Völkerschau

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Völkerschau auf der Pariser Kolonialausstellung im 1931 in Paris

Völkerschau (auch Kolonialausstellung oder Kolonialschau und neuerdings Menschenzoo genannt) bezeichnet eine zooartige Zurschaustellung von Angehörigen eines fremden Volkes gegen Eintrittsgebühren. Blütezeit der Völkerschauen in Europa war zwischen 1870 und 1940. Allein in Deutschland wurden in dieser Zeit über 300 außereuropäische Menschengruppen vorgeführt. Teilweise wurden in diesen Völkerschauen und Kolonialschauen gleichzeitig über 100 Menschen zur Schau gestellt.[1] Diese Zurschaustellung waren Massenveranstaltungen, die ein millionenfaches Publikum in Europa und Nordamerika anlockten. Sie fanden auch abseits der Großstädte in mittelgroßen und kleinen Städten statt.[2]

Entdeckungsreisende brachten von ihren Unternehmungen ab dem 15. Jahrhundert Menschen aus fernen Ländern nach Europa, die zunächst Adeligen und reichen Kaufleuten gezeigt wurden. Die Entdecker wollten ihren Erfolg belegen und die Obrigkeit reklamierte ihre Besitzansprüche und wollte ihre Weltoffenheit und ihren Reichtum demonstrieren. Im 19. Jahrhundert entstand ein Geschäftszweig, in dem nicht nur einzelne Menschen oder kleine Gruppen aus den entferntesten Gebieten der Erde vorgestellt wurden, sondern diese Veranstaltungen, von denen einzelne bis zu 60.000 Menschen besuchten, erbrachten den Veranstaltern beträchtliche Gewinne. Der sich in jener Zeit entwickelnde europäische Kolonialismus wollte mit Völkerschauen bzw. Kolonialschauen zeigen, dass Kolonien auch für das Volk von Vorteil sein können. Im Jahr 1940 wurden die Völkerschauen eingestellt und sie in den 1950er Jahren wiederzubeleben gelang nicht.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Völkerschau taucht im deutschsprachigen Raum als »Völkerschau auf Reisen« bereits im Jahr 1840 als Buchtitel in den von Theodor Mundt verfassten Reiseberichten aus Europa und Afrika auf. Während Völkerschauen privat betrieben wurden, waren die Kolonialschauen staatlich organisiert. Die erste sogenannte Kolonialausstellung in Deutschland fand 1896 im Treptower Park von Berlin statt, wobei in einem sogenannten »Negerdorf« mehr als 100 Bewohner Afrikas sieben Monate gezeigt und von den Besuchern angestarrt wurden.[3] In den Rassentheorien in jener Zeit wurden Völkerschauen auch als anthropologische Ausstellungen oder anthropologische Schaustellungen bezeichnet.[4][5] Von 1901 bis 1903 erschien eine Zeitschrift »Völkerschau« und 1932 gab es ein Sammelalbum »Völkerschau in Bildern« für Bildchen aus Zigarettenschachteln. Der Begriff Völkerschau bezog sich in diesen Jahrzehnten auf die Darstellung und Beschreibung von Zurschaustellung exotischer Menschen. 1904 wurde der Begriff zum ersten Mal für eine Zurschaustellung von »Tunesiern« auf dem Oktoberfest in München verwendet. Hagenbeck legte Wert darauf, dass seine Veranstaltungen »ethnologisch-zoologische Ausstellungen« genannt wurden und bezeichnete sie in seiner Korrespondenz und Autobiografie als »Völkerausstellungen«. Im üblichen Sprachgebrauch wurden sie »Karawanen«, »Gruppen«, »Truppen« oder »Ausstellungen« genannt. Im damaligen »wissenschaftlichen Kontext« dieser Zeit wurde auch der Begriff »Menschausstellung« und »Menschenvorstellungen« verwendet.[6]

Neuerdings, beginnend etwa ab 2010, ist im deutschsprachigen Raum festzustellen,[7][8][9][10][11][12] dass in den Medien der Begriff Völkerschau durch Menschenzoo verschiedentlich ersetzt wird. Im englischen Sprachgebrauch hat der Begriff human zoo Eingang gefunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15. bis 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pocahontas nach einem Stich aus dem 16. Jahrhundert

Entdeckungsreisende in der frühen Neuzeit transportierten auf ihren Rückreisen häufig überseeische Bewohner nach Europa. Der in Italien geborene Christoph Kolumbus (um 1451–1506) brachte von seiner ersten Entdeckungsreise sieben Arawak-Indianer nach Spanien mit. Der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci (1454–1512) verschleppte auf seinen vier Entdeckungsreisen etwa 200 Bewohner Amerikas nach Europa. Der portugiesische Seefahrer Gaspar Corte-Real (1450–1501) brachte 1500 die ersten nordamerikanischen Indianer nach Lissabon. Als der Spanier Hernán Cortés (1485–1547) im Jahr 1528 zurückkehrte, kamen die ersten Mexikaner in Europa an, die vor Karl V. und vor dem Papst auftreten mussten. Der französische Seefahrer Jacques Cartier (1491–1557) brachte die ersten amerikanischen Ureinwohner nach Frankreich.

1606 wurde in Nürnberg ein Mann aus Afrika zur Schau gestellt, der Spiele mit afrikanischen Tieren und Hunden vorstellen musste.[13] 1610 wurde ein Huron-Indianer in Paris überaus bekannt, der Savignon genannt wurde, und mit indianischem Ledergewand und glattrasiertem Kopf ein Jahr lang durch Paris marschierte. Der Name Pocahontas, eine Häuptlingstochter, die mit ihrem Mann, dem Tabakpflanzer John Rolfe, nach Europa kam, ist heute noch bekannt. Sie starb vor ihrer Abreise aus Europa.

18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porträt von Omai nach Joshua Reynolds (1723–1792)

Im 18. Jahrhundert als die Südsee entdeckt wurde, brachte der französische Offizier und Seefahrer Louis Antoine de Bougainville (1729–1811) im Jahr 1769 nach seiner Weltumsegelung Aotourous, den ersten Tahitianer nach Frankreich. Als dieser im März 1790 Paris verließ, starb er auf dem Schiff an Pocken. Der zweite Tahitianer, der im Jahr 1775 nach Europa ins Vereinigte Königreich kam, war der Diener Omai (auch Mai genannt) des britischen Seefahrers James Cook (1728–1779). Im Gegensatz zu früher hatten beide angeblich die Seereise nach Europa freiwillig angetreten und mussten, weil ihren Förderern ihr Unterhalt zu teuer wurde, die Rückreise antreten.[14] Gouverneur Arthur Phillip (1738–1814), der Gründer der britischen Sträflingskolonie Australien, nahm auf seiner Rückreise im Jahr 1792 die Aborigines Bennelong (1764–1813) und Yemmerrawanne (1775–1794) ins Vereinigte Königreich mit, die am 24. Mai 1793 König Georg III. vorgestellt wurden.[15]

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Völkerschauen im eigentlichen Sinne gibt es erst seit der Mitte der 1870er Jahre, davor wurden einzelne »exotische Menschen« zur Schau gestellt. Carl Hagenbeck veranstaltete 1874 seine erste Völkerausstellung mit »Lappländern«, mit der er die Grundlage zum erfolgreichen Veranstalter von Völkerschauen legte.[16] Entscheidend für die Abkehr von der Zurschaustellungen einzelner oder mehrerer »exotischer Menschen« war vor allem, dass damit nicht mehr das breite Publikum erreicht werden konnte und es wurden Völkerschauen konzipiert und mit großem Erfolg veranstaltet.[17]

Kaiser Wilhelm II. besichtigt 1909 eine Gruppe Äthiopier bei einer Völkerschau im Tierpark Hagenbeck.

Nachdem das Deutsche Reich im Jahr 1884 mit der Besetzung von Togo und Kamerun auch zu einer Kolonialmacht in Europa wurde, sollte dies propagandistisch abgesichert werden und eine erste deutsche Kolonial-Ausstellung fand 1896 in Berlin statt.[18] Insgesamt wurden von den etwa 50 Kolonialschauen lediglich zwei staatlich organisiert, es waren die Berliner Kolonialausstellung von 1896 und die »Afrikaschau« von 1935 bis 1949. Lediglich in diesen zwei Kolonialschauen kamen die Menschen aus den deutschen Kolonien. Deutlich werden sollte mit diesem Propagandainstrument, dass Kolonien nicht nur den Partikularinteressen einzelner elitäre Kreise dienten, sondern dem Gesamtinteresse von Wirtschaft, Militär und Gesellschaft des imperialistischen Deutschlands. Dem „kleinen Mann“ sollten Kolonialausstellungen, die von 1896 bis 1940 in Deutschland stattfanden, zeigen, dass deutsche Kolonien auch ihnen „Vorteile und Chancen“ bieten.[19]

Völkerschau, Jardin d’acclimatation von Paris 1892

Die Zurschaustellung sogenannter „exotischer Völker“ beschränkte sich nicht auf Deutschland. In anderen Staaten (West-)Europas und Nordamerikas wurden ebenfalls Völkerschauen in Zoologischen Gärten, Panoptiken, auf Volksfesten und Jahrmärkten sowie im Rahmen von Kolonial- und Weltausstellungen veranstaltet. So fanden beispielsweise in Wien zwischen 1870 und 1910 über 50 Völkerschauen statt,[20] der Basler Zoo war Veranstaltungsort von 21 Schauen.[21] Bei der Pariser Weltausstellung von 1889 gab es neben der Einweihung des Eiffelturms als weitere Hauptattraktion in dem zum Jardin d’Acclimatation Anthropologique verwandelten früheren Jardin Zoologique d’Acclimatation, eine riesige Völkerschau des französischen Kolonialreichs (1877–1912).[22] Auf der World’s Columbian Exposition in Chicago 1893 waren 17 „Eingeborenen“-Dörfer zu sehen.[23] Im Rahmen der Weltausstellung von 1897 in Brüssel wurde ein kongolesisches Dorf aufgebaut, in dem während der Ausstellung 267 Afrikaner lebten.[24] In der Weltausstellung in St. Louis von 1904 wurden unter anderem Patagonier und philippinische Igorot zur Schau gestellt.[25]

Indianershow: Zirkus Sarrasani in Dresden (1928)

Nach dem Ersten Weltkrieg brach der Geschäftszweig zunächst ein. Die Geschäftsbeziehungen in alle Welt waren bei vielen Unternehmen zerstört. In den 1920er Jahren gab es wieder Völkerschauen, allerdings nahm ihre Popularität deutlich ab. Um gegen Konkurrenz, z. B. durch den Rundfunk, zu bestehen, wurden die Ausstellungen immer größer und kostspieliger. Friedrich Wilhelm Siebold veranstaltete zwischen 1930 und 1932 mehrere „Lippenneger“-Schauen sowie 1931 die Ausstellung „Kanaken der Südsee“ auf dem Münchner Oktoberfest.[26]

Der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft markierte das Ende der Völkerschauen in Deutschland. Zunächst gab es noch einige Schauveranstaltungen mit ähnlichem Konzept, so wurde 1937 ein „Eingeborenendorf“ im Düsseldorfer Zoo gezeigt. Von 1935 bis 1940 tourte die Deutsche Afrika-Schau durch das Deutsche Reich, ein varietéartiges Programm, das sich zunehmend dem Konzept der klassischen Völkerschau annäherte und für die Wiedergewinnung der ehemaligen Kolonien warb.[27] 1940 trat ein Auftrittsverbot für Schwarze in Kraft, so dass Völkerschauen nicht mehr organisiert werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland kaum noch Völkerschauen (so auf dem Oktoberfest 1950 eine Apachen-Show, 1951 und 1959 an gleicher Stelle je eine unter dem Thema Hawaii) – die Sehnsucht nach Exotik bedienten nun Film und Fernsehen sowie die aufkommenden Fernreisen.

In der Schweiz fanden Völkerschauen ab den 1870er Jahren verbreitet statt, so gab es 1885 «Carl Hagenbecks anthropologische-zoologische Singhalesen-Ausstellung»; am ersten Wochenende wurden 10.000 Eintrittskarten verkauft. Auf der Schweizerischen Landesausstellung im Sommer 1896 in Genf war neben einem Village suisse ein Village noir mit 230 Sudanesen zu sehen. Neben anderen Anlässen wurde beispielsweise im Sommer 1925 in Altstetten zur «Volksbelustigung» eine Siedlung errichtet, in der 74 Menschen aus Westafrika lebten; 1930 baute der Zoo Zürich auf der Flamingowiese ein «Senegalesendorf». Der Circus Knie führte auf dem Sechseläutenplatz in Zürich bis 1964 Völkerschauen durch. 1955 lautete ein Plakat «Afrika ruft, Sitten- und Völkerschau. Neger aus dem Sudan. Sechs Männer, drei Frauen, zwei Kinder.». Im Allgemeinen gingen Besucher nicht aus Sensationslust zu solchen Schauen, sondern aus vermeintlichem Interesse an der Kultur der Völker.[28][29]

Völkerschauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schausteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Hagenbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plakat von Adolph Friedländer für eine Lappen-Völkerschau bei Carl Hagenbeck, 1893/94

Im Jahr 1874 eröffnete Carl Hagenbeck eine erste Völkerschau mit Lappländern nach der Idee des befreundeten Tiermalers Heinrich Leutemann (1824–1905).[30][31] Während des Aufenthalts in Hagenbecks Ausstellungsgelände konnten Besucher den Lappländern bei ihrem alltäglichen Leben zusehen. Hagenbecks Schau feierte große Erfolge.[32] Die kleine Lappländerschau wanderte von Hamburg aus weiter nach Berlin. Anschließend reiste sie nach Leipzig. Um die Ausstellungen aus dem Umfeld von Schaubuden und Vergnügungslokalitäten zu lösen, versuchte man von nun an seriöse Ausstellungsorte zu finden, damit die Schauen auch vom Bürgertum respektiert wurden.

Nach dem unerwarteten großen Erfolg der ersten Völkerschau Carl Hagenbecks plante dieser schnell weitere. Mithilfe seiner Verbindungen zu Tierfängern auf der ganzen Welt brachte er 1876 drei „Nubier“ nach Europa und gleich darauf eine Inuitfamilie aus Grönland. 1883 und 1884 veranstaltete er eine Kalmücken- und eine Singhalesen- bzw. Ceylonschau. Mit der Eröffnung seines Tierparks in Stellingen 1907 vor den Toren Hamburgs stand Carl Hagenbeck ein eigenes Ausstellungsgelände zur Verfügung, wo Somalier, Äthiopier und Beduinen auftraten.

Andere Schausteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagenbecks Völkerschauen fanden bald Nachahmer, die zu der Zeit Eduard Gehring, Carl, Fritz und Gustav Marquardt, Willy Möller, Friedrich Wilhelm Siebold, die Firmen Ruhe und Reiche sowie Carl Gabriel waren.[33]

Die Firmen von Ludwig Ruhe und Carl und Heinrich Reiche waren die größten Konkurrenten Hagenbecks. Beide waren ansässig in Niedersachsen und wetteiferten mit Hagenbeck unter anderem durch Nubier- und Irokesen-Schauen, „Wild-Afrika“ (1926) und die „Riesenpolarschau“ (1930).

