Haasenmühle

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Haasenmühle
Stadt Solingen
Koordinaten: 51° 7′ 56″ N, 7° 1′ 34″ O
Höhe: etwa 75 m
Postleitzahl: 42699
Vorwahl: 0212
Haasenmühle (Solingen)
Haasenmühle

Lage von Haasenmühle in Solingen

Haasenmühle
Haasenmühle

Haasenmühle ist eine Hofschaft im Süden der bergischen Großstadt Solingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haasenmühle befindet sich an der Mündung des Nacker Baches in die Wupper im Solinger Stadtteil Höhscheid. Die namensgebende Haasenmühle steht entlang der Leichlinger Straße kurz vor der südlich gelegenen Stadtgrenze zu Leichlingen, die zugehörige Hofschaft befindet sich in einem Talkessel nordöstlich der ehemaligen Mühle unmittelbar am Ufer des Nacker Baches. Nördlich am Nacker Bach befindet sich die Oelmühle, außerdem Schirpenbruch. Nordwestlich liegen Gillich, Holzhof und Eickenberg. Westlich befinden sich Birkendahl und Horn, auf der südlichen Wupperseite befinden sich die zu Leichlingen gehörenden Ortsteile Kradenpuhl und Nesselrath. Östlich auf Solinger Seite liegen Wippe, die Wipperaue und der Wipperkotten.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend für die Hofschaft ist die gleichnamige Wassermühle, die ihre Bezeichnung vermutlich einem Müller mit dem Familiennamen Hase oder Haase verdankt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haasenmühle selbst lässt sich bis in das Jahr 1711 zurückverfolgen,[1] die zugehörige Hofschaft hat mindestens bereits im 15. Jahrhundert bestanden.[2] Im Jahre 1715 ist der Ort in der Karte Topographia Ducatus Montani, Blatt Amt Solingen, von Erich Philipp Ploennies mit einer Hofstelle verzeichnet und als Hasenmühl benannt. Er gehörte zur Honschaft Höhscheid innerhalb des Amtes Solingen. Die Topographische Aufnahme der Rheinlande von 1824 verzeichnet den Ort als HaſenM., während die Preußische Uraufnahme von 1844 Mühle und Ort unbenannt verzeichnet. In der Topographischen Karte des Regierungsbezirks Düsseldorf von 1871 ist der Ort als Hasenmühl verzeichnet.[3]

Nach Gründung der Mairien und späteren Bürgermeistereien Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Haasenmühle zur Bürgermeisterei Höhscheid, dort in der Flur VII. (Höhe).

1815/16 lebten 19, im Jahr 1830 23 Menschen im als Häuser und Etablissement bezeichneten Hasenmühle.[4][5] 1832 war der Ort weiterhin Teil der Honschaft Höhscheid innerhalb der Bürgermeisterei Höhscheid.[4] Der nach der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf als Hofstadt kategorisierte Ort besaß zu dieser Zeit unter dem Namen in der Hasenmühl sechs Wohnhäuser, zwei Fabrikationsstätten bzw. Mühlen und sechs landwirtschaftliche Gebäude. Zu dieser Zeit lebten 36 Einwohner im Ort, davon sechs katholischen und 30 evangelischen Bekenntnisses.[4] Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt den Ort 1871 mit sechs Wohnhäusern und 45 Einwohnern auf.[6] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Hasenmühle acht Wohnhäuser mit 56 Einwohnern angegeben.[7] 1895 besitzt der Ortsteil neun Wohnhäuser mit 47 Einwohnern und gehörte kirchlich zum evangelischen Kirchspiel Rupelrath,[8] 1905 werden acht Wohnhäuser und 37 Einwohner angegeben.[9]

Mit der Städtevereinigung zu Groß-Solingen im Jahre 1929 wurde die Hofschaft Haasenmühle ein Ortsteil Solingens. Seit den Jahren 1984, 1988 bzw. 1994 stehen von den historischen Fachwerkhäusern im Ort die Gebäude Haasenmühle 4, 6, 8, 14 sowie das ehemalige Mühlgebäude Haasenmühle 1, 3 unter Denkmalschutz.[10]

Baubestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hofschaft gilt mit ihrem Ensemble aus kleineren Fachwerkbauten trotz jüngerer Veränderungen als anschauliches Beispiel für die typische Siedlungsform des Solinger Raumes. Die ein- und zweigeschossigen Bauten stammen aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert. Sie sind mit ihren inneren Freiflächen, der zugehörigen Mühle und der als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Umgebung von besonderer städtebaulicher und historischer Bedeutung für die Entwicklung Solingens.[2]

Ab 2014 wurde die Sanierung des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäudes Haasenmühle 8 darum mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.[2] Die Sanierung des zweigeschossigen Fachwerkhauses, das zu den ältesten im Ort zählt, wurde 2016 abgeschlossen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Solingen-Haasenmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hans Brangs: Erklärungen und Erläuterungen zu den Flur-, Orts-, Hof- und Straßennamen in der Stadt Solingen. Solingen 1936
  2. a b c Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Fachwerkwohnhaus Haasenmühle 8 in Solingen erhält DSD-Förderung. Abgerufen am 10. Mai 2017.
  3. Topographische Karte des Regierungsbezirks Düsseldorf. Entworfen und ausgeführt nach den Katastral-Aufnahmen und den denselben zum Grunde liegenden und sonstigen trigonometrischen Arbeiten durch den kgl. Regierungssekretär W. Werner. Hrsg. von dem kgl. Regierungssekretär F. W. Grube. 4. rev. Auflage / Verlag von A. Bagel in Wesel, 1859 / Ddf., 17. Dez. 1870. J. Emmerich, Landbaumeister. - Nach den ministeriellen Abänderungen berichtigt. Ddf. d. 1. Sept. 1871. Bruns.
  4. a b c Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  5. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  6. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  9. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  10. Denkmalliste Solingen. Stadt Solingen, 1. Juli 2015, abgerufen am 10. Mai 2017 (PDF, Größe: 129 kB).
  11. Modern wohnen im Fachwerkhaus. Solinger Tageblatt, abgerufen am 10. Mai 2017.