André Heller

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Dieser Artikel erläutert den Künstler André Heller. Für den gleichnamigen Volleyballspieler, siehe André Heller (Volleyballspieler)

André Heller (* 22. März 1947 in Wien; geboren als Francis Charles Georges Jean André Heller-Hueart[1]) ist ein österreichischer Chansonnier, Aktionskünstler, Kulturmanager, Autor, Dichter und Schauspieler.

André Heller (2006)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heller entstammt väterlicherseits einer wohlhabenden jüdischen Familie von Süßwarenfabrikanten: Sein Vater Stephan (1895−1958) war der Sohn von Wilhelm Heller, einem der beiden Gründer der Wiener Süßwarenfabrik „Gustav & Wilhelm Heller“. Diese Firma wurde durch die Erfindung der Dragées weltbekannt. Seine Mutter ist Elisabeth Heller (* 1914), sein älterer Bruder Fritz leitete nach dem Tod des Vaters das Unternehmen.[2] Wegen seines Vaters, der nach dem Krieg hauptsächlich in Paris lebte, hatte André Heller anfangs die französische Staatsbürgerschaft.[3]

Nach seinen eigenen Aussagen war für seine literarische Orientierung schon während seiner Schulzeit der fast tägliche Besuch im Café Hawelka ausschlaggebend. In diesem Wiener Kaffeehaus traf er auf Literaten wie Friedrich Torberg, H. C. Artmann und fallweise Elias Canetti sowie Hans Weigel und Helmut Qualtinger, mit dem er später zusammenarbeitete und auftrat. Bei Hans Weigel und dessen Lebensgefährtin Elfriede Ott nahm er Schauspielunterricht.

Theater, Rundfunk, Fernsehen, Gesang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

André Heller spielte zunächst mit wenig Erfolg an Wiener Avantgardebühnen und versuchte sich später als Programmgestalter beim Österreichischen Rundfunk (ORF).

Öffentliche Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1967 gehörte er zu den Gründern des ersten deutschsprachigen Popsenders Ö3, bei dem er zunächst die Sendung Musicbox moderierte. 1968 wurde er Co-Autor der erfolgreichen Fernsehsendung Wünsch Dir was. Im selben Jahr erschien auch seine erste Langspielplatte mit dem lakonischen Titel Nr1. Einem breiteren Publikum in Österreich und in der Folge auch in Deutschland wurde Heller 1972 bekannt, als der ORF die surreale Fernsehshow Wer war André Heller? ausstrahlte. Außerdem erschien in diesem Jahr seine zweite LP namens Platte, und bei den Wiener Festwochen wurde sein erstes Theaterstück mit dem Titel „King-Kong-King-Mayer-Mayer-Ling“ uraufgeführt.

Chansonnier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heller erspielte sich über 15 Jahren hinweg einen Ruf als Chansonnier und Liedermacher. Dabei arbeitete er mit internationalen Künstlern wie Astor Piazolla, Dino Saluzzi, Freddie Hubbard, aber auch österreichischen Künstlern wie Toni Stricker, Wolfgang Ambros oder Helmut Qualtinger zusammen. Heller vertonte vielfach eigene Lyrik, sang aber auch Texte anderer Autoren. So wurde der Titel Catherine aus dem Jahr 1970 zu einem der ersten Hits von Heller. Den Text schrieb der noch weitgehend unbekannte Reinhard Mey, die Musik der Austro-Kanadier Jack Grunsky.[4]

Im November 1975 unternahm Heller eine gefeierte Konzert-Tournee nach Israel, von der Aufnahmen 1978 auf dem Live-Album Bitter und Süß erschienen.

Heller arbeitete häufig mit dem 1973 aus Österreich in die Vereinigten Staaten ausgewanderten Musiker Peter Wolf zusammen, der in der Gruppe des Rockmusikers Frank Zappa spielte. So erschien die Jazz-Rock-LP Andre Heller Poetic Sound - Music For Lovers And Loosers des Peter Wolf Objective Truth Orchestra, die allerdings eine reine Instrumentalplatte ist, und Wolf wirkte bei Hellers Album Basta mit. Heller verfasste den Text des von Wolf vertonten Liedes Heute in Jerusalem, mit dem die Sängerin Ina Wolf unter ihrem damaligen Künstlernamen am Eurovision Song Contest 1979 teilnahm, wo es allerdings nur einen geteilten letzten Platz erreichte.

