Gerhard Beutler

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Gerhard Beutler (* 24. März 1946 in Bern) ist ein schweizerischer Astronom, Geodät und seit 1991 Direktor des Astronomischen Instituts der Universität Bern. Forschungsschwerpunkte sind die Fundamentalastronomie und die Bahnbestimmung von Erdsatelliten, die er zur heutigen Präzision führte.

Unter seiner Ägide wurde das Observatorium Zimmerwald zur Schweizer Fundamentalstation ausgebaut und die Bernese GPS Software entwickelt, welche die weltweit genauesten Rechenmodelle für GNSS-Satellitenbahnen und geodätische Geodynamik bereitstellt. Sie wird heute an über 200 Forschungsinstituten eingesetzt. Beutler initiierte auch zahlreiche Forschungs- und Industrie-Kooperationen, insbesondere mit Leica Geosystems, der schweizerischen Landesvermessung Swisstopo, dem deutschen Bundesamt für Kartografie und Geodäsie (BKG), der TU Wien, der TU München und der europäischen Raumfahrtorganisation ESA.

Gerhard Beutler studierte an der Universität Bern Astronomie, Physik und Mathematik und graduierte 1976 zum Dr. phil.; 1983 folgte hier die Habilitation. Danach ging er für 1 Jahr als Research Associate an die University of New Brunswick (Kanada). Nach seiner Rückkehr ans Astronomische Institut wurde Beutler zum Leiter der 1983 gegründeten GPS-Gruppe bestellt, die später Markus Rothacher (heute ETH Zürich) übernahm.

1991 wählte ihn die Universität zum Ordinarius und Direktor des Instituts. Als solcher initiierte er zahlreiche Forschungsprojekte, Kooperationen und das o.e. Berner GPS-Programmsystem. Neben Lehrbüchern zur Himmelsmechanik publizierte er in zahlreichen Fachjournalen und als Invited Lecturer.

Für 2003–2007 wurde Beutler zum Präsidenten der International Association of Geodesy (IAG) gewählt. Er ist auch Fellow der American Geophysical Union AGU und Mitglied des Earth Science Advisory Committee (ESAC) and Space Science Advisory Committee (SSAC) der ESA. Seine Forschungen wurden durch mehrere Ehrendoktorate honoriert, u. a. 2006 von der Fakultät Bauingenieur- und Vermessungswesen der TU München.

2006 erhielt er die Vening Meinesz Medal für Anwendungen von GPS in Geophysik und Geodäsie.