Sapporo

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Sapporo-shi
札幌市
Sapporo
Geographische Lage in Japan
Sapporo (Japan)
Red pog.svg
Region: Hokkaidō
Präfektur: Hokkaidō
Koordinaten: 43° 4′ N, 141° 21′ OKoordinaten: 43° 3′ 43″ N, 141° 21′ 15″ O
Basisdaten
Fläche: 1.121,12 km²
Einwohner: 1.957.914
(31. Mai 2019)
Bevölkerungsdichte: 1746 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 01100-2
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Sapporo
Baum: Gemeiner Flieder
Blume: Maiglöckchen
Vogel: Kuckuck
Rathaus
Adresse: Sapporo City Hall
2 Kita-1-jō-nishi
Chūō-ku, Sapporo-shi
Hokkaidō 060-8611
Webadresse: http://www.city.sapporo.jp/
Lage Sapporos in der Präfektur Hokkaidō
Lage Sapporos in der Präfektur

Sapporo (jap. 札幌市, -shi, aus Ainu sat poro (pet), dt. „trockener, großer (Fluss)“[1]) ist mit 1,9 Millionen Einwohnern die größte Stadt von Hokkaidō, der nördlichsten der vier japanischen Hauptinseln.

Sapporo ist der Verwaltungssitz der Präfektur Hokkaidō sowie der Unterpräfektur Ishikari.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sapporo wurde 1869 als Sitz der Kolonialverwaltung Hokkaidōs gegründet, das seit dem 19. Jahrhundert zu Japan gehört. Erst in den 1950er Jahren löste es das nahegelegene und deutlich ältere Otaru als bevölkerungsreichste Stadt Hokkaidōs ab. Die Stadt wurde, ähnlich wie Kyōto oder viele amerikanische Städte, in einem Schachbrettmuster geplant.

Sapporos landwirtschaftliche Universität, die ebenfalls 1869 gegründet wurde und anfangs in Tokio beheimatet war, ist vor allem durch ihren ersten Präsidenten, William Smith Clark, bekannt geworden. Er wurde von der japanischen Regierung als Berater in Erziehungsfragen eingeladen. Vor allem die Abschiedsworte an seine Studenten, von denen er viele zum Christentum bekehrt hatte, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Boys, be ambitious! (dt. „Jungs, seid ehrgeizig!“).

In Sapporo fanden die Olympischen Winterspiele 1972 statt, die ersten Olympischen Winterspiele in Asien. Seitdem verbindet eine Städtepartnerschaft Sapporo mit München, dem Austragungsort der Olympischen Sommerspiele desselben Jahres.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Sapporo hat viele Parks. So z. B. den Ōdōri-Park im Zentrum der Stadt, in dem über das Jahr verschiedene jährliche Veranstaltungen und Festivals stattfinden. Zu den größten Parks der Stadt zählt auch der Moerenuma-Park, der nach den Plänen des japanisch-amerikanischen Künstlers und Landschaftsarchitekten Isamu Noguchi errichtet wurde.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sapporo gliedert sich in 10 Stadtbezirke (ku):

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sapporo
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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2
-4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Japan Meteorological Agency; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sapporo
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −0,6 0,1 4,0 11,5 17,3 21,5 24,9 26,4 22,4 16,2 8,5 2,1 Ø 12,9
Min. Temperatur (°C) −7,0 −6,6 −2,9 3,2 8,3 12,9 17,3 19,1 14,2 7,5 1,3 −4,1 Ø 5,3
Niederschlag (mm) 113,6 94,0 77,8 56,8 53,1 46,8 81,0 123,8 135,2 108,7 104,1 111,7 Σ 1.106,6
Sonnenstunden (h/d) 3,2 4,0 5,1 6,1 6,5 6,4 5,8 5,5 5,6 5,0 3,3 2,8 Ø 4,9
Regentage (d) 18,1 16,0 14,2 9,0 8,5 6,5 8,0 8,5 9,7 11,7 13,9 15,4 Σ 139,5
Luftfeuchtigkeit (%) 72 71 69 64 67 75 78 78 74 69 68 71 Ø 71,3
T
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0,1
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8,3
21,5
12,9
24,9
17,3
26,4
19,1
22,4
14,2
16,2
7,5
8,5
1,3
2,1
−4,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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94,0
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56,8
53,1
46,8
81,0
123,8
135,2
108,7
104,1
111,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Stadtparlament
(Stand: 14. Mai 2019)[2]
      