Heller spielte von Werner Schneyder ins Wienerische übersetzte Chansons von Jacques Brel wie „Franz“ (nach dem Brél-Titel Jef) ein und gab in Titeln wie Angstlied (Verwunschen, 1980)[5] anhand von traumatischen Kindheitserlebnissen intime Einblicke in seine Biographie und seine katholisch-jüdische Herkunft. Titel wie Miruna, die Riesin von Göteborg (Verwunschen, 1980) sind wiederum von der Wiener Schule des „Phantastischen Realismus“ beeinflusst. Das Lied vom idealen Park (Narrenlieder, 1985) oder die im Duett mit Wolfgang Ambros eingespielte Bob-Dylan-Coverversion Für immer jung (Stimmenhören, 1983)[6] gelten heute als klassische Titel des Austropop.

Dennoch wandte er sich seit Beginn der 1980er Jahre zunehmend spektakulären Inszenierungen, Aktionen und Installationen zu und beendete dafür 1982 seine erfolgreiche Konzerttätigkeit. 1985 folgte das Album Narrenlieder, das aber kein Erfolg mehr wurde. Es war bis in die 2000er Jahre seine letzte Plattenaufnahme. Zwischen 1967 und 1985 veröffentlichte er insgesamt vierzehn LPs, die ihm zwölf Goldene Schallplatten und siebenmal Platin einbrachten. 1991 schrieb er rückblickend über diese Zeit:

„Ich habe 1967 begonnen, meine Gedichte mittels meiner Stimme über Schallplatte und in Liederabenden Millionen Menschen zugänglich zu machen. Dies war nach dem Beispiel Bob Dylans zunächst sinnvoller als Lyrikbändchen im Selbstverlag oder bei Suhrkamp zu veröffentlichen. 1982, also durchaus im Zenit dieser Karriere, mußte ich meine Konzerttätigkeit beenden, weil es mir zur Qual wurde, um 20 Uhr vor einigen tausend Zuhörern begabt zu agieren, nur weil sie Eintritt bezahlt hatten.“

André Heller in den Liner Notes der 1991 erschienenen „Kritischen Gesamtausgabe“

2004 wurde er mit dem Amadeus Austrian Music Award für Ruf und Echo ausgezeichnet. Diese 3-CD-Retrospektive wurde von Chris Gelbmann initiiert, einem österreichischen Liedermacher und damaligen A&R-Manager von Universal Music.

Aus Anlass seines 60. Geburtstags gab André Heller im April 2007 im Wiener Radiokulturhaus nach fünfundzwanzigjähriger Bühnenabstinenz einen Liederabend unter dem Titel „Konzert für mich“.[7]

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Kreisky-Peter-Wiesenthal-Affäre im Jahr 1975 warf Heller dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky vor, den FPÖ-Politiker Friedrich Peter gegen den von Simon Wiesenthal erhobenen Verdacht einer Beteiligung an Kriegsverbrechen in Schutz genommen und überdies die Existenz eines jüdischen Volkes geleugnet zu haben. Aus Protest lehnte Heller für seine Israel-Tournee im gleichen Jahr ein österreichisches Patronat mit Empfang in der Botschaft ab.[8]

Heller unterstützte Kreisky vor der Nationalratswahl 1979 trotz seiner Haltung zu Peter und seiner Befürwortung der Inbetriebnahme des Kernkraftwerk Zwentendorf, die 1978 in einer Volksabstimmung gestoppt wurde, weil Kreisky als einziger seriöser Kanzlerkandidat eine Regierungsbeteiligung der FPÖ ausgeschlossen habe.[9]

Anfang der 1980er Jahre wurde Heller zu einem Proponenten der Friedensbewegung. Im Dortmunder Konzert „Künstler für den Frieden“ am 21. November 1981 trug Heller ein Gedicht vor. Er sprach als Schlußredner auf der Friedensdemonstration am 15. Mai 1982 in Wien.[10]

