Georg Wunderle

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Georg Wunderle (* 23. September 1881 in Weißenburg in Bayern; † 7. April 1950 in Bad Wörishofen) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe und Philosoph. Er war Hauptvertreter der Religionsphilosophie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Wunderle wurde 1881 im mittelfränkischen Weißenburg als Sohn eines Gastwirts geboren. Im Jahre 1900 erlangte er in Eichstätt sein Abitur. Am dortigen bischöflichen Lyzeum studierte er Philosophie und Theologie. Seine Priesterweihe erfolgte 1905, seine Kaplanszeit verbrachte er in Unsernherrn. Ab 1906 studierte er in München bei Georg von Hertling. Ab 1908 erfolgte ein Studium in Straßburg. Mit einer Dissertation über die Religionsphilosophie Rudolf Euckens wurde er 1911 zum Doktor der Theologie promoviert. Er war ab 1911 Dozent in Eichstätt, 1913 wurde er vom Bischof zum außerordentlichen Professor der Philosophie in Eichstätt ernannt. Es folgte eine Professur der Apologetik und Vergleichenden Religionswissenschaft in Würzburg 1916. Als solcher hielt er an der neu eröffneten Volkshochschule im November 1918 einen wissenschaftlichen Vortrag über die Religionen primitiver Völker.[1] Während der Weimarer Republik war Wunderle Mitglied der Bayerischen Volkspartei. Zwischen 1932 und 1933 war Wunderle Rektor der Würzburger Universität. Er hatte die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Augustinerprovinz zum Studium der Ostkirche geleitet, was ihm durch die Nationalsozialisten, denen er ablehnend gegenüberstand 1938 verboten wurde.[2] 1947 wurde er außerordentlicher Professor der Kunde des Christlichen Ostens. Wunderle dozierte dort noch bis zu seinem Tode. Wunderle verstarb 1950 im Alter von 68 Jahren.[3][4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundzüge der Religionsphilosophie. 1918.
  • Frühkindliche religiöse Erlebnisse im Lichte späterer Erinnerung. 1923.
  • Um Konnersreuth. 1931.
  • Über das Irrationale im religiösen Erleben. 1930.
  • Die gestaltende Kraft der Religion im Seelenleben des Menschen. 1936.
  • Aufgaben und Methoden der modernen Religionspsychologie. 1915.
  • Einführung in die moderne Religionspsychologie. 1922.
  • Aus der heiligen Welt des Athos. 1937.
  • als Hrsg.: Schriftenreihe Das östliche Christentum. Rita-Verlag, Würzburg 1938 ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Ziegler: Die Universität Würzburg im Umbruch (1918–20). In: Peter Baumgart (Hrsg.): Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift. Degener & Co. (Gerhard Gessner), Neustadt an der Aisch 1982 (= Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Würzburg. Band 6), ISBN 3-7686-9062-8, S. 179–251; hier: S. 217.
  2. Klaus Wittstadt: Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Würzburg während des Dritten Reiches. In: Peter Baumgart (Hrsg.): Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift. Degener & Co. (Gerhard Gessner), Neustadt an der Aisch 1982 (= Quellen und Beiträge zur Geschichte der Universität Würzburg. Band 6), ISBN 3-7686-9062-8, S. 399–435; hier: S. 420 f. und 433.
  3. Prof. Dr. Georg Wunderle. Menschen aus Bayern. In: Haus der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  4. Wolfgang WeißWunderle, Georg. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 36, Bautz, Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0, Sp. 1538–1550.