Höhenmoos (Rohrdorf)

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Höhenmoos ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohrdorf im Landkreis Rosenheim, Regierungsbezirk Oberbayern und eine Gemarkung.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höhenmoos, von Norden aus gesehen
Dorfmitte von Höhenmoos (April 2020)

Die Gemeindeteile von Rohrdorf liegen im Chiemgauer Voralpenland südöstlich der Stadt Rosenheim, sämtlich östlich des Inns. Höhenmoos liegt auf einer Anhöhe 597 Meter über dem Meeresspiegel östlich des Dorfkerns von Rohrdorf, südlich des Simssees und nördlich des Rohrdorfer Gemeindeteils Achenmühle.

Auf der Gemarkung Höhenmoos liegender Rohrdorfer Ortsteil Achenmühle, von der auf derselben Gemarkung liegenden Wohnstätte Taffenreuth aus gesehen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Höhenmoos 788 in der Notitia Arnonis, einer Aufstellung aller Güter und Besitzungen der Kirche Salzburg auf herzoglich-bayerischem Gebiet anlässlich der Eingliederung Bayerns in das Frankenreich Karls des Großen. Darin genannt sind unter zahlreichen anderen Ortschaften auch die beiden Dörfer Rohrdorf und Lauterbach, die seinerzeit ebenfalls bereits Kirchdörfer waren. Die damaligen Ortsbezeichnungen lauteten: Huinmos, Rordorf beziehungsweise Lutrinpah. In dem lateinischen Text wird die Kirche von Höhenmoos als Huinmos ecclesia cum territorio beschrieben, sie befand sich also vor 788 im Besitz von Ländereien.[1][2]

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts führte die katholische Kirche die Pfarrei unter dem Namen Hechenmoß, und das Kirchspiel gehörte wie der gesamte katholische Kirchenkreis Rosenheim zur Salzburger Diözese.[3] Zwar lautete um die Mitte des 19. Jahrhunderts der offizielle Ortsname Höhenmoos,[4] doch bei der Kirche war für die Pfarrei die Bezeichnung Hechenmoosen weiterhin in Gebrauch.[5]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Höhenmoos mit ihrer 6,19 km² großen Gemarkung in die Gemeinde Rohrdorf eingegliedert.[6][7]

Gemeindeteile zum Zeitpunkt der Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung Höhenmoos befinden sich folgende Wohnplätze, die vor der Eingemeindung 1978 Gemeindeteile von Höhenmoos waren:[8]

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl bis zur Eingemeindung
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1817 105 in 18 Wohngebäuden,[9] gezählt 1817 im Dekanat Söllhuben[10]
1824 95 21 Familien, 18 Häuser[11], gezählt im Verwaltungsjahr 1823/24 des Isarkreises[12]
1840 309 [13]
1861 279 [13]
1871 308 am 1. Dezember 1871, in 59 Wohngebäuden, ausschließlich Katholiken[14]
1880 322 [13]
1900 367 [13]
1905 416 [13]
1910 414 am 1. Dezember[13][15]
1919 444 [13]
1925 487 [13]
1933 462 [16]
1939 516 [16], nach anderen Angaben 519 Einwohner[13]
1946 769 [13] Aufnahme von Vertriebenen
1950 782 [13]
1952 723 [13]
1978 808 am 1. Mai 1978, Zeitpunkt der Eingemeindung[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Höhenmoos aus führen Landstraßen nach Rosenheim (11 km), Lauterbach (3 km), Söllhuben (6 km) und Achenmühle (1 km). Höhenmoos hat eine Haltestelle der DB-Omnibuslinie 9493 RoßholzenTörwangLauterbach – Rosenheim und ist Endhaltestelle der DB-Omnibuslinie 9574 BrannenburgRaublingRohrdorf – Höhenmoos. Das Straßennetz ist über den Rohrdorfer Ortsteil Achenmühle an die Bundesautobahn 8 angeschlossen. Über die Autobahn ist München ca. 72 km entfernt, Salzburg 80 km.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Peter und Paul
Vom Kirchhügel aus hinter einem Waldstück am Horizont sichtbares Inntalpanorama mit dem Siedlungsgebiet um Rosenheim

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sebastian Dachauer: Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung (Fortsetzung). In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischer Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 4, München 1843, 9. Abschnitt: Beiträge zur Chronik des Pfarrbezirkes Rordorf, S. 244–270, insbesondere S. 250–251 (online).
  • Josef Dürnegger: Rohrdorf einst und jetzt. Ein Beitrag zur Geschichte dieser alten Pfarrei, 1913 (195 Seiten).
  • Hans Riedler: Rohrdorf/Obb. Eine Ortsgeschichte, 1980 (279 Seiten).
  • Hans Riedler: Rohrdorf/Obb. Eine Ortsgeschichte. Band 2, 1997 (471 Seiten).
  • Höhenmoos, Bezirksamt Rosenheim, Oberbayern, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter Landkarte der Umgebung von Höhenmoos).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Höhenmoos (Rohrdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arno von Salzburg: Indiculus Arnonis und Brevis notitiae Salzburgenses. Salzburg, ca. 790; nach bekannten und nach bisher unbenützten Handschriften neu herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Friedrich Keinz, München 1869, S. 22..
  2. Sebastian Dachauer: Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung. 9. Abschnitt: Beiträge zur Chronik des Pfarrbezirks Rordorf. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischen Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 4, München 1843, S. 250–251 (online).
  3. Chur Bayrisch Geistlicher Calender für das Jahr MDCCLIV, S. 273 (online).
  4. Georg Friedrich Kramer: Statistik des Regierungsbezirks von Oberbayern, Augsburg 1847, S. 354 (online).
  5. Georg Friedrich Kramer, loc. cit., S. 394 (online).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588.
  7. a b c Hans Riedler: Rohrdorf/Obb. Eine Ortsgeschichte, 1980, S. 263–264.
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 48 (Digitalisat).
  9. Martin von Deutinger: Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach der Ordnung der Decanate, München 1820, S. 486 (online),
  10. Deutinger, loc. cit., Vorerinnerung, S. VII
  11. Adolph von Schaden: Alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher im Isarkreise gelegenen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Einöden usw. (Als Anhang zu dem topographisch=statistischen Handbuche für den Isarkreis des Königreichs Baiern, Digitalisat), München 1825, S. 208 (online)
  12. Adolph von Schaden: Topographisch=Statistisches Handbuch für den Isarkreis des Königreichs Baiern, gedruckt und verlegt auf Kosten der Königl. Regierung des Isarkreises, München 1825 (online).
  13. a b c d e f g h i j k l Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 39, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 244, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Höhenmoos, Bezirksamt Rosenheim, Oberbayern, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter Landkarte der Umgebung von Höhenmoos).
  16. a b M. Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Rosenheim (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006)

Koordinaten: 47° 48′ N, 12° 13′ O