Grüne & Alternative Student_innen

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Die Grünen & Alternativen Student_innen (GRAS) sind eine der Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative nahestehende[1] politische Studierendenvereinigung in Österreich, die aus der Grünen & Alternativen Wahlplattform hervorging und erstmals im Jahr 1993 bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) antrat. Derzeit halten die GRAS 12 Mandate in der Bundesvertretung der ÖH und sind damit die zweitstärkste Kraft nach der AktionsGemeinschaft und vor dem VSStÖ.[2] Die GRAS ist, mit einer kurzen Unterbrechung 2009, seit 2001 Teil der Exekutive der ÖH-Bundesvertretung. Derzeit ist sie als stärkste Kraft in der Koalition mit dem VSStÖ, der FLÖ und der FEST. Marie Fleischhacker ist 1. stellvertretende Vorsitzende.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 wurden die GRAS zweitstärkste Fraktion im Studierendenparlament und konnten gemeinsam mit der VSStÖ und dem KSV und anderen linken und linksliberalen Studierendengruppen eine Mehrheit bilden. 1997 ging diese Mehrheit verloren und 2001 konnten die GRAS mit Anita Weinberger die erste grüne Vorsitzende der Bundesvertretung stellen. 2003 gelang es schließlich, mit 29 % stimmenstärkste Fraktion zu werden, und die bisher dominierende AktionsGemeinschaft auf den zweiten Platz zu verdrängen. Trotz Veränderung des Wahlsystems wurde die GRAS 2005 wieder stimmenstärkste Fraktion und erreichte mit 14 Mandaten die meisten Direktmandate. Bei der Wahl 2007 konnte die GRAS ihre Mandate auf 15 ausbauen, wurde hinter der AktionsGemeinschaft aber nur mehr zweitstärkste Kraft. Nach der Wahl wurde eine Dreierkoalition zwischen GRAS, VSStÖ und FLÖ vereinbart, die im Juni 2008 brach. Bei der darauf folgenden Wahl 2009 wurde die GRAS drittstärkste Kraft nach Mandaten und zweitstärkste Kraft nach Stimmen in der ÖH. Mit Sigrid Maurer stellte sie 2 Jahre lang den Vorsitz in der ÖH Bundesvertretung. 2011 verlor die GRAS leicht, stellte aber weiterhin mit 14 Mandaten und Janine Wulz den Vorsitz der ÖH Bundesvertretung.

Das vom Mai 2011 bis Oktober 2013 von der Koalition der ÖH an der Universität Wien (GRAS, VSStÖ und KSV-Lili) getragene defizitäre Café Rosa entwickelte aufgrund seiner großen finanziellen Probleme und Untreue-Vorwürfe große mediale Aufmerksamkeit und führte bei der darauf folgenden Wahl im Jahr 2013 zu deutlichen Verlusten der GRAS auf Bundesebene.[3] Die Partei erreichte deshalb im Jahr 2013 zwei Mandate weniger und hält seitdem 12 Mandate in der Bundesvertretung der ÖH. Bei den ÖH-Wahlen 2015 erzielte die GRAS mit 20,06 % über 4 % mehr Stimmen als 2013, die Zahl der Mandate blieb bei 12, die Gesamtzahl der Mandate verringerte sich aber von 100 auf 55 was für die GRAS somit einen Zuwachs an etwa 10 % an Mandatsstärke bedeutete.

