Giessen (Ill)

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Giessen
Das obere Tal des Giessen bei Urbeis

Das obere Tal des Giessen bei Urbeis

Daten
Gewässerkennzahl FRA23-0200
Lage Frankreich, Region Grand Est, Département Bas-Rhin
Flusssystem Rhein
Abfluss über Ill → Rhein → Nordsee
Quelle in den Vogesen westlich von Urbeis
48° 20′ 1″ N, 7° 10′ 59″ O
Quellhöhe ca. 600 m[1]
Mündung nordöstlich von Sélestat in die IllKoordinaten: 48° 17′ 22″ N, 7° 31′ 3″ O
48° 17′ 22″ N, 7° 31′ 3″ O
Mündungshöhe 164 m[1]
Höhenunterschied ca. 436 m
Länge 33,6 km[2]
Einzugsgebiet 273 km²[3]

Abfluss[3] MQ
3,27 m³/s

Der Giessen ist ein etwa 33,6 km langer linker Zufluss der Ill im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Giessen entspringt in den Vogesen westlich von Urbeis auf einer Höhe von etwa 600 m. Er fließt zunächst durch ein enges Tal nach Südosten und wird bachabwärts durch den Zusammenfluss mit einem weiteren Quellbach gestärkt, der vom Osthang des Col d'Urbeis kommt. Er bewegt sich danach durch bewaldete Hügel in östlicher Richtung und wird bald darauf auf seiner linken Seite vom Ruisseau de Harchingoutte gespeist. Etwas später biegt der Giessen nach Süden ab und erreicht den Westrand von Haut d'Urbeis, wo er sich nach Osten wendet. Ab dort wird er auf seinen weiteren Weg für längere Zeit von der Höhenstraße D 39 begleitet. Er durchfließt Urbeis, vorbei an den Ruinen der Burg Bilstein. Bei Bas d'Urbeis fließt ihm auf der rechten Seite der im Forêt Domaniale de Fochy-Urbeis entstandene ruisseau du Schnarupt zu. Er läuft am Südhang des Remchis (555 m) vorbei, wechselt seine Laufrichtung nach Nordosten und kommt danach in Lalaye an. Hier mündet westlich vom Place de Mairie auf seiner linken Seite der ruisseau de Charbes ein. Sein bisher enges Tal weicht nun einer breiten Wiesenaue. Der Giessen durchquert die Ortschaft vollends, passiert kurz danach Bassemberg und erreicht nun den namengebenden Hauptort des Kantons, Villé. Dort nimmt er auf seiner linken Seite den von Nordwesten kommenden ruisseau du Giessen de Steige und gleich danach beim Place de la Gare den aus von Norden kommenden Erlenbach auf. Der Giessen wechselt seine Richtung nach Südosten, fließt südlich an Luttenbach vorbei und wird danach auf seiner rechten Seite vom gleichnamigen Bach gespeist. Sein Weg führt nun durch Saint-Maurice, wo ihn der Dompfenbach stärkt, nach Thanvillé. Dort erreicht ihn der von Nordosten kommende Kientzelgottbach. Er läuft nun südwärts an Neubois vorbei. Beim Forêt de Brischbach fließt ihm der gleichnamige Brischbach zu. Der Giessen ändert nun seine Fließrichtung nach Südwest bis West und bewegt sich am Südrand des Forêt de Scherwiller entlang. Dort spaltet sich der Aubach von ihm ab, der bei Ebersheim in den Holzgiessen mündet. Kurz darauf wird der Giessen von den Wassermassen der dort wesentlich breiteren Lièpvrette überflutet. Er fließt nun, begleitet von einem breiten Saum aus Büschen und Bäumen, durch eine landwirtschaftlich genutzte Zone nördlich an Châtenois und dann südlich an Scherwiller vorbei, unterquert daraufhin die A35 und erreicht dann den Nordrand von Sélestat. Er wendet sich nun nordostwärts, fließt noch etwa vier Kilometer durch Äcker und Wiesen und mündet schließlich auf einer Höhe von 164 m nordöstlich von Sélestat in die Ill.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harchingoutte (links)
  • Schnarupt (ruisseau du Schnarupt) (rechts)
  • Charbes (ruisseau de Charbes) (links)
  • Giessen de Steige (ruisseau du Giessen de Steige) (links), 11,3 km
  • Erlenbach (links), 4,7 km
  • Luttenbach[4] (rechts), 5,9 km
  • Dompfenbach (links), 4,0 km
  • Kientzelgottbach (links), 5,7 km
  • Brischbach (links)
  • Lièpvrette (links), 24,9 km

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Mündung des Giessen in die Ill beträgt die mittlere Abflussmenge (MQ) 3,27 m³/s; das Einzugsgebiet umfasst hier 273,0 km².

Am Pegel Sélestat wurde über einen Zeitraum von 44 Jahren (1965–2009) die durchschnittliche jährliche Abflussmenge des Giessen berechnet.[5] Das Einzugsgebiet entspricht an dieser Stelle mit 260,0 km² etwa 95,2 % des vollständigen Einzugsgebietes des Flusses.

Die Abflussmenge schwankt im Lauf des Jahres recht stark. Die höchsten Wasserstände werden in den Monaten Dezember - März gemessen. Ihren Höchststand erreicht die Abflussmenge mit 7,07 m³/s im Februar. Von April an geht die Schüttung Monat für Monat zurück und erreicht ihren niedrigsten Stand im August/September mit 0,69 m³/s, um danach wieder von Monat zu Monat anzusteigen. Der jahresdurchschnittliche Wert beträgt hier 3,37 m³/s.

Der monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Giessen in m³/s, gemessen an der hydrologischen Station Sélestat
Daten aus den Werten der Jahre 1965–2009 berechnet

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b geoportail.fr (1:16.000)
  2. Giessen auf sandre.eaufrance.fr (französisch)
  3. a b siehe Weblink: Débits caractéristiques de le Giessen
  4. Bei SANDRE als rivière le Giessen bezeichnet
  5. Banque Hydro - A2352021 Le Giessen à Sélestat (Menüpunkt: Synthèse)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Giessen River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien