Guy Hamilton

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Guy Hamilton (* 16. September 1922 in Paris, Frankreich) ist ein britischer Regisseur, der vor allem durch seine Bond-Filme Goldfinger, Diamantenfieber, Leben und sterben lassen und Der Mann mit dem goldenen Colt bekannt ist. Er drehte außerdem den Agentenfilm Finale in Berlin (1966) und drei Jahre später Luftschlacht um England für den Bond-Co-Produzenten Harry Saltzman. Guy Hamilton zeichnete von 1952 bis 1989 für insgesamt 22 Filme verantwortlich.

Leben[Bearbeiten]

Guy Hamilton wurde als Sohn englischer Eltern in Paris geboren und ging zunächst auf das Haileybury College in Frankreich, mit dem er erfolgreich abschloss. Mit 16 Jahren begann er dann eine Lehre bei den „La Victorine“-Filmstudios in Nizza, die er bis zu seinem Einzug durch die britische Marine im Zweiten Weltkrieg ausübte.

Nach seiner Zeit im Wehrdienst wurde Hamilton Regie-Assistent unter einer Reihe von namhaften Regisseuren, darunter Julien Duvivier für Anna Karenina (1948), Carol Reed für Kleines Herz in Not (1948), Der Dritte Mann (1949) und Der Verdammte der Inseln (1952) und John Huston für African Queen (1951). Ein Jahr später stieg er selbst zum Regisseur auf und drehte seinen ersten Film Der Würger kommt um Mitternacht. Nach einem kurzen Intermezzo als Schauspieler in Jack Webb's Großrazzia (1954) zeigte er mit Manuela (1957) und Hochverrat mit Hindernissen (1961) kompetentes Filmhandwerk und versuchte sich währenddessen erneut als Co-Drehbuchschreiber, nachdem er 1955 mit The Colditz Story erstmals Erfahrungen in diesem Metier gesammelt hatte. Für Manuela war Hamilton 1957 für den Goldenen Bären nominiert.

Ab Mitte der Sechziger führte Hamilton Regie bei mehreren Spionage-Filmen des Produzenten Harry Saltzman, neben Finale in Berlin (1966) waren dies vier James-Bond-Filme. Hamiltons Arbeit für die Serie begann mit dem äußerst erfolgreichen Bond-Klassiker Goldfinger (1964) und setzte sich mit Sean Connerys letztem (offiziellen) Auftritt als 007 in Diamantenfieber (1971) fort. 1973 und 1974 führte er dann den neuen Bond-Darsteller Moore in seine Rolle ein, der gerade seinen ersten Gehversuche als Bond in Leben und sterben lassen und Der Mann mit dem goldenen Colt machte.

1975 wurde er mit dem Evening Standard British Film Award für den James Bond-Film Leben und sterben lassen ausgezeichnet.

Eigentlich sollte Hamilton nach seinem Engagement für Bond die Regie bei Superman (1978) übernehmen, aber aus steuerrechtlichen Gründen durfte er sich nur für 30 Tage in England aufhalten, wo die Produktion im letzten Augenblick hin verlegt wurde. Daraufhin wurde die Regie von Richard Donner übernommen.

So ging Hamilton zwei Agatha-Christie-Adaptionen an, zum einen Mord im Spiegel (1980), angelegt in der heutigen Zeit und mit Angela Lansbury in der Rolle der Miss Marple, und zum anderen der Hercule-Poirot-Krimi Das Böse unter der Sonne (1982).

Hamilton kehrte 1985 mit der auf der Romanserie The Destroyer basierenden Verfilmung Remo – unbewaffnet und gefährlich zum Action-Genre zurück, in dem Fred Ward die Hauptrolle spielt. Zum ersten Mal in fast drei Jahrzehnten schrieb er dann wieder an einem Drehbuch mit, er arbeitete damals für seine Komödie Trau keinem Schurken (1989).

Filmografie[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

Regie-Assistent[Bearbeiten]

  • 1947: 3312 – Auf der Flucht (They Made Me a Fugitive)
  • 1947: Tödliches Geheimnis (Mine Own Executioner)
  • 1948: Anna Karenina
  • 1948: Kleines Herz in Not (The Fallen Idol)
  • 1949: Britannia Mews
  • 1949: Der dritte Mann (The Third Man )
  • 1950: Engel mit der Posaune (The Angel with the Trumpet)
  • 1950: Staatsgeheimnis (State Secret)
  • 1951: African Queen
  • 1952: Der Verdammte der Inseln (Outcast of the Islands)
  • 1952: An einem Montag wie jeder andere (Home at Seven)

Drehbuchautor[Bearbeiten]

  • 1955: The Colditz Story
  • 1957: Manuela
  • 1959: Hochverrat mit Hindernissen (A Touch of Larceny)

Schauspieler[Bearbeiten]

  • 1954: Großrazzia (Dragnet) … als Walker Scott

Weblinks[Bearbeiten]