Grajewo

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Grajewo
Wappen von Grajewo
Grajewo (Polen)
Grajewo
Grajewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Grajewo
Fläche: 18,93 km²
Geographische Lage: 53° 39′ N, 22° 27′ O53.6522.45Koordinaten: 53° 39′ 0″ N, 22° 27′ 0″ O
Einwohner: 22.176
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 19-200 bis 19-203
Telefonvorwahl: (+48) 86
Kfz-Kennzeichen: BGR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 61: WarschauAugustów
DK 65: EłkBiałystok
Schienenweg: Białystok–Ełk
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 18,93 km²
Einwohner: 22.176
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1171 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2004011
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Adam Kiełczewski
Adresse: ul. Strażacka 6
19-200 Grajewo
Webpräsenz: www.grajewo.pl



Grajewo (litauisch Grajevas; weißrussisch Гра́ева) ist eine polnische Landkreisstadt in der Woiwodschaft Podlachien am Fluss Ełk.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Grajewo gab es bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1426. Durch König Sigismund I. erhielt Grajewo 1540 das Stadtrecht.

Um 1800 hatte die Stadt 23 Häuser und 218 Einwohner. 1815 wurde sie Teil des russischen Kongresspolens. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Handwerk und Handel. Da die Bevölkerung am Januaraufstand gegen Russland teilgenommen hatte, verlor Grajewo 1870 das Stadtrecht. Mit der Anbindung an das Schienennetz zwischen dem zu Ostpreußen gehörenden Lyck und dem zu Russland gehörenden Białystok wurde die Entwicklung des nunmehrigen Ortes beschleunigt.

Seit dem späten 18. Jahrhundert bestand in Grajewo eine jüdische Gemeinde; später bildeten Juden zeitweilig die Bevölkerungsmehrheit. 1808 lebten mit 39 % der Gesamtbevölkerung 197 Juden in der Stadt, 1827 bildeten sie mit 57 % die Mehrheit, 1857 war ihr Anteil auf 76 % gestiegen, 1897 lebten dort mehr als 4.000. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der jüdische Bevölkerungsanteil stark zurück, 1921 waren es noch 2.834 oder 39 % der Gesamtbevölkerung.[2]

Während des Ersten Weltkrieges wurde der Ort zu großen Teilen zerstört. Nach dem Krieg kam er an die Zweite Polnische Republik und erhielt am 4. Juli 1919 wieder das Stadtrecht. Zwischen den Weltkriegen wurde Grajewo Sitz eines Landratsamtes und zählte etwa 9.500 Einwohner. 1933 kam es zu antijüdischen Ausschreitungen.

In der Nacht vom 6. zum 7. September 1939 wurde die Stadt von den Wehrmacht besetzt, am 21. September wurde sie der Sowjetunion übergeben. Diese verlor die Stadt im Juni 1941 an das Dritte Reich. Im August 1941 wurde ein Ghetto errichtet, in das 1.600 bis 2.000 Juden gesperrt wurden, von wo sie im Dezember 1942 und Januar 1943 größtenteils in die Vernichtungslager Treblinka und Auschwitz deportiert wurden.[2] Am 23. Januar 1945 marschierte die Rote Armee ein. Der Zweite Weltkrieg hatte in Grajewo rund 5.000 Menschenleben gefordert, der Ort wurde zu etwa 30 % zerstört.

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde Grajewo gehören folgende 49 Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Białaszewo
Białaszewo-Kolonia
Białogrądy
Boczki-Świdrowo
Brzozowa
Brzozowa Wólka
Chojnówek
Ciemnoszyje
Cyprki
Danówek
Dybła
Flesze
Gackie
Godlewo
Grozimy
Kacprowo
Kapice
Konopki
Konopki-Kolonie
Koszarówka
Koty-Rybno
Kurejewka
Kurejwa
Kurki
Lipińskie
Łamane Grądy
Łękowo
Łojki
Łosewo
Mareckie
Mierucie
Modzele
Okół
Pieniążki
Popowo
Przechody
Ruda
Sienickie
Sikora
Sojczyn Borowy
Sojczyn Grądowy
Sojczynek
Szymany
Szymany-Kolonie
Toczyłowo
Uścianki
Wierzbowo
Wojewodzin
Zaborowo


Orte der Gemeinde ohne Schulzenamt sind Białaszewo Leśniczówka, Kolonia Białogrądy, Elżbiecin, Kolonie Sojczyn Borowy, Podlasek und Wojewodzin Osada.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grajewo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 25. Dezember 2014.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGrajewo. In: Encyclopaedia Judaica, Band 8. Macmillan Reference USA, Detroit, 2007, S. 30, abgerufen am 4. November 2011 (englisch).