Hachelbich

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Hachelbich
Wappen von Hachelbich
Koordinaten: 51° 20′ 39″ N, 10° 57′ 53″ O
Höhe: 190 m ü. NN
Fläche: 23,68 km²
Einwohner: 597 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2012
Postleitzahl: 99706
Vorwahl: 03632
Karte
Lage des Ortsteils im Kyffhäuserland
Kirche St. Petrus in Hachelbich (2014)
Kirche St. Petrus in Hachelbich (2014)
Ortslage von Hachelbich

Hachelbich ist ein Ortsteil der Gemeinde Kyffhäuserland im thüringischen Kyffhäuserkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hachelbich liegt am Nordhang der Hainleite im Tal der Wipper.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das fruchtbare Wipper-Gebiet ist seit jeher eine siedlungsgünstige Gegend. Im Jahr 2010 wurden bei Ausgrabungen nördlich des Ortes Reste eines römischen Marschlagers aus dem 1. bis 3. Jahrhundert entdeckt. Die Funde wurden im Jahr 2014 publik.[1]

Hachelbich war seit 1356 im Besitz des Hauses Schwarzburg und wurde Teil des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen (Unterherrschaft). Nach Ende des Ersten Weltkriegs entstand Ende November 1919 der Freistaat Schwarzburg-Sondershausen, der 1920 im neuen Land Thüringen aufging.

Von 1938 bis 1945 existierte im Schacht IV eine Munitionsproduktionsanlage, die von der Roten Armee ausgeräumt wurde.

Am 31. Dezember 2012 schloss sich die Gemeinde Hachelbich mit weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kyffhäuser zur Gemeinde Kyffhäuserland zusammen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Hachelbich (31. Dezember):

  • 1994: 615
  • 1995: 604
  • 1996: 622
  • 1997: 628
  • 1998: 638
  • 1999: 641
  • 2000: 648
  • 2001: 642
  • 2002: 640
  • 2003: 635
  • 2004: 660
  • 2005: 656
  • 2006: 650
  • 2007: 645
  • 2008: 628
  • 2009: 613
  • 2010: 610
  • 2011: 597
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten und vorne geteilt; oben in Rot ein silbernes Kleeblattkreuz, hinten in Silber eine bewurzelte rote Buche, unten in Blau ein schrägrechter silberner Fisch.“

Besitz von Hachelbich gehörte auch zum Kloster Göllingen. Das Kloster wurde 992 gegründet. An die im Jahre 1193 errichtete Kapelle soll das silberne Kleeblattkreuz erinnern. Eine einzigartige Erscheinung der Hainleite ist die Blutbuche, die etwa um 1680 spontan erwuchs. Sie wird stilisiert im 2. Feld dargestellt. Der Fisch soll auf Hachelbichs natürliche Bedingungen für die Fischzucht und auf die Farbe des Wassers hinweisen. Durch Zugehörigkeit zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen erfolgten Fischlieferungen an den Fürstenhof.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Pfarrkirche St. Petrus liegt auf einer steilen Anhöhe. Der ein Walmdach tragende Ostturm der Chorturmkirche stammt vom romanischen Vorgängerbau. Über dem Turmportal im Inneren (Emporengeschoss) verwies eine Inschrift auf das Jahr 1193. Das Kirchenschiff wurde 1567 errichtet (Inschrift im Innenraum). Eine Renovierung erfolgte 1903. Der Rechteckbau mit steilem Satteldach enthält einen westlichen Dachreiter von 1735 und weist ein umlaufendes Sockel- und Traufgesims, einheitliche Spitzbogenfenster und profilierte Spitzbogenportale des 16. Jahrhunderts auf. An der Westmauer befindet sich eine spätgotische Vorhangbogennische. Im Saal mit flacher Tonne sind zweigeschossige, dreiseitige Emporen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der flach gedeckte Chor ist durch einen spitzbogigen Triumphbogen ausgeschieden. Die Kanzel ist von 1700.
  • In der Nähe Hachelbichs befinden sich die Naturschutzgebiete Filsberg – Großes Loh (Nr. 318, südwestlich), Gatterberge (Nr. 317, nördlich) und Kahler Berg – Kuhberg (Nr. 319, südöstlich).
  • Aus dem ehemaligen Waldschwimmbad soll ein Naturgewässer werden.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thüringer Allgemeine vom 10. Mai 2014, Kulturseite: Archäologen entdecken erstmals ein Römer-Lager in Thüringen.
  2. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 26; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X
  3. Ingolf Gläser: Naturgewässer statt Freibad in Hachelbich. In: Thüringer Allgemeine, 26. April 2012. Abgerufen am 2. November 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hachelbich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien