Kloster Göllingen

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Ostansicht der Ruine
Westansicht der Ruine

Das Kloster Göllingen war ein Kloster in Göllingen im Norden von Thüringen, gelegen an der Wipper zwischen Sondershausen im Westen und Bad Frankenhausen im Osten. Es bestand zwischen 992[1] und 1606 und gehörte den Benediktinern. Die romanische Klosterruine ist seit 1995 im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dendrochronologisch konnte das Kloster bei Bauforschungen in den 1990er-Jahren auf die Zeit um 992 als Entstehungszeit datiert werden.

Erstmals erwähnt wurde das Kloster in Göllingen als eines der ältesten Thüringens in einer Urkunde, die aus der Zeit um 1005/1006 stammt. In der Urkunde wird es als Tochterkloster der mächtigen Abtei Hersfeld bezeichnet. Gunther von Schwarzburg vermachte dem Kloster Göllingen umfangreiches Besitztum, womit im 11. Jahrhundert eine erhebliche Machtsteigerung einherging. Im 13. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut und erhielt ihr heutiges (fragmentiertes) Aussehen. Sowohl die Reformation als auch der Bauernkrieg spielten sich in der unmittelbaren Umgebung des Klosters ab (z. B. Schlacht bei Frankenhausen, etwa acht Kilometer östlich), dennoch nahm das Kloster dabei keinen unmittelbaren Schaden.

Erst 1606 wurde das Kloster aufgelöst und in eine Domäne der Landgrafschaft Hessen umgewandelt. Der Westfälische Friede bestätigte dies 1648 durch einen Tausch der Abtei Hersfeld zwischen Kaiser und Landgrafen. Damit wurde die Abtei Hersfeld mit dem Kloster Göllingen hessischer Besitz. Im Jahr 1818 tauschten die Hessen die Domäne, die dadurch in den Besitz des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt, zu dem auch das Dorf Göllingen seit langem gehörte, kam. Die Schwarzburger bewirtschafteten den Hof weiterhin, wie auch ab 1920 das Land Thüringen.

1946 wurde die Staatsdomäne aufgelöst und in der Klosterkirche eine Konservenfabrik untergebracht. Diese bestand bis 1995. Inzwischen war die Klosterkirche durch die Nutzung als Landwirtschaftsbetrieb zu einer Ruine verkommen. Die romanische Klosterruine wurde durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten einer musealen Nutzung zugeführt. Im Kloster Göllingen finden heute verschiedene Veranstaltungen statt, insbesondere im Rahmen der nationalen und internationalen Jugendbegegnung.[2]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhalten sind der Westturm, die Krypta, Teile der Hauptapsis sowie Teile der Chorsüdwand der Klosterkirche. Sie wurden nach der Wiedervereinigung saniert und sind zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (Hrsg.): Das Benediktinerkloster zu Göllingen: Ergebnisse der Forschung 2005 bis 2009. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2010, ISBN 3-937940-68-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Göllingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Udo Sareik: Das Benediktinerkloster zu Göllingen. Zur Bauforschung in den Jahren 1991 bis 1997. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2002, ISBN 978-3-910166-56-1.
  2. Kloster Göllingen - Pressespiegel - 2009. In: www.goellingen.de. Abgerufen am 9. August 2016.

Koordinaten: 51° 20′ 44″ N, 11° 0′ 51″ O