Gisela Heller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gisela Heller an ihrer Schreibmaschine ca. 1970
Gisela Heller bei einer Lesung im Toni-Stemmler-Klub Kleinmachnow 2011 (Foto: Maria Schönwälder)
Gisela Heller bei einer Lesung beim Heimatverein in Michendorf 2011 (Foto: Maria Schönwälder)

Gisela Heller, geborene Hielscher (* 6. August 1929 in Breslau), ist eine deutsche Redakteurin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisela Heller verlebte Kindheit und Jugend mit 2 Geschwistern im grünen Gürtel um Breslau. Der Vater war Gartenarchitekt, die Mutter erzog die Kinder liebevoll, aber mit preußisch-pietistischer Strenge. Als im Januar 1945 Breslau zur Festung erklärt wurde, mussten sie flüchten und landeten bei Kriegsende im Dorfe Threna bei Leipzig. Dort arbeitete sie bei Bauern für Kartoffeln und Brot, nahm Privatunterricht bei einer emeritierten Professorin und putzte bei einer ausgebombten Musikverlegerin für Französisch-Stunden. Durch deren Fürsprache erhielt sie 1946 einen Studienplatz an der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt in Leipzig.

Es folgte 1947 ein Volontariat am gerade wieder gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Dort nutzte sie speziell für junge Mitarbeiter eingerichtete Förderkurse in Literatur-, Kunst-, Musik- und Theatergeschichte, für Sprachen und Sprecherziehung. Nahm nebenher Schauspielunterricht, lernte Russisch und hörte „schwarz“ Philosophie bei Litt und „Soziologie in der Literatur des 19.Jahrhunderts“. bei Mayer. 1948–50 arbeitete sie als Redakteurin beim Schulfunk. Durch Heirat mit dem Russland-Spätheimkehrer, Schauspieler und Rundfunkreporter Hans Heller nach Weimar verschlagen, ein Jahr Zeitungsluft geschnuppert, 1951 eine Tochter geboren, 1952 nach Berlin zum Deutschlandsender berufen, Abteilung Unterhaltung. 1954, nach der Geburt der 2. Tochter nur noch freiberuflich tätig, u. a. Portrait-Reihe berühmter deutscher Frauen. Ab 1956 Korrespondentin des Deutschlandsenders mit Reportagen aus dem Alltagsleben zwischen Ostsee, Havel und Elbe. Trennung von dem Schauspieler und Regisseur Hans Heller. 1962, nach der Geburt des 3. Kindes in freier Mitarbeit für den Fernsehfunk tätig als Redakteurin für den „Gefilmten Brehm“ und als Autorin für „Wünsch Dir was“, Reiseberichte und Film-Feuilletons. Ab 1970 schrieb und moderierte sie für Radio DDR, Sender Potsdam Features und Feuilletons zu dem bis dahin brach liegenden großen Thema Brandenburgica. Nach 150 Stunden-Sendungen wurden daraus 2 Bücher: Märkischer und Neuer Märkischer Bilderbogen. 100 Jahre nach Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Viele Jahre bestimmten Friedrich II. (Preußen) und immer wieder Theodor Fontane ihr Leben.

Gisela Heller war verheiratet mit Hans Heller, der beim Rundfunk der DDR beschäftigt war. Beide lernten sich bei einer Reportage kennen. Gisela Heller lebte bis kurz nach der Wende in Kleinmachnow. Heute lebt sie in Teltow. Gisela Heller war mit dem Leichtathleten, Sportoffizier und Ingenieur-Ökonomen Martin Schoelzgen bis zu seinem Tod im Jahr 2010 verheiratet. Durch die Heirat heißt sie seitdem Gisela Heller-Schoelzgen.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisela Heller kann auf ca. 500 Stunden-Sendungen mit Themen aus der brandenburgisch -preußischen Geschichte verweisen. Sie waren der Grundstock, auf dem später ihre Bücher aufbauten: „Märkischer Bilderbogen“, „Neuer Märkischer Bilderbogen“ und „Potsdamer Geschichten“ erreichten zu DDR-Zeit eine Auflage von 250000 und waren in wenigen Wochen ausverkauft. 1976 und 1989 erhielt sie den Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam, 1986 den Kunstpreis der DDR und weitere silberne und goldene Ehrennadeln für hervorragende heimatkundliche und kulturpolitische Leistungen. Ein fast fertiges Manuskript „Reisen zu Fontane“ konnte sie über die „Wende“ retten, es erschien 1992 bei Nicolai in Berlin mit dem Titel „Unterwegs mit Fontane in Berlin und Mark Brandenburg“ und 1995 „Unterwegs mit Fontane von der Ostsee zur Donau“. 1998 dann, zum 100. Todestag Theodor Fontanes die biographische Erzählung „Geliebter Herzensmann“, in der sie die von der Literaturkritik sträflich vernachlässigte Frau Emilie Fontane endlich ins rechte Licht rückt. Gisela Hellers Vorträge über Persönlichkeiten der brandenburgisch-preußischen Geschichte, vor allem aber über Fontane und sein sozio-kulturelles Umfeld waren und sind noch heute gefragt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Märkischer Bilderbogen, Verlag der Nation, Berlin 1976, 1981, 1. Auflage 105000 Exemplare
  • Das Havelland mit den Augen der Liebe gesehen, Brockhaus Verlag, Leipzig, 1981, 1983
  • Potsdamer Geschichten, Verlag der Nation, Berlin, 1984, 1986, 1988, 75000 Exemplare
  • Neuer Märkischer Bilderbogen, Verlag der Nation, Berlin, 1. Auflage, 1986, 1988, ISBN 3-373-00113-7
  • Potsdamer Geschichten, neu bearbeitet als Taschenbuch, arani-Verlag, Berlin, 1993, ISBN 3-7605-8650-3
  • Unterwegs mit Fontane in Berlin & der Mark Brandenburg, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1992, 1993, 1996, 1999, ISBN 3-87584-401-7
  • Unterwegs mit Fontane von der Ostsee bis zur Donau, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1995, ISBN 3-87584-556-0
  • Geliebter Herzensmann, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1998, 3. Auflage 1999, ISBN 3-87584-691-5, weitere Auflagen als Taschenbuch bei S. Fischer, Frankfurt und 2010 bei W. Stapp, Berlin
  • Mit Glück ins Leben: Schlesische Kindheit, sächsische Jugend, Bergstadtverlag, Würzburg, 2007, ISBN 978-3870572815
  • Altmark-Blätter, 1994, 1998, Märkische Allgemeine 1992, Berliner Morgenpost und Tagesspiegel 1998
  • Fontaneblätter, Heft 55/1993, Heft 63/1997, Heft 68/1999
  • Edition Luisenstadt, 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gisela Heller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien