Tierpark Hagenbeck

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Tierpark Hagenbeck
Tropen-Aquarium Hagenbeck
Tierpark-Hagenbeck-Logo.svg
Motto Hagenbeck – Hamburgs tierisches Original
Besonderheiten Einziger in Familienhand befindlicher Tierpark in Deutschland[1]
Ort Lokstedter Grenzstraße 2
22527 Hamburg-Stellingen
Fläche 19 Hektar
Eröffnung 7. Mai 1907
Tierarten 210 im Tierpark
300 im Tropen-Aquarium
Individuen 1860 Tiere (Tierpark) (31. Dez. 2014)
circa 14.300 Tiere (Tropen-Aquarium)
Besucherzahlen 1.813.412 (2018)[2]
Organisation
Leitung Dirk Albrecht
Trägerschaft Tierpark Hagenbeck GmbH
Förderorganisationen Verein der Freunde des
Tierparks Hagenbeck e. V.
Stiftung Hagenbeck
Mitglied bei circa 25, darunter:
WAZA, EAZA, VdZ
Hagenbeck 2012 8332.jpg

„Afrika-Panorama“ mit künstlichen Felsen

www.hagenbeck.de
Tierpark Hagenbeck (Hamburg)
Tierpark Hagenbeck

Koordinaten: 53° 35′ 47″ N, 9° 56′ 16″ O

Der Tierpark Hagenbeck (ehemals Hagenbecks Tierpark) ist ein Zoo in Hamburg. Der im Stadtteil Stellingen gelegene Tierpark ist ebenso wie das 2007 daneben eröffnete Tropen-Aquarium Hagenbeck in Familienbesitz. Er geht auf die im Jahr 1863 von Carl Hagenbeck sen. begründete Carl Hagenbeck’s Handels-Menagerie am Spielbudenplatz im Stadtteil St. Pauli zurück, die 1866 von Carl Hagenbeck jun. zum Neuen Pferdemarkt verlegt wurde.[3] Am 7. Mai 1907 eröffnete Hagenbeck den weltweit ersten Tierpark ohne Gitter am jetzigen Standort außerhalb der Stadt.[4] Der Tierpark gehört mittlerweile zum Hamburger Bezirk Eimsbüttel und wird im Volksmund zumeist nur als Hagenbeck bezeichnet und von Richard Germer mit "Geh'n wir mal zu Hagenbeck" besungen. Der Tierpark ist auch Gastgeber und Handlungsort der NDR-Fernsehserie Leopard, Seebär & Co.

Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Haupteingang

Die Parkanlage umfasst 25 Hektar und bietet ein Wegenetz von mehr als sechs Kilometern Länge. Neben vielen Freigehegen gibt es im Tierpark Hagenbeck viele Pflanzen aus aller Welt zu besichtigen.

Der ehemalige Haupteingang zum Tierpark nach einem Entwurf des Theaterarchitekten Moritz Lehmann wurde 1907 mit der Eröffnung des Parks eingeweiht. (Lehmann wirkte 1899 auch an der Gestaltung des Zoologischen Gartens Berlin mit.) Die Tierfiguren am Tor entstanden nach den Modellen des Düsseldorfer Bildhauers Josef Pallenberg (* 6. August 1882; † 26. Juni 1946) , der auch die Vorlagen für die Saurier-Figuren im Tierpark erstellt hatte.[5] Mit der Umgestaltung des Parks von 2003 verlor das Tor seine Funktion. Es wird als Baudenkmal in der Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Stellingen (Objekt-ID 19877) geführt.

Der bekannteste Bewohner des Tierpark Hagenbeck war das Walross Antje, das am 17. Juli 2003 im Alter von 27 Jahren starb. Zuvor war die Walross-Dame über viele Jahre NDR-Maskottchen gewesen.

Zu erreichen ist der Tierpark Hagenbeck mit Bussen und der U-Bahn-Linie U2 – er liegt an der Haltestelle Hagenbecks Tierpark.

Status und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tierpark im Privatbesitz der Familie Hagenbeck ist der einzige Großzoo Deutschlands, der ohne reguläre staatliche Beihilfen auskommt. Seit dem 1. April 2020 leitet Dirk Albrecht den Tierpark.

Im Tierpark sind 170 Mitarbeiter plus zusätzliche Saisonarbeiter tätig. Die täglichen Betriebskosten betragen 41.000 €, darin enthalten sind Futterkosten von 2000 €.[6]

Da die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der durchschnittlich 6.000 Besucher pro Tag lediglich die Kosten für den laufenden Betrieb decken, wurde 1998 zur weiteren Unterstützung Hagenbecks der Verein der Freunde des Tierparks Hagenbeck gegründet. Ebenfalls der Unterstützung verschrieben hat sich die Stiftung Tierpark Hagenbeck.

1997 wurde der gesamte Tierpark Hagenbeck in die Denkmalliste der Stadt Hamburg eingetragen.[7][8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolph Friedländer: Plakat für eine Lappen-Völkerschau bei Carl Hagenbeck 1893/94
Kaiser Wilhelm II. begegnet einer Gruppe Äthiopier bei einer Völkerschau im Tierpark Hagenbeck (1909)

Der Fischhändler Gottfried Hagenbeck (1810–1887) kaufte 1848 einigen Finkenwerder Fischern sechs Seehunde ab und präsentierte sie auf dem Spielbudenplatz in Hamburg-St. Pauli der Öffentlichkeit. Die Hamburger kamen zahlreich, um die Tiere zu sehen. Es war der Beginn einer großen Geschichte der Tierschaustellung.

1863 eröffnete er ein Tiergeschäft auf dem Spielbudenplatz 19. 1866 übernahm sein ältester Sohn Carl Hagenbeck (1844–1913) mit 21 Jahren das Geschäft und baute es aus. Es wurde zur größten Tierhandlung der Welt. Er eröffnete 1874 ein größeres Geschäft am Neuen Pferdemarkt 13 und nannte dieses „Hagenbeck’s Thierpark“.[7][9]

1875 sah Carl Hagenbeck einen Markt mit einer Völkerschau, woraufhin er selbst viele große Völkerschauen, unter anderem mit Eskimos, einer Lappländerfamilie und Massais, veranstaltete. Um 1900 wurden Afrikaner und Indianer in Völkerschauen auch in Hagenbecks Tierpark gezeigt, wozu es in einem Teil des Parks eigene Kulissen gab. Kommerziell waren diese Völkerschauen überaus erfolgreich. In keinem Verhältnis dazu standen die geringen Entlohnungen der Dargestellten, die häufig unter falschen Versprechungen angeworben wurden. Teilweise wurden die Menschen gegen ihren Willen entführt.[10] Auch die medizinische Betreuung war mangelhaft: Eine Eskimos-Dorfgemeinschaft starb an Pocken, weil man vergessen hatte, sie zu impfen.[11] Carl Hagenbeck war der erste und in finanzieller Hinsicht erfolgreichste Veranstalter der Menschenzoos[12]. 1906 hatte Carl Hagenbeck genug Geld mit den Menschenausstellungen verdient, um seine Pläne eines neuen Tierparks umsetzen zu können.[13] Durch die zunehmende Kritik konnte kein Geld mehr damit verdient werden. Von den geraubten Feuerländern überlebten aber nur wenige, die wieder die Heimreise antreten könnten. Dies brachten aber die Tuberkulose mit, aufgrund derer bis etwa 1970 alle Personen des Volkes ausstarben.[14]

1887 eröffnete Carl Hagenbeck seinen ersten Zirkus, in dem später auch dressierte Löwen gezeigt wurden.1896 erfand er eine Zooanlage ohne Gitter. Diese Erfindung wurde zum Patent angemeldet. Zum ersten Mal konnten die Tiere in einer annähernd artgerechten Umgebung gezeigt werden.

Rundbahn mit 600 mm Spurweite im Hagenbeckschen Tierpark

Dieser Plan wurde nach jahrelanger Bauzeit 1907 mit der Eröffnung des Tierparks Hagenbeck im damals preußischen Stellingen (ab 1937/38 zu Hamburg) umgesetzt. Der Bau einer artgerechten Umgebung für die Tiere im Zoo wurde von vielen anderen Zoos übernommen. Die Söhne Carl Hagenbecks, Lorenz und Heinrich Hagenbeck, führten das Werk ihres Vaters fort. Von 1909 bis 1913 beförderte die Rundbahn im Hagenbeckschen Tierpark mit der Borsig-Dampflok Drache pro Jahr jeweils etwa 100.000 Fahrgäste.

1916 gründete Lorenz Hagenbeck den „Circus Carl Hagenbeck“, der weite Teile der Welt bereiste. 1928 erschien der Dokumentarfilm Bei Carl Hagenbeck in Stellingen der Vera-Filmwerke.

1937 wurde der Tierpark unter der Leitung Heinrich Hagenbecks wesentlich erweitert und neu gestaltet. Im selben Jahr entstand eines der bis heute modernsten Elefanten-Freigehege der Welt.

Im Jahre 1943 wurde während der Operation Gomorrha der Park durch Fliegerbomben zu etwa 70 % zerstört. Neun Mitarbeiter und zahlreiche Tiere sterben. Nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wurden auch indische Elefanten von Hagenbeck zur Trümmerbeseitigung und zum Wiederaufbau im Zoo und auch in der Innenstadt eingesetzt. Nur mit großen finanziellen Investitionen der Familie Hagenbeck konnte der Zoo wieder erbaut werden. Er wurde größer und mit mehr Platz für die Tiere neu gestaltet. 1947 ließ die britische Besatzungsmacht zahlreiche Tiere als Zwangsleihgabe für den Londoner Zoo verschiffen.[9]

Ab 1953 produzierte der norddeutsche Fernsehsender NWDR mit Peter Kuhlemann als zoologischem Moderator im Tierpark – noch vor der TV-Reihe Ein Platz für wilde Tiere mit Bernhard Grzimek – 31 Folgen der Fernseh-Zooreihe Was weiß man schon von Tieren – Geh’n wir mal zu Hagenbeck.[15]

Besondere Aktionen seit den 1950er Jahren waren Konzerte, die von Emil Köhrmann ins Leben gerufenen Kinderfeste sowie Indische Elefantenfeste. Letztere werden seit 1984 als Dschungelnächte vermarktet. Der Zoo hat bis in die Nacht hinein geöffnet, Aktionen waren u. a. Feuerschlucker, Elefantenreiten, Musik und Tanz aus verschiedenen Kulturen, bis dann der Abend durch das Bengalische Feuerwerk[16] abgeschlossen wird.[17] Auch wurden einige Sonderausstellungen gezeigt, wie im Winter 1992/93 Dinomation – Die Dinosaurier sind zurück, im Winter 1993 Die Wale und im Sommer 1995 Elefant und Mensch.[18] Es folgten dann die Romantischen Nächte im Tierpark.

Delfinvorführung Mitte der 1980er Jahre: Großer Tümmler

1971 wurde ein Delphinarium eröffnet, in dem Delfine (Großer Tümmler), Seelöwen und Ende der 1970er auch ein Schwertwal gezeigt wurden. Im Juni 1993 kam es zu Protesten vor dem Haupttor gegen die Tierhaltung in Zoos.[19] Proteste von Tierschützern, Unrentabilität und der Tod des jungen Tümmlers „Sindbad“ während einer Vorführung im Jahr 1992[20] führten dazu, dass das Delphinarium 1995 geschlossen wurde. Ein Jahr später wurde es abgerissen.

Der Sala am Birma-Teich ist ein Geschenk des thailändischen Honorargeneralkonsuls in Hamburg Wolfgang Krohn und wurde 2002 von Maha Chakri Sirindhorn eingeweiht.

2003 wurde der Haupteingang an die Koppelstraße in unmittelbarer Nähe zum U-Bahnhof Hagenbecks Tierpark der U-Bahn-Linie U2 verlegt, an deren Zugang ein nepalesischer Pagoden-Tempel steht. Das historische Jugendstil-Tor bleibt neben dem Bärengehege als historisches Ensemble erhalten.

Im November 2006 eröffnete der Tierpark eine neue Elefanten-Freilaufhalle. 2007, zum 100-jährigen Jubiläum des Tierparks Hagenbeck, wurde das auf über 8.000 Quadratmeter große Tropen-Aquarium eingeweiht. Beide Gebäude befinden sich in unmittelbarer Nähe zum neuen Haupteingang.

Im Mai 2009 wurde das Lindner Park-Hotel Hagenbeck als weltweit erstes Tierpark-Themenhotel eröffnet.[21]

2012 wurde die neue Eismeer-Anlage eröffnet und bietet Heimat für Tiere der Arktis und der Antarktis. Sie ersetzt die historische Eismeer-Anlage, die 2009 zum Baubeginn der neuen Anlage abgerissen wurde.

Zwischen November und Dezember 2016 kam es aufgrund des Erregers des Vogelgrippe-Virus H5N8, welcher bei einigen Gänsen (eine Kurzschnabelgans und zwei Kanadagänsen) nachgewiesen wurde, zu der ersten Schließung Hagenbecks. Er blieb für drei Tage geschlossen.

Gehege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elefanten-Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elefanten-Freilaufhalle

Direkt hinter dem Eingang befinden sich die große Freianlage und die Freilaufhalle für die Asiatischen Elefanten. Die Freianlage lässt sich in einen Herdenbereich und ein Mutter-Kind-Gehege teilen. Zusätzlich gibt es ein Bullengehege, das auch als Hochzeitsgehege dient. Hier kann sich der Bulle ungestört mit seiner jeweiligen Favoritin aufhalten. Der große Herdenbereich wurde bereits 1937 erbaut. Zusätzlich gibt es einen nicht einsehbaren Bullenkral. Die Gesamtfläche aller Freianlagen beträgt etwa 8.000 m².

Seit November 2006 besitzt der Zoo eine 500 m² große Freilaufhalle, die optisch einer Tempelruine nachempfunden ist. Die Abgrenzung zum Besucher wird durch einen Wassergraben gebildet, der auch als Badebecken dient. Neben der Freilauffläche gibt es noch einen Boxenbereich und einen Geburtsstall, in dem die Elefantenkuh in der Gruppe ihr Baby zur Welt bringen kann. Insgesamt stehen den Elefanten im Haus 1.100 m² zur Verfügung.

Das Bullenhaus, das 1980 als erstes in Deutschland gebaut wurde, ist nicht einsehbar. Von April 2013 bis März 2017 lebte hier der aus dem Tierpark Hellabrunn entliehene Gajendra.[22][23]

Das Eismeer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Eismeer, Außenanlagen, Eröffnung am 19. Juni 2012[24]

Das neue Eismeer fußt auf historischem Boden: Mit der Tierpark-Eröffnung 1907 weihte der Gründer Carl Hagenbeck hier das „Nordland-Panorama“ ein und präsentierte damals weltweit erstmals eine arktische Landschaft mit Tieren, die nur durch Gräben von den Besuchern getrennt waren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Eismeer-Panorama schwer beschädigt, und Hagenbeck konnte später lediglich Teile der Anlage wiederherstellen. Im Laufe der Jahrzehnte führten Verwitterung und Abnutzung zu großen Schäden an den Kunstfelsen. Kleine Schönheitsreparaturen reichten nicht mehr aus, daher riss Hagenbeck 2009 die baufällig gewordene historische Anlage ab und errichtete sie unter Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes und modernem Standard entsprechend neu.

Die 21 Mio. Euro teure neue Eismeer-Anlage wurde am 5. Juli 2012 eröffnet. Das Energiekonzept beinhaltet Regen- und Brauchwassernutzung, geothermische Wärmetauscher und solar erzeugten Strom. Eine Gesamtfläche von mehr als 8.000 m² und innovative Kälte- und Wassertechnik sorgen dafür, dass die tierischen Bewohner naturnahe Bedingungen vorfinden. 1200 m² Wasserfläche und 5300 m³ Wasser in verschiedenen Becken bieten den Tieren viel Platz. Beobachtungen von tauchenden Eisbären, Seebären, Walrossen und Pinguinen sind durch große Panoramascheiben möglich.

Das Eismeer beherbergt Deutschlands einzige Walross-Zuchtgruppe. Am 15. Juni 2014 wurde das Walrossbaby Thor geboren; seine Mutter ist Dyna und sein Vater Odin. Es ist das erste in Deutschland geborene Walross.[25] Das am 5. Juni 2015 geborene Weibchen Loki hatte eine angeborenen Missbildung und ist am 21. August 2017 gestorben.[26] Ihre Eltern waren Polosa und Odin. Sie war nach Thor das zweite in Deutschland geborene Walross.[27] Das dritte, im Juni 2018 zur Welt gekommene[28] Walross verstarb am 31. August 2018.[29]

Verschiedene Seevogelarten leben in der begehbaren Seevogel-Voliere, für die eine spezielle Wellenanlage entwickelt wurde. Antarktische Pinguine – Eselspinguine und Königspinguine – können in ihrem neuartigen Gehege nicht nur schwimmen, sondern mit Klettern, Rutschen und Hüpfen ihr gesamtes Repertoire an natürlichen Bewegungsabläufen nutzen. Der Einsatz von Kühlmaschinen sorgt in dieser Anlage ganzjährig für Temperaturen von 7 °C.

Weitere Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamele
Löwenschlucht
Sibirische Tiger

Tropen-Aquarium Hagenbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falscher Clownfisch (Amphiprion ocellaris) im Tropen-Aquarium Hagenbeck
Im Tropen-Aquarium
Impressionen (Mai 2015)

Zum hundertjährigen Jubiläum des Tierparks eröffnete im Mai 2007 das Tropen-Aquarium als eigenständige Attraktion. Nachdem das seit 1959 im Park bestehende Troparium 2005 geschlossen worden war, begannen Ende desselben Jahres die Arbeiten für den Neubau neben dem Eingang zum Tierpark. Für 24 Millionen Euro entstand ein 8000 Quadratmeter umfassendes Gebäude, das äußerlich einer Festungsanlage ähnelt und in die Themenbereiche Tropenwelt, Höhlenwelt, Giftschlangendorf und Unterwasserwelt gegliedert ist. Dort sind 14.300 exotische Tiere beheimatet.

In Rückbesinnung auf Carl Hagenbecks Ideen sind Biotop-Anlagen wie die des Klippschliefers entstanden, die sich in der Gestaltung an den natürlichen Lebensräumen orientieren und entsprechend mehrere Arten umfassen. Wie beim Tierpark auch wurden Wassergräben und ähnliche Hindernisse eingesetzt, um die freie Sicht der Besucher auf die Anlagen zu ermöglichen. Die Unterwasserwelt enthält 29 Süß- und Seewasseraquarien, von denen das größte mit 1,8 Millionen Litern Wasser gefüllt ist. Eine 14 Meter lange und 6 Meter hohe, konkav gebogene Acrylscheibe gewährt dort Einblick in das Hai-Atoll.

Insgesamt werden im Tropen-Aquarium über 300, zum Teil gefährdete, Arten gezeigt, darunter beispielsweise Kattas, Schlangen, Haie, Rochen, Krokodile, Fledermäuse, Echsen, Frösche und Spinnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoologischer Garten Hamburg (bestand unabhängig von Hagenbeck von 1863 bis 1930 auf dem heutigen Gelände von Planten un Blomen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schümanns Hamburger. Die Exoten der Stadt. Die Hagenbecks. Klaus Schümann Verlag, Hamburg ca. 2007.
  • Matthias Gretzschel und Ortwin Pelc: Hagenbeck. Tiere, Menschen, Illusionen. In: Hamburger Abendblatt. Axel Springer Verlag 1998, ISBN 3-921305-50-0.
  • Matthias Gretzschel, Klaus Gille, Michael Zapf (Fotos): Hagenbeck. Ein zoologisches Paradies. Carl Hagenbeck GmbH, Hamburg 2007. ISBN 978-3-86108-873-8.
  • Nastasja Klothmann: Gefühlswelten im Zoo. Eine Emotionsgeschichte 1900–1945. Diss. phil. Hamburg, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3022-0.
  • Kulturbehörde Hamburg. Denkmalschutzamt (Hrsg.): Carl Hagenbecks Tierpark. In: Denkmalpflege Hamburg Nr. 15 1997.
  • Günter H. W. Niemeyer: Hagenbeck. Geschichte und Geschichten. Hans Christians Verlag, Hamburg 1972. ISBN 3-7672-0189-5 (mit Stammbaum der männlichen Hamburger Hagenbecks auf der vorderen Innenseite).
  • Eigel Wiese: Das Hagenbeck-Buch. Historika Photoverlag, Hamburg 1995. ISBN 3-929307-15-4 (mit Stammbaum der Hagenbeck-Familie, S. 143).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tierpark Hagenbeck – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Dinosaurierskulpturen im Tierpark Hagenbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten & Fakten. Website des Tierparks Hagenbeck, abgerufen am 29. Juli 2020.
  2. Tierpark und Tropenaquarium Hagenbeck Hamburg. Webseite des VdZ, abgerufen am 29. Juli 2020.
  3. Hagenbeck.de: Geschichte. 2. August 2016, abgerufen am 21. August 2017.
  4. Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen, Leipzig 1927
  5. Schautafel "Historischer Haupteingang" am Tor.
  6. Der zerrissene Tierpark. Hamburger Abendblatt, Das Magazin zum Wochenende, 8./9. August 2020.
  7. a b Historie – Zeitreise mit Hagenbeck, Tierpark Hagenbeck Gemeinnützige Gesellschaft mbH.
  8. Denkmalliste, Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, 5. April 2013, Seite 1869.
  9. a b Tierpark Hagenbeck in Hamburg.
  10. Nike Heinen: Vorturnen für die Hamburger. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der Tierparkgründer Carl Hagenbeck neben Tieren auch Menschen ausstellen. Zeit, 19. Juli 2019, abgerufen am 5. September 2020.
  11. Regina Kusch: Der König der Tiere: 100. Todestag des Zoodirektors Carl Hagenbeck. In: Deutschlandradio Kultur. 14. April 2013
  12. Helene Heise: Menschen im Wildgehege. In: Der Spiegel. 4. Februar 2009, abgerufen am 3. August 2020.
  13. "Die Wilden" in den Menschenzoos - Die ganze Doku. Abgerufen am 5. September 2020.
  14. „Die Wilden“ in den Menschenzoos. 29. September 2018, abgerufen am 5. September 2020.
  15. Vgl. englischsprachige IMDb, Hans Thiel – Im Fernseh-Zoo „Was weiß man schon von Tieren“, https://www.imdb.com/title/tt6615490/?ref_=nm_flmg_wr_1 ; abgerufen am 11. Dezember 2019.
  16. http://www.hagenbeck.de/tierpark/termine/dschungel-naechte-2017.html, letzter Aufruf: 11. Juni 2017
  17. Gretzchel, Matthias, Pelc, Ortwin: Hagenbeck Tiere, Menschen, Illusionen, Axel Springer Verlag, 1998, S. 129.
  18. Gretzchel, Matthias, Pelc, Ortwin: Hagenbeck Tiere, Menschen, Illusionen, Axel Springer Verlag, 1998, S. 130.
  19. Gretzchel, Matthias, Pelc, Ortwin: Hagenbeck Tiere, Menschen, Illusionen, Axel Springer Verlag, 1998, S. 128
  20. kai von appen: Protest gegen Käfighaltung. In: Die Tageszeitung: taz. 14. Oktober 1992, ISSN 0931-9085, S. 17 (taz.de [abgerufen am 21. Mai 2020]).
  21. Hamburger Abendblatt: „Lindner Park-Hotel Hagenbeck wird heute eröffnet“ (vom 6. Mai 2009)
  22. Ab jetzt im Freigehege – Elefant Gajendra ist ganz angekommen. Homepage des Tierparks Hagenbeck, abgerufen am 24. Juli 2014.
  23. Tierpark Hellabrunn. Abgerufen am 21. August 2017.
  24. Hagenbecks neue Walross-Dame
  25. Eine „gewichtige“ Sensation – Deutschlands erstes Walrossbaby ist da Meldung auf der Homepage des Tierparks Hagenbeck vom 2. Juli 2014.
  26. Walross Loki ist gestorben. Tierpark Hagenbeck, 22. August 2017, abgerufen am 23. August 2017.
  27. Walross bei Hagenbeck. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Juni 2015; abgerufen am 21. August 2017.
  28. Zum dritten Mal: Walrossgeburt bei Hagenbeck. In: Shz.de. 25. Juni 2018, abgerufen am 1. September 2018.
  29. Walross-Junges gestorben. In: Kieler Nachrichten. 1. September 2018, abgerufen am 1. September 2018.