Gerwische

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Gerwische
Steinlache, Stilles Wasser
Blick flussabwärts

Blick flussabwärts

Daten
Gewässerkennzahl DE: 56698
Lage Deutschland, Sachsen-Anhalt
Flusssystem Elbe
Abfluss über Saale → Elbe → Nordsee
Quelle als Abzweig der Weißen Elster bei Döllnitz
51° 24′ 0″ N, 12° 2′ 2″ O
Quellhöhe 82 m ü. NN
Mündung bei Halle in die SaaleKoordinaten: 51° 25′ 56″ N, 11° 57′ 11″ O
51° 25′ 56″ N, 11° 57′ 11″ O
Mündungshöhe 80 m ü. NN
Höhenunterschied 2 m
Sohlgefälle etwa 0,25 ‰
Länge etwa 8,1 km[1]
Großstädte Halle
Gemeinden Schkopau

Die Gerwische ist ein etwa 8,1 Kilometer langer[1] Nebenarm der Weißen Elster in Sachsen-Anhalt. Als gemeinsamer Altarm der Saale und des ehemaligen Elster-Nebenarmes Luppe ist sie ein Relikt der ursprünglich anastomosierenden Flussläufe (oft als Binnendelta bezeichnet) und hat heute eher den Charakter einer Hochflutrinne.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gerwische beginnt heute am Elsterwehr im Schkopauer Ortsteil Döllnitz als Steinlache. Sie verläuft im Elsterflutbett ungefähr nach Südwesten, wendet sich bei Kollenbey nach Nordwesten und nimmt linksseitig den Markgraben auf, welcher nach etwa 150 Metern rechtsseitig von der Steinlache wieder abzweigt und in die Weiße Elster mündet.

Etwa einen Kilometer nach diesem Abzweig und nordwestlich von Kollenbey erreicht die Steinlache ihr ursprüngliches Flussbett, in welchem sie bis zum Hallenser Stadtteil Planena als Steinlache und, weiterhin grob die Fließrichtung haltend, bis Beesen als Gerwische verläuft.

Der letzte, ebenfalls nordwestlich verlaufende Abschnitt mit einer Länge von etwa einem Kilometer wird häufig auch Stilles Wasser genannt. Er endet an der gemeinsamen Mündung mit der von rechts kommenden Weißen Elster in die von links kommende Saale im Süden von Halle-Silberhöhe.

Ursprünglicher Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gerwische war ursprünglich der Abfluss des Gessert, ein Altarm der Saale[2] im Süden von Kollenbey, welcher durch einen linksseitigen Abzweig des Markgrabens (ein Luppe-Altarm) gespeist wurde.[3] Erst durch den Bau des Elsterflutbettes Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die direkte Verbindung von der Weißen Elster geschaffen und der Markgraben durchkreuzt.

Der Gessert entwässert auch heute noch in die Steinlache, hat aber einen wesentlich geringeren Durchfluss als der Zulauf von der Weißen Elster.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hydrologisches Handbuch. (PDF; 115 kB) Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 32, abgerufen am 25. Dezember 2017.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b mit Google Earth ausgemessen
  2. Managementplan für das FFH-Gebiet „Saale-, Elster-, Luppe-Aue zwischen Merseburg und Halle“ Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch das Landesamt für Umweltschutz Halle, 2011, Halle (Saale), Auf: lau.sachsen-anhalt.de (PDF, deutsch, 5,59 MB)
  3. Meilenblätter von Sachsen 1:12000 "Berliner Exemplar", aufgenommen 1780–1806 unter Leitung von Friedrich Ludwig Aster, Kart. M 14433, Blatt B2, Auf: deutschefotothek.de