Aalbeek-Niederung

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Aalbeek-Niederung
Aalbeek-Niederung.JPG
Lage Südlich von Timmendorfer Strand, Kreis Ostholstein, Schleswig-Holstein
Fläche 349 ha
Kennung 118
WDPA-ID 162036
Geographische Lage 53° 59′ N, 10° 48′ OKoordinaten: 53° 58′ 47″ N, 10° 48′ 0″ O
Aalbeek-Niederung (Schleswig-Holstein)
Aalbeek-Niederung
Einrichtungsdatum 1985
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Die Aalbeek-Niederung ist ein Naturschutzgebiet in den schleswig-holsteinischen Gemeinden Timmendorfer Strand und Ratekau im Kreis Ostholstein.

Das rund 349 Hektar große Naturschutzgebiet ist unter der Nummer 118 in das Verzeichnis der Naturschutzgebiete des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung eingetragen. Es wurde Anfang 1985 ausgewiesen (Datum der Verordnung: 31. Dezember 1984).[1] Das Naturschutzgebiet ist gleichzeitig als FFH-Gebiet und EU-Vogelschutzgebiet „NSG Aalbeek-Niederung“ ausgewiesen.[2] Der Schutzstatus als Vogelschutzgebiet besteht seit März 1992, der als FFH-Gebiet seit Januar 2010.[3] Im Süden und Osten grenzt es an das Landschaftsschutzgebiet „Hemmelsdorfer See und Umgebung“. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Kreis Ostholstein.

Das Naturschutzgebiet liegt südlich von Timmendorfer Strand. Es stellt den Niederungsbereich zwischen Timmendorfer Strand und dem Hemmelsdorfer See unter Schutz. Die Niederung ist durch die Verlandung des Hemmelsdorfer Sees entstanden, bei dem es sich um eine nacheiszeitlichen Förde der Ostsee handelte.[4] Sie wird von mehreren Fließgewässern durchflossen, darunter auch Aalbeek und Twerbek im Osten des Naturschutzgebietes, die den Hemmelsdorfer See zur Ostsee entwässern.

Das Naturschutzgebiet wird von extensiv genutztem Grünland geprägt. Das Grünland ist durch Hecken und Baumreihen, teilweise mit Kopfweiden, gegliedert. Daneben sind Gehölzinseln mit kleinflächigen Eichen-Hainbuchenwäldern zu finden. Entlang des Ufers des Hemmelsdorfer Sees sowie entlang von Aalbeek und Twerbek stocken Erlen- und Eschenbruchwälder, entlang der beiden Fließgewässer teilweise mit Auwald­charakter. Der nordöstliche Bereich des Hemmelsdorfer Sees ist Bestandteil des Naturschutzgebietes.

Die Niederung liegt nur wenig über NN und ist durch die nahe Ostsee und den Hemmelsdorfer See sehr feucht. Bei Ostseehochwasser und wenn über einen längeren Zeitraum bei erhöhtem Ostseewasserstand das Wasser des Hemmelsdorfer Sees nicht abfließen kann, wird das Gebiet großflächig überflutet.[4] Die Grünländer haben eine große Bedeutung als Lebensraum für verschiedene Wiesenvögel. Daneben hat es zusammen mit den Wasserflächen des Hemmelsdorfer Sees eine Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten.

Am Ufer des Hemmelsdorfer Sees erstreckt sich ein bis zu 50 Meter breiter Röhricht­streifen aus Schilfrohr und Schmalblättrigem Rohrkolben, an den sich landeinwärts ein schmaler Bruchwaldstreifen überwiegend aus Schwarzerle und verschiedenen Weidenarten anschließt. Teilweise stocken auch Moorbirke, Faulbaum und Schwarze Johannisbeere. Auf den Grünlandflächen siedeln Groß- und Kleinseggen u. a. mit Walzen- und Rispensegge, Schwertlilie, Sumpfdotterblume, Scharfer Hahnenfuß, Gelbe Wiesenraute, Bittersüßer Nachtschatten, Bitteres Schaumkraut, Gilbweiderich, Blutweiderich, Großer Sauerampfer, Sumpffarn und viele Orchideen, darunter Breitblättriges und Fleischfarbenes Knabenkraut.

Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum einer vielfältigen Insektenflora. Eintags- und Steinfliegen sowie verschiedene Mückenarten wie Zuck- und Bachmücken sind häufig. Auch für Libellen und verschiedene Schmetterlinge ist das Gebiet ein wichtiger Lebensraum.

Die Schilfbereiche sind Lebensraum u. a. von Rohrweihe, Rohrdommel, Drossel- und Schilfrohrsänger sowie Rohrschwirl. Weiterhin sind im Naturschutzgebiet Eisvogel, Neuntöter, Pirol, Schlagschwirl, Karmingimpel, Bartmeise, Beutelmeise sowie Knäkente heimisch. Der Seeadler nutzt das Gebiet als Nahrungshabitat. Die Wasserflächen des Hemmelsdorfer Sees sind während des Vogelzuges Rastgebiet für Graugans, Haubentaucher, Schnatter-, Löffel-, Tafel-, Reiher- und Bergente.[5]

Durch das Naturschutzgebiet verlaufen mehrere Wanderwege. In der Nähe des Nordufers des Hemmelsdorfer Sees befindet sich ein Aussichtsturm, von dem aus das Naturschutzgebiet, der Hemmelsdorfer See und Teile der Lübecker Bucht überblickt werden können.[6] Das Naturschutzgebiet grenzt im Norden an die Bundesstraße 76. Ansonsten ist es überwiegend von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben. Im Nordosten grenzt es an den Vogelpark Niendorf, im Südosten an einen Golfplatz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Diehl, Dorothea Diehl: Naturschutzgebiete an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins (= Berichte des Vereins „Natur und Heimat“ und des Naturhistorischen Museums zu Lübeck. Heft 19/20, ISSN 0067-5806). Verein „Natur und Heimat“ u. a., Lübeck 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aalbeek-Niederung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Aalbeek-Niederung, Faltblatt des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (PDF-Datei, 244 kB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Aalbeek-Niederung“ vom 31. Dezember 1984, Landesvorschriften und Landesrechtsprechung, Landesregierung Schleswig-Holstein. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  2. NSG Aalbeek-Niederung. Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 20. Februar 2018.
  3. Detailinformationen für Gebiet 2030-303, Details Schutzgebiete, Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  4. a b NSG Aalbek-Niederung, Gebietssteckbrief (PDF-Datei, 15,5 kB). Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  5. B-Plan 64 Vogelpark Niendorf, Timmendorfer Strand – Anlage 3: Verträglichkeitsstudie für das Natura 2000-Gebiet 2030-303 „NSG Aalbeek-Niederung“, Landschaftsarchitekturbüro Schlie, 16. Juni 2017 (PDF-Datei, 462 kB). Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  6. Hermann-Löns-Blick, Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH. Abgerufen am 23. Oktober 2017.