Im Oktober 2016 gründete sich in der Steiermark und in Oberösterreich zusätzlich die Studentenorganisation Grüne Studierende.[4] Einer der Sprecher der Grünen Studierenden, Johannes Steiner, äußerte sich zur GRAS, sie „halte am Konsensprinzip fest“, wodurch Funktionäre nicht geheim gewählt würden, und handle seiner Meinung nach „antidemokratisch“.[5] Die sich im linken Spektrum verortende Gruppe warf der GRAS darüber hinaus Versagen und inhaltlichen Verfall vor.[6] Die GRAS hingegen wirft jenen Personen aus dem Umfeld der Jungen Grünen fehlenden Einblick in die Organisationsstruktur der GRAS, Hierarchiegläubigkeit und Anti-Feminismus vor. Im Übrigen handele es sich um ein Projekt narzisstisch veranlagter Einzelpersonen.[7]

Unterstützung bekamen die Grünen Studierenden von der Jugendorganisation, die GRAS hingegen von der Mutterpartei. Im Vorfeld der ÖH-Wahlen im Mai 2017 eskalierte der Streit, da im Raum stand, dass zumindest an den Universitäten in Linz und in Graz zwei konkurrierende grüne Listen antreten könnten. Schließlich trennten sich die österreichischen Grünen am 30. März 2017 von ihrer bisherigen Jugendorganisation.[8][9]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GRAS verstehen sich als basisdemokratische, antidiskriminierende, ökologisch-nachhaltige, antikapitalistische, antifaschistische und (queer*)feministische Fraktion.[10] Weitere Grundsätze sind solidarisch, antirassistisch, selbstbestimmt und systemkritisch. Die GRAS sind keine Teilorganisation der Grünen Partei, verstehen sich aber als Teil der grünalternativen Bewegung und werden von den Grünen zeitweilig auch finanziell unterstützt.[1]

GRAS-Gruppen an den Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 kandidierten die Grünen & Alternativen Student_innen (GRAS) an folgenden Hochschulen:

Fraktionsbezeichnungen nach Hochschule
Universität Wien Grüne & Alternative Student_innen Uni Wien
Technische Universität Wien GRAS TU Wien
Wirtschaftsuniversität Wien GRAS WU Wien
Universität für Bodenkultur Wien bagru*gras*boku
Universität Graz GRAS Graz
Technische Universität Graz Basisliste Alternativer TechnikerInnen (BLATT)
Medizinische Universität Graz GRAS-Med Graz
Kunstuniversität Graz GRAS Kunst Graz
Universität Salzburg GRAS Salzburg
Fachhochschule Salzburg GRAS FH Salzburg
Universität Mozarteum GRAS Mozarteum
Universität Innsbruck GRAS Innsbruck
Medizinische Universität Innsbruck Plattform engagierter Studierender mit Optimismus*Grüne & Alternative Student_innen (PESTO*GRAS)
Johannes-Kepler-Universität Linz GRAS Linz
Universität Klagenfurt Grüne & Alternative Studierende Kärnten/Koroška

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bericht (PDF; 135 kB) des Rechnungshofs von 2000
  2. ÖH Wahl 2015: ÖH Bundesvertretung, ÖH Bundesvertretung, abgerufen am 27. Mai 2015.
  3. GRAS wird für Café Rosa abgestraft. diePresse.com, 17. Mai 2013, abgerufen am 6. April 2015.
  4. Grüne Studierende haben sich gespalten. In: DiePresse.com. (diepresse.com [abgerufen am 1. November 2016]).
  5. WZ Online, APA: "Grüne Studierende" spalten sich von GRAS ab. In: Uni aktuell. (wienerzeitung.at [abgerufen am 1. November 2016]).
  6. Grüne Linksgruppe spaltet sich von ÖH-Fraktion Gras ab. Der Standard, 11. Oktober 2016, abgerufen am 31. März 2017.
  7. Statement der GRAS zum “Projekt” Grüne Studierende : GRAS. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  8. Lisa Kogelnik ÖH-Wahl: Was hinter dem grünen Konflikt steckt. Der Standard, 23. März 2017, abgerufen am 31. März 2017.
  9. Katharina Mittelstaedt: Grüne trennen sich von Jungen Grünen. Der Standard, 30. März 2017, abgerufen am 31. März 2017.
  10. Grundsätze der Gras, auf gras.at, abgerufen am 25. April 2015