Grünlilie

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Grünlilie
Chlorophytum comosum

Chlorophytum comosum

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)
Gattung: Chlorophytum
Art: Grünlilie
Wissenschaftlicher Name
Chlorophytum comosum
(Thunb.) Jacques

Chlorophytum comosum ist eine Pflanzenart in der Familie der Spargelgewächse (Asperagaceae). Sie ist in Afrika beheimatet und ist im deutschen Sprachraum vor allem als Grünlilie bekannt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) wächst als horstbildende, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 cm. Die fleischigen, sukkulenten Wurzeln sind bis zu 1 cm dick und an beiden Enden verjüngt.[2] Die in Rosetten stehenden Laubblätter sind 20 bis 45 cm lang und 6 bis 25 mm breit.[3] Die Laubblätter sind bei der Wildform grün und können, je nach Kultursorte, vollständig grün sein oder grün-weiße bis grün-gelbe Streifen aufweisen.

Die ausgebreiteten bis liegenden und später hängenden, verzweigten Blütenstände werden bis zu 1 m lang. An ihren Enden befindet sich ein Ableger, der durch sein Gewicht den Blütenstand nach unten biegt und dann bewurzelt.[4] Die Blüten wachsen in achsenständigen Bündeln von bis zu sechs Einzelblüten, von denen sich die meisten nicht vollständig entwickeln. Oft sind sie durch vegetative Ableger ersetzt. Die unteren Tragblätter sind bei einer Länge von 5 bis 8 cm pfriemförmig und die oberen sind eiförmig-zugespitzt. Die aufsteigenden Blütenstiele sind 4 bis 8 mm lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs freien Blütenhüllblätter sind grün oder weiß, 6 bis 9 mm lang und dreinervig. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern mit 3 bis 5 mm langen Staubfäden und etwa 3,5 mm langen Staubbeuteln vorhanden. Der Griffel ist 3 bis 8 mm lang.[3][2]

Die 10 bis 12 mm lang gestielte Kapselfrucht besitzt eine Länge von 4 bis 10 mm. In Kultur eher selten, platzen die kleinen Kapselfrüchte auf und geben meistens drei schwarze, etwa 2,5 mm große Samen frei.[3]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[5]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung als Anthericum comosum durch Carl Peter Thunberg wurde 1794 veröffentlicht.[6] Henri Antoine Jacques stellte die Art 1862 in die Gattung Chlorophytum.[7]

Verbreitung und Habitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grünlilie kommt sowohl im Osten Afrikas vor, von Äthiopien bis Südafrika (Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Uganda, Malawia, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika), als auch im Westen (Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea).[8] In Australien und in den südöstlichen USA ist sie verwildert.[9] In Südafrika wächst sie im Unterholz von bewaldeten Flusstälern, Gebüsch und bergigen Regionen.[2] Am Kilimandscharo kommt sie bis zu einer Höhe von fast 2500 m vor.[10]

Verwendung als Zierpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen ihrer Anspruchslosigkeit sind die Sorten von Chlorophytum comosum oft als Zimmerpflanze zu finden, besonders in Büros und Foyers.[11] Die gärtnerische Vermehrung erfolgt vorzugsweise über die Ableger (Kindel), da dies einfacher und ergiebiger ist. Die jungen Pflanzen bewurzeln sehr leicht, sie bilden meist schon in der Luft die ersten Wurzeln.

Die Grünlilie besitzt die Fähigkeit, die Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen zu senken und wurde daher in einer wissenschaftlichen Studie zur Luftverbesserung in Niedrigenergiehäusern vorgeschlagen.[12] Daneben reinigt sie die Luft von Xylolen und Toluol.[13][14]

Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chlorophytum comosum ‘Bonnie’: kam 1999 auf den Markt, wie 'Vittatum', allerdings mit stark gebogenen und gekräuselten Blättern[15]
  • Chlorophytum comosum ‘Ocean’: kam 2002 auf den Markt, ähnelt 'Variegatum', hat jedoch breitere Blätter
  • Chlorophytum comosum ‘Variegatum’: weiße Blattränder, grüne Blütenstandsschäfte[15]
  • Chlorophytum comosum ‘Vittatum’: ein breiter weißer Streifen entlang der Blattader, gelbliche Blütenstandsschäfte[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Murray W. Nabors, Renate Scheibe: Botanik. Pearson, München 2007, ISBN 9783827372314, S. 264. (Google Books)
  2. a b c Chlorophytum comosum | Plantz Africa. Abgerufen am 3. November 2018.
  3. a b c Eintrag in der New South Wales Flora Online.
  4. A. Amelia Obermeyer: A Revision of the South African Species of Anthericum, Chlorophytum and Trachyandra. In: Bothalia. Band 7, Nr. 4, 20. November 1962, S. 698–700 (abcjournal.org).
  5. Tropicos
  6. Carl Peter Thunberg: Prodromus Plantarum Capensium, quas in Promontorio Bonae Spei Africes, annis 1772-1775. Band 1, S. 63, 1794 (online).
  7. In: Journal de la Société Impériale et Centrale d’Horticulture. Band 8, S. 345, 1862 (online).
  8. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Chlorophytum Comosum - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 3. November 2018.
  9. Weeds of Australia - Biosecurity Queensland Edition Fact Sheet - Chlorophytum Comosum. Abgerufen am 16. November 2018.
  10. Charlotte S. Bjora, Andreas Hemp, Gry Hoell, Inger Nordal: A taxonomic and ecological analysis of two forest Chlorophytum taxa (Anthericaceae) on Mount Kilimanjaro, Tanzania. In: Plant Systematics and Evolution. Band 274, Nr. 3, September 2008, S. 250–251 (researchgate.net).
  11. Sandy Baker: The Complete Guide to Keeping Your Houseplants Alive and Thriving: Everything You Need to Know Explained Simply. Atlantic Publishing Company, Ocala 2011, ISBN 9781601383495, S. 75.
  12. B. C. Wolverton, Rebecca C. McDonald, Jr. E. A. Watkins: Foliage Plants for Removing Indoor Air Pollutants from Energy-Efficient Homes. In: Economic Botany. Band 38, Nr. 2, 1984, S. 224–228, JSTOR:4254614 (PDF).
  13. Wolverton, B. C. (1996) How to Grow Fresh Air. New York: Penguin Books.
  14. Wolverton, B. C. and J. D. Wolverton. (1993). Plants and soil microorganisms: removal of formaldehyde, xylene, and ammonia from the indoor environment. Journal of the Mississippi Academy of Sciences 38(2), 11-15.
  15. a b c Chlorophytum comosum (Spider Plant). Abgerufen am 2. November 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grünlilie (Chlorophytum comosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien