina Anatoljewna Ponomarewa verheiratet. Das Paar hat drei Töchter. Wie viele Kosmonauten ist auch Gennadi Padalka Funkamateur mit dem Amateurfunkrufzeichen RN3DT.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gennadi Padalka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katherine Trinidad, Nicole Cloutier-Lemasters: NASA Assigns Space Station Crews, Updates Expedition Numbering. NASA, 21. November 2008, abgerufen am 21. November 2008 (englisch).
  2. ISS On-Orbit Status 06/05/09 datum=5. Juni 2009. NASA, abgerufen am 5. Juni 2009 (englisch).
  3. Russian "Internal" Spacewalk Complete. NASA, 10. Juni 2009, abgerufen am 10. Juni 2009 (englisch).
  4. Expedition 31. NASA, abgerufen am 17. September 2012 (englisch).
  5. Падалка Геннадий Иванович. warheroes.ru, abgerufen am 18. September 2012 (russisch).
  6. Two More Radio Amateurs Join International Space Station Crew. ARRL, 28. März 2015, abgerufen am 23. Juli 2015 (englisch).