Geschichten aus dem Wienerwald (1979)
| Film | |
| Titel | Geschichten aus dem Wienerwald |
|---|---|
| Produktionsland | Bundesrepublik Deutschland, Österreich |
| Originalsprache | Österreichisches Deutsch, Wienerisch |
| Erscheinungsjahr | 1979 |
| Länge | 90 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Franz Seitz Filmproduktion |
| Stab | |
| Regie | Maximilian Schell |
| Drehbuch | Christopher Hampton, Maximilian Schell |
| Produktion | Maximilian Schell, Dagmar Hirtz, Bernd Eichinger |
| Musik | Toni Stricker |
| Kamera | Klaus König |
| Schnitt | Dagmar Hirtz |
| Besetzung | |
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Der Film Geschichten aus dem Wienerwald entstand 1979 unter der Regie von Maximilian Schell. Der Film basiert auf dem Theaterstück Geschichten aus dem Wiener Wald von Ödön von Horváth. Der Film ist eine deutsch-österreichische Gemeinschaftsproduktion der MFG-Film GmbH (München) und der Arabella-Film (Wien), in Zusammenarbeit mit der Solaris-Film (München) und dem Bayerischen Rundfunk.
Zu den ersten Filmbildern des Hauptdrehortes ist ein Zitat von Ödön von Horváth eingeblendet:
„Nichts gibt so sehr
das Gefühl der Unendlichkeit
als wie die Dummheit“
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marianne, die Tochter des „Zauberkönigs“ (Besitzer einer Puppenklinik in Wien), ist auf dessen Wunsch mit Oskar, einem Besitzer einer Fleischhauerei zusammen, den sie jedoch nicht wirklich liebt. Bei der Verlobung lernt sie Alfred, einen jungen Strizzi kennen, der aber nur an Frauen, Geld und Pferdewetten interessiert ist. Dieser hat sich eben von Valerie, einer älteren Trafikantin getrennt. Valerie bandelt währenddessen mit Erich an, dem deutschen Neffen des Zauberkönigs. Alfred schafft es, Marianne in sich verliebt zu machen, so dass sie ihr Eheversprechen mit Oskar bricht. Ihr Vater, dessen „Altersvorsorge“ Oskars Fleischhauerei gewesen wäre, verstößt Marianne daraufhin. Sie zieht zu Alfred und bekommt bald darauf ein Kind von ihm. Um von ihr, deren Anhänglichkeit ihm bald lästig wird, wieder freizukommen, bringt Alfred sie bei einer zwielichtigen „Tanzgruppe“ unter. Das Kind gibt sie zu Alfreds Mutter in die Wachau. Oskar liebt Marianne immer noch und möchte sie heiraten, doch er will das fremde Kind nicht aufnehmen.
Marianne landet im Maxim, einem berühmten Wiener Nachtclub, wo sie nackt in so genannten „Lebenden Bildern“ posieren muss. Ein reicher Gast (ein Mister, ein aus Amerika zurückgekehrter Wiener), der ihr Geld bietet, bezichtigt sie des Diebstahl seiner Geldbörse, als sie sein Angebot ablehnt. Der Zauberkönig erleidet einen Schlaganfall. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis kehrt Marianne in ihr Elternhaus zurück. Ihr Vater, durch Vermittlung Valeries einsichtig geworden, verzeiht ihr; Oskar will Marianne – auch mit ihrem Kind – heiraten. Währenddessen kehrt Alfred zu Valerie zurück. Als alle gemeinsam in die Wachau zu Besuch zu Alfreds Mutter und Großmutter kommen, um Mariannes Kind abzuholen, erfahren sie, dass durch die Schuld der Großmutter das Kind gestorben ist. Gebrochen und kraftlos zieht Marianne als Oskars Braut davon.
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„Bild-Ton-Kontraste und formale Brüche verfremden das Volksstück zu einer bösen, komischen, tragischen, zuweilen vordergründig kabarettistischen Revue morbider Verhältnisse am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme.“
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1980 wurde der Film beim Deutschen Filmpreis mit dem Filmpreis in Silber ausgezeichnet.
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dies war der letzte Kinofilm mit Schauspielerin Lil Dagover, die schon seit Stummfilmzeiten (Das Kabinett des Dr. Caligari, Der müde Tod) zu den großen Damen der deutschen Leinwand gehörte.
- Auch für Norbert Schiller war der „Rittmeister“ die letzte Filmrolle.
- Einige Darsteller hatten bereits in früheren Filmversionen von Geschichten aus dem Wienerwald mitgewirkt. Jane Tilden war sowohl in der TV-Fassung von 1961 (Regie: Erich Neuberg) wie auch in derjenigen von 1964 (Regie: Michael Kehlmann) schon als „Valerie“ zu sehen gewesen. Adrienne Gessner verkörperte ebenfalls bereits in der Version von 1964 die Rolle der „Großmutter“. Helmut Qualtinger, jetzt der „Zauberkönig“, hatte in der Verfilmung von 1961 den „Oskar“ gespielt.
- Drehorte waren vor dem Wiener Belvedere, Ulrichsplatz unterhalb der Ulrichskirche in Wien-Neubau als Hauptschauplatz, das Wiener Überschwemmungsgebiet an der Donau (heute Donauinsel) bei der Stadlauer Ostbahnbrücke, das Café Sperl sowie die Wachau.
- Das vorkommende Couplet „Lachen’s nur“ stammt von André Heller (Text) und Toni Stricker (Musik).
- Die Choreographie im damals noch existierenden Wiener Nachtclub Maxim ist von William Milie.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ödön von Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald. Volksstück in drei Teilen. Mit einem Kommentar von Dieter Wöhrle (= Suhrkamp-Basis-Bibliothek, Band 26). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-18826-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geschichten aus dem Wienerwald. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 28. Januar 2017.