Gnitz

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Dieser Artikel behandelt eine Halbinsel Usedoms. Zum deutschen Theaterregisseur und Intendanten siehe Bruno von Lepel-Gnitz.
Westufer der Halbinsel Gnitz
Landschaft auf Gnitz

Gnitz ist der Name einer zur Insel Usedom gehörenden Halbinsel zwischen dem Meeresarm Peenestrom und der Bucht Achterwasser, südlich der Gemeinde Zinnowitz. Sie ist identisch mit dem Gemeindegebiet von Lütow.

Zu Zeiten der DDR wurde Erdöl auf dem Gnitz gefunden. Zu Spitzenzeiten produzierte man 220.000 Tonnen pro Jahr, doch heute werden nur noch rund 7.000 Tonnen pro Jahr gefördert.

Heute gehört die Halbinsel zu den touristisch erschlossenen Teilen im Hinterland von Usedom, das zunehmend interessant für den Fremdenverkehr wurde. Speziell das etwa 61,3 Hektar große Naturschutzgebiet Südspitze Gnitz, in dem viele Vogelarten ihre Brutplätze haben, ist touristisch bedeutend. Der große Naturcampingplatz bei Lütow auf dem Weißen Berg und das Wellnesbad mit Hotel in Lütow und andere Einrichtungen bewirkten dies.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste nachgewiesene Besiedlung erfolgte um ca. 5.000 bis 3.500 v. Chr. Sie hat das einzige noch erhaltene Großsteingrab aus dem Neolithikum auf Usedom bei Lütow. Der Gnitz, der damals noch Inselcharakter hatte, galt bis zum Mittelalter als eines der Ursprungssiedlungsgebiete Usedoms. Viele Flächen waren sumpfig und von Seen durchsetzt. Slawen gaben vermutlich der Halbinsel ihren Namen. Der Gnitz war seit frühdeutscher Zeit (ab 1230) Großgrundbesitz der Familie von Lepel, die dort bis 1945 wirkte. Hauptsitz war Neuendorf, Kirchort war Netzelkow und auf der zugehörigen kleinen Insel Görmitz war ein Vorwerk eingerichtet. Der Möwenort am Südhang des Weißen Berg ist durch Heidevegetation, den Trockenrasengebieten geprägt, was auf den Sandboden und die Beweidung durch Schafe zurückzuführen ist.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halbinsel Gnitz westlich des Achterwassers kennzeichnen Höhenzüge und Magerrasenflächen, die offenen Dünen und Strandflächen, das Steilufer mit wertvollem Gehölzbestand, die Salzwiese am Möwenort, die Feuchtbiotope am Rintnitz und am Geisesee und der Wacholder-Kiefernwald auf dem Weißen Berg wertvolle Lebensräume, die gleichzeitig als Rückzugsgebiete für verschiedene gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten Bedeutung haben.

Am 5. November 1990 wurde der Süden der Halbinsel zum Naturschutzgebiet Südspitze Gnitz erklärt. Das Gebiet wurde mit Wirkung zum 27. September 1994 verkleinert.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Südspitze Gnitz 248 in: Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, S. 182 f.

Koordinaten: 54° 2′ N, 13° 53′ O