1982 unterstützte Heller als „ein in Wien lebender Jude“[11] einen Aufruf an Israel von 50 österreichischen Juden, unter ihnen Karl Kahane und Bruno Kreiskys Sohn Peter, der in mehreren österreichischen Zeitungen und als Annonce in der Jerusalem Post erschien und worin die Invasion des Libanon kritisiert und Verhandlungen mit den Palästinensern verlangt wurden. Der israelische Botschafter Issachar Ben-Yaacov wollte sich daraufhin mit Vertretern der Gruppe treffen.[12]

Im August 1982 veröffentlichte Heller in der Zeitschrift Profil einen „Offenen Brief“ an den israelischen Botschafter, worin er auf sein bisheriges Engagement gegen Antisemitismus hinwies, zugleich den israelischen Präsidenten Menachem Begin für das Massaker von Deir Yasin kritisierte und ihn als Verursacher antisemitischer Ausschreitungen bezeichnete. Heller resümierte:

„Die jahrtausendelange jüdische Leidensgeschichte wird von ihren eigenen Opfern verhöhnt, wenn diese daraus irgend etwas anderes lernen als Erbarmen, Toleranz, Menschenwürde und die Fähigkeit, beharrlich zu lieben. Dafür lohnt es zu kämpfen und für nichts sonst auf diesem Stern.“[13]

Daraufhin wurde Heller von Peter Stephan Jungk und Henryk M. Broder Beihilfe zum Antisemitismus vorgeworfen.[11]

Beim Konzert „Popstars gegen Pershing“ im Bochumer Ruhrstadion am 11. September 1982 führte Heller das Lied „Erhebet Euch Geliebte“ auf, das 1983 auf Stimmenhören erschien. Am 6. November 1982 wirkte Heller als Organisator und einer von 200 Künstlern vor 10.000 Besuchern bei einem Konzert „Künstler für den Frieden“ in der Wiener Stadthalle mit.[14] Nachdem die Kommunistische Partei Österreichs ein Kontingent von 800 Eintrittskarten aufgekauft hatte erklärte Heller, er sei

„nicht im geringsten Kommunist, akzeptiere es aber, in der Friedensbewegung mit einigen glaubwürdigen antifaschistischen Kommunisten im Interesse des übergeordneten gemeinsamen Überlebens am selben Strick zu ziehen, solange bei unseren Veranstaltungen gewährleistet ist, daß Verbrechen wie der Überfall auf Afghanistan und die Menschenrechtsverletzungen der UdSSR mit der gleichen Selbstverständlichkeit kritisiert werden wie die untragbaren Zustände in Chile oder Südafrika.“[9]

Nach dem Konzert nahm Heller in der Wochenpresse gegen von Hubertus Czernin geäußerte Kritik an seinem politischen Engagement Stellung.[15][9][11]

Veranstalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1976 gründete Heller zusammen mit Bernhard Paul den Zirkus Roncalli, stieg jedoch noch im Gründungsjahr wieder aus dem Gemeinschaftsprojekt aus, seiner Darstellung nach, weil er „den Erfolg nicht teilen wolle“. Laut Paul hatte Heller "den Zirkus fast in den Ruin getrieben".[16]

1977 scheiterte Heller mit seinem Versuch, die Stadt München für eine „Weltausstellung der Phantasie“ auf dem Olympiagelände zu gewinnen, da die Behörden die finanzielle Realisierbarkeit bezweifelten. 1983 begann er eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Stefan Seigner, der bis 2003 seine Geschäfte führte.

Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1968 war Heller (Pseudonym: André Miriflor)[17] Mitfinancier des mit Erika Pluhar hauptbesetzten Films Moos auf den Steinen, für den er nach eigenen Angaben sein Erbteil aufgebraucht habe. Bald stand er aber auch selbst vor der Kamera. Neben seinen Spektakeln spielte André Heller Hauptrollen in diversen internationalen Kinofilmen, unter anderem in Hans-Jürgen Syberbergs Karl May und Hitler, ein Film aus Deutschland, Radu Gabreas Fürchte dich nicht, Jakob! und Doktor Faustus von Franz Seitz, sowie in Peter Schamonis Frühlingssinfonie sowie eine Nebenrolle in Maximilian Schells 1979 herausgekommener Verfilmung der „Geschichten aus dem Wienerwald“ von Ödön von Horváth. Bereits 1969 hatte Heller in einer Fernsehfassung von Arthur Schnitzlers Tragikomödie Das weite Land unter der Regie von Peter Beauvais mitgewirkt: An der Seite von O. W. Fischer (als Friedrich Hofreiter), Ruth Leuwerik (Genia Hofreiter), Walter Reyer (Dr. Franz Mauer), Helmut Qualtinger (Bankier Natter) und anderen verkörperte er Gustav Wahl, den Bruder von Erna Wahl (Sabine Sinjen). 1989 war er auch als Briefmarkenkünstler tätig. Im Auftrag der Postverwaltung der Vereinten Nationen entwarf er die Briefmarke zum zehnjährigen Jubiläum der UNO-Wien.

Kulturmanager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuletzt war er als Kulturkoordinator für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland tätig. Er gestaltete im Jahr 2000 die Finalpräsentation für die erfolgreiche bundesdeutsche Bewerbung und entwarf 2003 einen „Fußball-Globus“, der als „architektonischer Vorbote der WM“ durch Deutschland tourte. In einem Urheberschafts-Streit um den Fußball-Globus warfen die Architekten Friedemann und Nikolai Kugel André Heller vor, die Idee kopiert zu haben. Unumstritten ist aber die Heller-Eigenerfindung des Fußball-WM-Mottos „Die Welt zu Gast bei Freunden“.

Die für die Fußballweltmeisterschaft von André Heller geplante Eröffnungsgala im Olympiastadion Berlin, an der auch Brian Eno und Peter Gabriel beteiligt waren, wurde am 13. Januar 2006 durch die FIFA abgesagt. Als Grund wurde genannt, dass der Rollrasen, der nach Ende der Gala neu verlegt hätte werden müssen, bis zum ersten dort stattfindenden Spiel (13. Juni 2006) möglicherweise nicht mehr in perfekter Qualität angewachsen wäre. Gerade wegen des Scheiterns bilanziert Heller dieses Projekt als „interessante Erfahrung“.

Grundsätzlich lässt sich André Heller – laut eigenen Angaben – nur auf Arbeiten ein, die ihn in seinem künstlerischen Lernhorizont weiterbringen. Selbst ein hypothetisches Angebot von 100 Millionen Dollar seien ihm nicht Grund genug, eine Sache umzusetzen, die für seine Entwicklung nicht sinnvoll sein würde. „Das ist zwar verlockend, weil mir einiges einfällt, was man an klugen und tiefen und spannenden Projekten mit 100 Millionen Dollar machen kann, aber letztlich darf ich nicht meine Zeit veruntreuen. Ich weiß doch nicht, ob ich nicht im nächsten Satz tot umfalle“, äußerte Heller in einem SWR-Interview.

Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 ist Robert Hofferer sein Manager und führt die Firma Artevent, mit Sitz in Wien.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

André Heller war von 1970 bis 1984 mit der Schauspielerin, Sängerin und Autorin Erika Pluhar verheiratet. Einige Jahre lebte er in den 1970er-Jahren mit der Burgschauspielerin Gertraud Jesserer zusammen, viel später mit der Schauspielerin Andrea Eckert. Kurzzeitig liiert war Heller Mitte der 1980er-Jahre auch mit Anke Kesselaar, der damaligen Ehefrau Rudi Carrells.

Der Künstler besitzt eine Wohnung in einem Wiener Stadtpalais in der Renngasse im 1. Bezirk, das im Eigentum des Chorherrenstifts Klosterneuburg steht.[18] In der Renngasse empfing Heller im Jahr 2000 den damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Zeitweilig lebt Heller auch in der dem Giardino Botanico A. Hruska zugehörigen Villa in Gardone Riviera. Gegenwärtig lebt Heller mit dem früheren Model Albina Schmid zusammen. Er hat einen Sohn namens Ferdinand Sarnitz, der unter dem Künstlernamen "Left Boy" Musik macht.

Belletristische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem „heiteren Liebesroman“ Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe lässt der Satiriker Chlodwig Poth den Wiener Chansonnier Andreas Herb auftreten, der ein leicht erkennbares Porträt Hellers darstellt. Poth schildert ein Abendessen der Frankfurter pardon-Redaktion mit Herb und gießt dabei reichlich Spott über den Künstler aus.[19]

Aktionen, Installationen, Inszenierungen, Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008: Zeltstadt von Afrika! Afrika! auf dem Waterlooplatz in Hannover
Zeltstadt nachts
Giardino Botanico in Gardone Riviera
  • 1981 – Im Rahmen der Wiener Festwochen entsteht das poetische Varieté Flic Flac, mit dem er anschließend auf Europa-Tournee geht.
  • 1983 – Das Pyro-Poem Theater des Feuers (Teatro de Fogo) nach dem Vorbild barocker Licht- und Farbspiele findet in Lissabon statt. Heller finanziert das Spektakel aus eigener Tasche und gerät an den Rand des Bankrotts.
  • 1984 – Das Feuerspektakel Sturz durch Träume vor dem Berliner Reichstag zieht 650.000 zahlende Zuschauer an
  • 1984 – Feuertheater mit Klangwolke vor dem Reichstagsgebäude in Berlin
  • 1985 – Für die Bundesgartenschau in Berlin realisiert Heller ein Blumenbild aus 40.000 Pflanzen unter dem Titel Misstraue der Idylle.
  • 2. November 1985 - Die Show Begnadete Körper hat am Deutschen Theater München Premiere. Heller engagiert hierfür in chinesischen Artistenschulen 60 Jongleure, Equilibristen und Akrobaten, entwirft Bühnenbild und Kostüme und verfasst die Moderation.
  • 1986 – In Graz entsteht ein Dichtergarten: Aus Blumen formt Heller Kernsätze bedeutender Schriftsteller.
  • 1986 – Die Heißluftballon-Skulpturen Himmelszeichen schweben am Himmel von London, München, Venedig, Oslo, New York, Moskau, San Francisco und über den Niagarafällen.
  • 1986 – Mit der Show Salut für Olga bemüht sich Heller um eine Wiederbelebung der Varieté-Künste
  • 1987 – In Hamburg inszeniert Heller Luna Luna, einen „Jahrmarkt der modernen Kunst“. Zahlreiche bekannte zeitgenössische Künstler, darunter unter anderem Roy Lichtenstein, Salvador Dalí, Joseph Beuys, Friedensreich Hundertwasser und Jim Whiting steuern neben Heller selbst Kunstwerke und Installationen bei.
  • 1987 – Clownparade Lachen machen
  • 1988 – Body and Soul, eine Show des schwarzen amerikanischen Kulturguts (Spirituals, New Orleans Jazz, Ragtime, Bebop, Sandshoe, Blues, Soul, Scat, Stepptanz)
  • 1988 - Erwerb des in Gardone Riviera gelegenen, ca. 10.000 m² großen botanischen Gartens Giardino Botanico A. Hruska.[20]
  • 1989 – Chinesischer Nationalzirkus
  • 1991 – Jagmandir, das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur, Indien.
  • 1991 – Blumenskulptur mit Brunnen Versinkende Riesin im Schlosspark von Schönbrunn, Wien.
  • 1991 – Wonderhouse am Broadway in New York
  • 1992 – Bambusmann, eine 55 Meter hohe, schwimmende Skulptur im Hafen von Hongkong
  • 1992 – Mit dem Wintergarten-Varieté eröffnet Heller gemeinsam mit Bernhard Paul den Theaterbau in Berlin.
  • 1995 – Heller gestaltet die Swarovski Kristallwelten in Wattens, Tirol
  • 1996 – Produktdesign: für die 20. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie Entwurf der Buchdeckel mit mehreren eingelassenen, kleinen Acrylschaukästen, die von außen sichtbare Objekte enthalten, welche jeweils ein Stichwort des betreffenden Bandes verkörpern (auch: Millenniumsausgabe).
  • 1997 – Schiff aus Salz im Toten Meer in Israel.
  • 1997 – Der stumme Prophet, eine Lichtskulptur in Aït-Ben-Haddou, Marokko.
  • 1997 – Yumé - Flug durch Träume: ein japanisches Kaleidoskop, Tokyo und Europatournee
  • 1998 – der Meteorit in Essen, der zum 100-jährigen Bestehen von RWE auf fünf Ebenen „Wunderkabinette zum Thema Energie“ präsentiert, wird eine der wenigen erfolglosen Inszenierungen Hellers und 2003 wieder geschlossen.
