Gurit Holding

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Gurit Holding AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0008012236
Gründung 1835
Sitz Wattwil, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Rudolf Hadorn
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Peter Leupp
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 2800[1]
Umsatz 425,3 Mio. CHF (2018)[1]
Branche Chemische Industrie
Website www.gurit.de
Stand: 31. Dezember 2018

Die Gurit Holding AG (bis April 2006 Gurit-Heberlein AG) mit Sitz in Wattwil ist ein auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungskunststoffen spezialisierter, international tätiger Schweizer Industriekonzern. Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit über 2.800 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 425,3 Millionen Schweizer Franken.[1] Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert; Kursinformationen sind unter dem Kürzel GUR auf den elektronischen Kursinformationsdiensten abrufbar.

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gurit entwickelt und stellt als Zulieferer Hochleistungskunststoffe her, insbesondere für die Windenergie-Industrie, für Anwendungen im Transportwesen (Flugzeugbau-, Eisenbahn- und Automobil-Industrie), für die Bootsbau-Industrie sowie im Bereich Formenbau (Tooling) und Kitting.

Das Materialsortiment besteht neben faserverstärkten Kunststoffen (Prepregs) aus Kernmaterialien wie Strukturschaumstoffen und Balsaholz, Gelcoats, Klebstoffen, Harzen, Verbrauchsmaterialien und gewissen Bauteilen. Das Produktangebot wird besonders im Marktbereich Marine (Bootsbau) durch umfassende Engineeringleistungen ergänzt. Seit 2010 ist Gurit zudem ein führender Anbieter von Bauformen für die Herstellung von Rotorblättern für Windkraftanlagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1835 von Georg Philipp Heberlein als Garnfärberei gegründet. Die zweite Besitzergeneration, unter der die Entwicklung vom gewerblichen zum industriellen Betrieb erfolgte, führte künstliche Farbstoffe, die dritte die Garnmercerisation (1897), die Stückfärberei und die Druckerei (1916) ein.

1927 kaufte die, mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelte und über 1.200 Mitarbeiter zählende Heberlein die Neue Schweizer Kattundruckerei in Richterswil und legte deren Betrieb 1929 still. An ihrer Stelle errichtete Heberlein die Gummiwerke Richterswil (Gurit).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Heberlein mit der Texturierung von Chemiefasern (Helanca). Das Verfahren wurde weltweit lizenziert und eine eigene Maschinenfabrik gebaut.

Ende der 1960er Jahre diversifizierte das Unternehmen Richtung Chemie und Kunststoffe und übernahm 1967 die auf Dentalprodukte spezialisierte Firma Coltène in Altstätten, 1969 die Textilgruppe Arova mit Sitz in Flurlingen sowie 1973 den Folienhersteller Worbla AG in Ittigen.

In der Zwischenzeit gründete Gurit zusammen mit dem US-amerikanischen Chemiekonzern Essex Chemical 1968 das Gemeinschaftsunternehmen Gurit-Essex welche sich in der Folge auf die Herstellung von Klebstoffen für den Automobilbau spezialisierte. In den 1970er Jahren stieg das Unternehmen aus dem zusammengebrochenen Texturiermarkt aus.

Mit der Ausgliederung der Heberlein Textil 1999, die 2001 ganz geschlossen wurde, beendete Gurit seinen Wandel vom Textil- zum Chemie- und Kunststoffkonzern. Danach folgten verschiedene Anpassungen an der neu eingeschlagenen Ausrichtung. So verkaufte Gurit im Jahr 2000 ihren 50-prozentigen Anteil an Gurit-Essex an die Dow Chemical, welche in der Zwischenzeit Mehrheitsaktionär der Essex Chemical wurde.

2006 wurde der Gurit-Heberlein Konzern in die beiden Unternehmen Gurit (Hochleistungsverbundwerkstoffe) und Medisize (Medizinal- und Dentalgeschäft) aufgespalten.

Das Portefeuille der industriellen Tätigkeiten von Gurit umfasst 2019 nur noch klar auf Hochleistungsverbundwerkstoffe und -technologien ausgerichtete Aktivitäten. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstätten in China, Dänemark, Deutschland, Grossbritannien, Kanada, Schweiz, Spanien, Ungarn, USA und der Türkei und ist mit Engineeringabteilungen und Verkaufsbüros zudem in den USA, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur und Italien vertreten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2018. Abgerufen am 27. März 2019 (englisch).