Kästorf (Gifhorn)

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Kästorf
Stadt Gifhorn
Wappen von Kästorf
Koordinaten: 52° 31′ 10″ N, 10° 32′ 18″ O
Höhe: 57 (54–65) m ü. NHN
Einwohner: 3100 (9. Nov. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38518
Vorwahl: 05371
Kästorf (Niedersachsen)
Kästorf

Lage von Kästorf in Niedersachsen

Evang.-luth. Lazarus-Kirche
Evang.-luth. Lazarus-Kirche

Kästorf ist der nördlichste Ortsteil der niedersächsischen Stadt Gifhorn mit etwa 3100 Einwohnern.[1] Der Ort hat die Form eines Straßendorfs, das sich entlang der 2,6 km langen Hauptstraße erstreckt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Ortsteils Kästorf erstreckt sich im Übergangsbereich zwischen Harz und Heide im Norden von Gamsen und südlich von Wagenhoff. Die durch den Ort führende Hauptstraße entspricht dem früheren Streckenverlauf der B 4.

Nachbarschaft zu Orten und Ortsteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächstgelegene größere Städte sind im Osten Wolfsburg, im Süden Braunschweig und im Nordwesten Celle.

Kästorf grenzt im Uhrzeigersinn an die Feldmarken folgender Ortschaften: Westlich Wilsche, nordwestlich Ummern, nördlich Wagenhoff und Wesendorf, östlich Neudorf-Platendorf sowie an Gamsen, von dessen Gebietsteilen es in allen vier Himmelsrichtungen umschlossen wird.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbstständige Gemeinde Kästorf wurde im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform am 1. März 1974 eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Kästorf setzt sich aus zwei Ratsfrauen und fünf Ratsherren zusammen, dem der Ortsbürgermeister vorsteht. Dieses Gremium ist zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dem Rat der Stadt.

Sitzverteilung

(Quelle:[4])

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Jürgen Völke (Unabhängige Liste Gifhorn). Seine Stellvertreterin ist Rita Wendig (CDU).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Kästorf stammt vom Hauptstaatsarchiv Hannover und von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften in der Region Hannover entworfen hat.[5] Das Wappen wurde am 24. Mai 1963 vom Gemeinderat beschlossen und die Genehmigung wurde am 4. Juli desselben Jahres durch den lüneburgischen Regierungspräsidenten erteilt.[6]

Wappen von Kästorf (Gifhorn)
Blasonierung: „In Rot ein schwebender goldener Bienenkorb über einem goldbeschlagenen silbernen Horn.“[6]
Wappenbegründung: Der abgebildete Bienenkorb symbolisiert den Fleiß. Das dargestellte Horn hat die Gemeinde Kästorf aus dem Wappen des Landkreises Gifhorn entlehnt. Die ehemals selbstständige Gemeinde wurde am 1. März 1974 in die Stadt Gifhorn eingegliedert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden Kästorfs befindet sich die Diakonie Kästorf, ein Hilfsunternehmen, das sich in den Bereichen Altenpflege, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Wohnungslosenhilfe betätigt.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Lazarus-Kirche[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Gemeinschaftspflege der einzelnen Ortsteile Gifhorns wurde ein sogenanntes „Vier-Dörfer-Treffen“ eingerichtet.
  • Jährlich wird ein Maibaum aufgestellt.
  • Am Wochenende vor Himmelfahrt findet das Schützenfest statt, welches drei Tage dauert.
  • Im Herbst findet das Erntedankfest statt, welches mit einem Umzug mit Traktor und Wagen durch das Dorf führt.
  • Am ersten Advent wird ein Weihnachtsbaum im Ort aufgestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olaf Prenzler (* 1958), Leichtathlet (Sprinter) und Olympiateilnehmer, 1982 Europameister im 200-Meter-Lauf, gewann vier weitere Medaillen bei den Europameisterschaften 1978, 1982 und 1986

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Strecker (1851–1927), lutherischer Geistlicher und Publizist, er wechselte 1890 auf die dritte Pfarrstelle der Stadt Gifhorn, zu der insbesondere die Arbeiterkolonie Kästorf gehörte
  • Franz Laufke (1901–1984), Jurist und Hochschullehrer, er war als Privatgelehrter und Nachtwächter in Kästorf tätig
  • Hermann Speckmann (* 1937), Sozialarbeiter, Diplom-Pädagoge und Sachbuchautor, er war er in den Diakonischen Heimen in Kästorf tätig (1982–2000)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amt für Landesplanung und Statistik (Hrsg.): Die Landkreise in Niedersachsen. Der Landkreis Gifhorn (= Deutsche Landkreise, Handbuch für Verwaltung, Wirtschaft und Kultur Veröffentlichungen. Reihe D. Band 26). Walter Dorn Verlag, Bremen-Horn 1972, ISBN 3-87172-327-4 (Google Books [abgerufen am 28. September 2018]).
  • Wilhelm Warnecke: Geschichte unseres Dorfes Kästorf. Hrsg.: Stadt Gifhorn. Eigenverlag, Gifhorn 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kästorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Matthias Nerlich: Begründung zum Bebauungsplan Nr. 15 „Silbereiche Süd“, mit örtlicher Bauvorschrift (ÖBV). Hrsg.: Stadt Gifhorn. Gifhorn 9. November 2017, S. 6 (Digitalisat [PDF; 863 kB; abgerufen am 28. September 2018]).
  2. Abgrenzung der Ortschaften und des Stadtgebietes. In: Internetseite der Stadt Gifhorn. Stadt Gifhorn/Fachbereich Stadtplanung – Quelle der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, 2017, abgerufen am 28. September 2018 (PDF; 3,1 MB).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  4. a b Details des Gremiums „Ortsrat Kästorf“. In: Internetseite Rats- und Bürgerinfosystem der Stadt Gifhorn. Abgerufen am 28. September 2018.
  5. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  6. a b Arnold Rabbow: Braunschweigisches Wappenbuch. Die Wappen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gandersheim, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung und Wolfsburger Nachrichten. Eckensberger & Co Verlag, Braunschweig 1977, DNB 780686667, S. 33.
  7. Stiftung Diakonie Kästorf. In: Internetseite der Dachstiftung Diakonie. Abgerufen am 28. September 2018.
  8. Christina Rudert: Diakonische Heime: Kirche heißt jetzt Lazarus-Kirche. In: Internetseite Wolfsburger Allgemeine Zeitung. 7. Oktober 2012, abgerufen am 28. September 2018.