  • 1998 – Planung einer Parkanlage anima auf einem ehemaligen Krupp-Gelände in Bochum – nicht realisiert
  • 1999 – Stimmen Gottes, ein Ereignis mit spirituellen Sängern, Musikern und Tänzern aus zwölf Kulturen, Marrakesch in Marokko
  • 2000 – Der Erdgeist, eine 14 Meter hohe Skulptur, halb Mensch, halb Vogel, wacht über den Pavillon „Living Planet Square“ des World Wide Fund for Nature bei der Expo 2000.
  • 2002 – Im Herzen des Lichts - Die Nacht der Primadonnen erzählt einen von Heller erdachten und inszenierten Mythos.
  • 2002 – Am Théâtre du Châtelet in Paris wird unter Hellers Regie Erwartung von Arnold Schönberg und La Voix Humaine aufgeführt. Die Monolog-Opern singt Jessye Norman.
  • 2003 – Fußball-Globus für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (inkl. dem WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“). Um das Objekt gibt es einen Urheberschafts-Streit.[21]
  • 2004 - Jessye Norman eine Dokumentation von André Heller und Othmar Schmiderer
  • 2005 – Afrika! Afrika!, Premiere in Frankfurt am Main 15. Dezember 2005
  • 2011 - Magnifico, Show, zeigte ein Kaleidoskop an märchenhaften Szenen rund um das Motiv Pferd. Die Show hatte ein Budget von etwa 20 Millionen Euro[22] und wurde Mitte 2011 wegen Insolvenz eingestellt.
  • 2012 - Bon Voyage - ein Abend mit dem Leben und den Liedern von Greta Keller nach einer Idee von André Heller am Wiener Volkstheater, ein Projekt, eine Revue mit Spielhandlung über die Wiener Diseuse Greta Keller (1903–1977), die in einer One-Woman-Show durch die Schauspielerin Andrea Eckert verkörpert wird.
  • 2015 - Eröffnung der 'Al Noor Insel' [23] in Schardscha im Auftrag von Shurooq, der Sharjah Investment and Development Authority.
  • 2016 - Eröffnung des 'Anima Gartens' [24] südöstlich von Marrakesch bei Ourika.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sie nennen mich den Messerwerfer. Fischer TBV, 1974.
  • Auf und davon. Hoffmann und Campe, 1979.
  • Die Sprache der Salamander – Lieder 1971–1981. Hoffmann und Campe, 1981.
  • Flic Flac – Ein poetisches Varieté fotografiert von Stefan Moses. Bildband. Ullstein, 1982.
  • Wallfahrten zum Allerheiligsten der Phantasie. Henschelverlag, 1990.
  • Schlamassel. S. Fischer, 1993.
  • Brockhaus-Enzyklopädie 2000. Gestaltung der 24-bändigen Luxusedition. 1998.
  • Bilderleben - Öffentliches & Privates. Bildband. dtv, 2000.
  • Als ich ein Hund war. Berlin Verlag, 2001.
  • Schattentaucher. dtv, 2003.
  • Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein: Eine Erzählung. Kindheitserzählung in Anlehnung an seine Jugend im Jesuiteninternat.[25] S. Fischer 2008.
  • Wienereien oder ein absichtlicher Schicksalsnarr. Brandstetter Verlag, Wien 2012.[26]
  • Das Buch vom Süden. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016.[27] - Sammlung Literaturkritiken [28]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nr. 1 (1970)
  • Platte (1971)
  • Das war André Heller (1972)
  • Neue Lieder (1973)
  • A Musi A Musi (1974)
  • Andrè Heller poetic sound (1975)
  • Bei lebendigem Leib (live, 1975)
  • Die frühen Jahre 1966–1969 (1975)
  • Abendland (1976)
  • Basta (1978)
  • Bitter und Süß (live, 1978)
  • Ausgerechnet Heller (1979)
  • Heurige und gestrige Lieder (gemeinsam mit Helmut Qualtinger, 1979)
  • Verwunschen (1980)
  • Stimmenhören (1983)
  • Narrenlieder (1985)
  • Liebeslieder (1989)
  • Kritische Gesamtausgabe 1967–1991 (1991)
  • Ruf und Echo (2003)
  • Bestheller 1967–2007 (2008)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Seiler: André Heller. Feuerkopf. Die Biografie. Bertelsmann, München 2012, ISBN 978-3-570-10063-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Wikiquote: André Heller – Zitate
 Commons: André Heller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Artikel

Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Größenwahnsinniger mit zureichendem Grund. In: Die Welt. 17. März 2012.
  2. Elisabeth Heller - Die Jahrhundertfrau. Filmbeschreibung auf tv.orf.at/dok.film.
  3. Lisa Fischer: Die Wellen im Spiegel, Die Presse, 2. Mai 2008
  4. Jack Grunsky Edition
  5. André Heller - Verwunschen (Album)
  6. André Heller – Stimmenhören (Album)
  7. http://oe1.orf.at/highlights/103727.html Laudatio von Alfred Gusenbauer für André Heller
  8. Siegfried Schmidt-Joos: Wein wieder, Spiegel Nr. 50, 1975
  9. a b c A. Heller: „Ungeheuer schamlos“, Wochenpresse Nr. 48, 1982
  10. Herbert Lackner: 70 000 bei der größten Demonstration der Nachkriegszeit „Wir wollen niemals töten“, in: Künstler für den Frieden (Hrsg.): Friedensmarsch der 70.000. 15. Mai 1982 Wien , Löcker, Wien 1982, S. 138
  11. a b c H. Czernin: Zwei links, zwei rechts, Hubertus Czernin entschuldigt sich bei Liedermacher Andre Heller nicht, Wochenpresse Nr. 49, 7. Dezember 1982
  12. I & P. Israel & Palestine Political Report, Nr. 92, Juli-August 1982, S. 11
  13. A. Heller: Sehr geehrter Herr Botschafter, Offener Brief, Profil Nr. 34, 1982, S. 8
  14. Irene Suchy: Friedenslieder, ORF, 11. November 2007
  15. H. Czernin: Narziss mit Goldmund, Wochenpresse Nr. 47, 23. November 1982
  16. Zirkus Roncalli: Über Geld spricht man nicht. In: Die Zeit. 4. September 2015 (zeit.de [abgerufen am 7. September 2015]).
  17. Georg Lhotsky et al.: Moos auf den Steinen. 1 DVD-Video. Edition Der Standard / Der österreichische Film, Nr. 82. Hoanzl, Wien 2007, ISBN 978-3-902568-82-3, 00:58 min.
  18. http://burgenkunde.at/wien/w_palais_windischgraetz/w_palais_windischgraetz.htm
  19. Chlodwig Poth: Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe, Fischer, Frankfurt 1982.
  20. http://www.hellergarden.com/link_01_de.html
  21. Urheberschafts-Streit
  22. Wanderzirkus: Poesie in der Manege. In: Die Zeit. 3. April 2011 (zeit.de [abgerufen am 8. September 2015]).
  23. | Website Al Noor Island
  24. | Website Anima Garden
  25. Fernsehbericht auf 3sat
  26. Buch auf der Verlagseite
  27. Buch auf der Verlagseite
  28. Literaturkritiken
  29. derStandard.at - André Heller erhält Platin-Romy für Lebenswerk. APA-Meldung vom 20. April 2015, abgerufen am 24. April 2015.