Insgesamt 68 Sitze
  • LDP: 26
  • Minshu shimin rengō („Demokratischer Bürgerbund“; hauptsächlich KDP): 20
  • Kōmeitō: 10
  • KPJ: 10
  • Kaikaku („Reform“): 1
  • Shimin Network Hokkaidō: 1
Karte der Wahlkreise zum nationalen Abgeordnetenhaus in und um die Stadt Sapporo
  • Der ehemalige Mitte-links-Vizebürgermeister Katsuhiro Akimoto ist seit 2015 Bürgermeister von Sapporo (Sapporo-shichō). Bei den Regionalwahlen im April 2019 wurde er mit antikommunistischer Allparteienunterstützung mit Zweidrittelmehrheit gegen den KPJ-gestützten Tatsuo Watanabe für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
  • Im gleichzeitig neu gewählten 68-köpfigen Stadtrat (Sapporo-shigikai) blieb die Liberaldemokratische Partei mit 26 Sitzen stärkste Kraft.[3]
  • Ins ebenfalls gleichzeitig gewählte Präfekturparlament (Hokkai-dōgikai) wählen die zehn Wahlkreise, die die zehn Bezirke der Stadt Sapporo bilden, zusammen 28 der insgesamt 100 Abgeordneten.
  • Bei Wahlen zum Abgeordnetenhaus (Shūgiin), dem Unterhaus des nationalen Parlaments, erstreckt sich die Stadt Sapporo in die Wahlkreise Hokkaidō 1 bis 5. Die Wahlkreise 1 bis 3, die ganz in der Stadt Sapporo liegen, wählten 2017 den Liberaldemokraten Takamori Yoshikawa und die Konstitutionellen Demokraten Daiki Michishita und Satoshi Arai.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Bahnhofsgebäude von Sapporo, im kaitaku no mura
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Portland, Vereinigte Staaten (seit 1959)
  • DeutschlandDeutschland München, Deutschland (seit 1972)
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Shenyang, Volksrepublik China (seit 1980)
  • RusslandRussland Nowosibirsk, Russland (seit 1990)

Im Ōdōri-Park im Stadtzentrum steht als Zeichen der Partnerschaft ein traditioneller bayerischer Maibaum, ein Geschenk der Stadt München.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrzeichen der Stadt: Sapporos Uhrenturm, im 19. Jahrhundert Teil der Hokkaido-Universität
Blick auf den Ōdōri-Park während des Schneefestivals
Fernsehturm

Sapporo ist eine verhältnismäßig junge Stadt, deren wenige historische Sehenswürdigkeiten den starken westlichen Einfluss während der Meiji-Restauration verraten:

  • der als Wahrzeichen der Stadt geltende Uhrenturm der ehemaligen Versammlungshalle der landwirtschaftlichen Universität (s. o.). Die Charta der Stadt beginnt mit den Worten: Wir sind die Bürger der Stadt Sapporo, wo die Glocke des Uhrenturms läutet.
  • das bis in die 1970er Jahre als Amtssitz des Gouverneurs von Hokkaidō dienende Verwaltungsgebäude aus roten Klinkern, heute zum Biermuseum Sapporos umfunktioniert.
  • die im gleichen Stil erbauten, mit Efeu bewachsenen Gebäude der alten Sapporo-Brauerei von 1876, die inzwischen zur größten Bierhalle Japans umgestaltet wurden.
  • das Erschließungsdorf (北海道開拓の村 開拓の村, kaitaku no mura), ein Freiluftmuseum, in dem restaurierte alte Gebäude aus ganz Hokkaidō zu besichtigen sind.
  • der Fernsehturm in Stahlfachwerkbauweise.
  • der Hokkaidō-jingū, Hokkaidōs größter Shintō-Schrein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneefestival

Sapporos größtes Tourismusereignis ist das alljährlich im Februar stattfindende Schneefestival[4] (雪祭り, yuki matsuri), das 1950 seinen Anfang nahm, als Schüler und Studenten im Ōdōri-Park Statuen aus Schnee bauten. Heute dauert das Fest eine Woche, und es werden auf drei verschiedenen Geländen gut ein Dutzend riesige und hunderte kleinere Schnee- und Eisskulpturen errichtet, die hunderttausende Besucher anlocken. Riesig bedeutet dabei: bis zu 10 m hoch und 30 m breit, bestehend aus 1000 und mehr Lastwagenladungen Schnee. Häufigstes Motiv sind mehr oder weniger berühmte Gebäude aus aller Welt, die oft im Maßstab 1:3 oder gar 1:2 mit allen Details nachgebaut werden, nur eben aus Schnee oder Eis.

Die großen Skulpturen werden von Firmen gesponsert, einige werden auch von den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften als Teil des Wintertrainings erbaut. Die kleineren Schneeskulpturen werden von lokalen Vereinen erbaut, wobei die Nachfrage so groß ist, dass die verfügbaren Parzellen unter den Bewerbern verlost werden. Zudem wird auch ein internationaler Wettbewerb veranstaltet.

siehe auch: Moerenuma-Park

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sapporo war als Austragungsort der V. Olympischen Winterspiele 1940 vorgesehen. Infolge des Beginns des zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges musste Japan die Spiele am 16. Juli 1938 an das IOC zurückgeben.[5] 1978 scheiterte Sapporo bei dem Versuch, 1984 ein zweites Mal nach 1972 Olympische Winterspiele ausrichten zu dürfen, erst in der Stichwahl gegen Sarajewo.[6] Eine ursprünglich geplante Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2016 gegen die innerjapanischen Konkurrenten Fukuoka und Tokio gab Bürgermeister Fumio Ueda mit Verweis auf die hohen Kosten 2006 auf.[7] Eine weitere Bewerbung für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 wurde im Verlauf des Bewerbungsverfahrens ebenfalls zurückgezogen.[8] Im Sapporo Dome wurden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 zudem drei Vorrundenspiele ausgetragen.

Universitäten und Colleges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ふるさとの川史話いっぱい. Stadt Sapporo, abgerufen am 30. Mai 2009 (japanisch).
  2. Stadtparlament Sapporo: Fraktionen, abgerufen am 23. Mai 2019.
  3. 統一地方選2019 札幌市議選 各党議席. In: NHK Senkyo Web. 8. April 2019, abgerufen am 23. Mai 2019 (japanisch).
  4. Informationen zum Schneefest (japanisch, englisch)
  5. Volker Kluge: Olympische Winterspiele. Die Chronik. 3., erw. Auflage. Sportverlag, Berlin 1999, ISBN 3-328-00831-4.
  6. Japanisches Olympisches Komitee: History of Japan's Bids for the Olympics
  7. Sapporo opts out of '16 Games race. In: The Japan Times. 22. Februar 2006, abgerufen am 29. Mai 2009 (englisch).
  8. https://www.deutschlandfunk.de/winterspiele-2026-sapporo-steigt-als-dritter-kandidat-aus.890.de.html?dram:article_id=428355

Informationen zum Schneefestival in Sapporo (deutsch) (Memento vom 4. Februar 2015 im Internet Archive) Informationen zum Schneefestival in Sapporo (deutsch) Japanica.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sapporo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sapporo, tabibito.de Japan Almanach (Beschreibung, Anreise, Übernachtungen, mit zahlreichen Abbildungen)