Graswarder

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Koordinaten: 54° 22′ 45″ N, 11° 0′ 30″ O

Karte: Schleswig-Holstein
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Graswarder
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Schleswig-Holstein
Halbinsel Graswarder
Graswarder von Süden, dahinter die Fehmarnsundbrücke
Historische Bebauung am Strand
NABU-Aussichtsturm wurde von Meinhard von Gerkan entworfen, der in der Nähe sein Haus hat

Der Graswarder bildet zusammen mit dem westlich davor gelegenen Steinwarder eine langgestreckte Halbinsel mit einem 230 Hektar großen Naturschutzgebiet an der Küste von Heiligenhafen im Landkreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Die Nehrungshalbinsel mit ihren Sekundärhaken und Lagunen wächst ständig weiter.

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war der Graswarder eine Insel. 1954 wurde eine Verbindung mit der damaligen Halbinsel Steinwarder hergestellt. Die Wasserfläche zwischen Stein- und Graswarder und dem Festland bildet seitdem den Heiligenhafener Binnensee, der trotz seines Namens bis heute eine Verbindung mit der Ostsee aufweist. Das Nehrungssystem des Stein- und Graswarders bildet sich bis heute ständig in östlicher Richtung fort.

Seit einigen Jahren ist ein Abtragen des Sandes am bebauten Nordstrand von Graswarder zu beobachten, das den dort ansässigen Gebäudeeigentümern Sorge bereitet. Zentrale Maßnahmen zum Küstenschutz sind jedoch seitens der öffentlichen Hand, trotz bestehendem Denkmalschutz der Bebauung, nicht vorgesehen.[1]

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Graswarder wurde 1968 auf Antrag des NABU ausgewiesen und 1987 durch Überarbeitung der Schutzgebietsverordnung erweitert. Es umfasst den von Westen nach Osten wandernden Nehrunghaken auf einer Länge von ca. 2,5 Kilometern sowie die unmittelbar angrenzenden Watt- und Wasserflächen der Ostsee bis zu einer Breite von 300 Metern. Es hat eine Gesamtfläche von 230 Hektar, davon etwa 100 Hektar reine Landfläche. Zum Naturschutzgebiet gehören natürliche Strandwall- und Salzwiesenbiotope.

Im Naturschutzgebiet brüten zahlreiche Vogelarten, wie beispielsweise Graugänse (Anser anser), Brandgänse (Tadorna tadorna), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta), und Austernfischer (Haematopus ostralegus). Des Weiteren gibt es viele Strand- und Salzpflanzen, wie etwa Stranddistel (Eryngium maritimum) und Echter Meerkohl (Crambe maritima). Am Rande des Schutzgebietes befindet sich ein Informationszentrum des NABU Schleswig-Holstein. Im Rahmen von Führungen ist auch der nahegelegene Beobachtungsturm zur Nutzung freigegeben.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1900 bauten sich einige vermögende Mitglieder der Deutschen Badegesellschaft Strandvillen auf dem Graswarder. Zur Erschließung wurde die Insel vom Hafen aus mit einem Holzsteg verbunden, der bis zum Jahr 1954 die einzige feste Verbindung zum Graswarder blieb. Um die Häuser mit Trinkwasser zu versorgen, wurde ein Wasserturm errichtet, der von der Stadt an Sommertagen befüllt wurde. Mit der Anbindung von Gras- und Steinwarder an das Festland wurde der Turm durch eine Wasserleitung ersetzt.

Zwischen 1973 und 1978 errichtete der NABU in drei Bauphasen ein Naturschutzzentrum auf dem Graswarder. In den 1990er Jahren wurde dieses um einen 14 Meter hohen Aussichtsturm ergänzt, der im Rahmen von Führungen zugänglich ist.

Viele der zum Teil reetgedeckten Fachwerk- und Holzhäuser stehen unter Denkmalschutz.[1] Nach ein paar Flecken auf Sylt gilt der Graswarder heute als das teuerste aber auch infrastrukturschwächste Wohngebiet Schleswig-Holsteins.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Storm erwähnte die damalige Insel als Insel Warder in seiner Novelle Hans und Heinz Kirch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred und Dorothea Diehl: Naturschutzgebiete an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. In: Berichte des Vereins "Natur und Heimat" und des Naturhistorischen Museums zu Lübeck. Heft 19/20, Lübeck 1986.
  • Norbert Fischer, Sonja Jüde, Stefanie Helbig, Gabriele Rieck (Hrsg.): Der Graswarder - Küstenlandschaft der Ostsee. DOBU-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 3-934632-42-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Graswarder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verschlingt die Ostsee Graswarder?, Lübecker Nachrichten, aufgerufen am 19. Juli 2015