Carl Gabriel war selten überregional, sondern meist nur in München auf dem Oktoberfest tätig. Er besaß ein Wachsfigurenkabinett, ein Lichtspieltheater und später ein Kino. Mit seinen „Riesen-Schauen“, die oft über einhundert ausgestellte Menschen zeigten, lockte er viele Besucher auf das Oktoberfest und machte es so zu einem mehrfachen „Exoten-Schauplatz“.

Aus Völkerschauen in Freiburg im Breisgau und Basel entwickelte Karl Küchlin die Programme seines Varieté-Theaters.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation der Völkerschauen war mit großem Aufwand verbunden. Insgesamt mussten für eine Völkerschau bis zu fünf Jahre zur Vorbereitung und Umsetzung eingeplant werden. Bereits die Anwerbung begann ein halbes Jahr vor der eigentlichen Tournee. Anwerber des Tierhändlers Carl Hagenbeck waren zum Beispiel der Nordpolargebiet-Reisende Johan Adrian Jacobsen oder Mitglieder aus Hagenbecks Familie.[34]

Es wurde stark darauf geachtet, möglichst Kinder und Erwachsene beiden Geschlechts und verschiedenen Alters vorzuführen, damit die Besucher mehr über das „Familienleben“ der Völker erfahren konnten. Mit einem Vertrag zwischen Organisator und den fremden Menschen wurde die Länge des Aufenthalts, die Verpflichtungen während der Schau und das Gehalt festgelegt. Einige Schauen verzeichneten Verluste durch verschiedene Krankheiten, wodurch eine medizinische Untersuchung Pflicht wurde.[35]

Werbung, Inszenierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postkarte von der „Talofa Samoa“, Völkerschau im Tiergarten Nill in Stuttgart (1900)

Schon die Ankunft der Teilnehmer erregte viel Aufsehen unter anderem mit Umzügen durch die Stadt. Die Schauen profitierten von Ereignissen wie Tod, Hochzeit oder Geburt der Ausgestellten und dem dadurch entstehenden Besucherandrang.[36] Auch prominente Besucher der Schauen wie zum Beispiel Otto von Bismarck lockten noch mehr Publikum zum Ausstellungsort. Durch zahlreiche Verbindungen zur Presse erschienen hunderte von Artikeln über derartige Ereignisse. Auch Post- und Sammelkarten, Film und Radio trugen zur Vermarktung bei. Plakate waren wichtige Werbemedien: Sie waren farbenfroh, bildgewaltig und groß gestaltet. Am begehrtesten waren die Plakate der Hamburger Druckerei Adolph Friedländer.

Die Inszenierung der Ausstellungen konnte man teilweise mit Theateraufführungen vergleichen. Deshalb wurden bevorzugt Artisten, Gaukler und Handwerker nach Deutschland gebracht. Alle Teilnehmer mussten gesund und kräftig sein. Es gab drei Typen der Völkerschauen: Zum einen das „Eingeborenendorf“, das der Zuschauer durchlaufen konnte, dann Schauen mit geregelten Abläufen der Vorführungen und den Sideshows, bei denen stark auf die körperliche Andersartigkeit gegenüber den Europäern hingewiesen wurde. Oft gab es aber auch Mischformen. Wichtig waren auch passende Kostüme und aufwendig gestaltete Bühnen und Kulissen, die ein Bildnis der Heimat darstellten.

Die Zurschaustellung der Völker entsprachen meist nicht der Wirklichkeit und der wahren Lebensweise der Völker, sondern vielmehr einem Abbild der europäischen Klischees zu den fremden Menschen, die durch Bücher und Erzählungen (z. B. von Karl May) und Berichten von Entdeckern entstanden waren. So zum Beispiel wurden die Feuerländer als Kannibalen dargestellt und mussten rohes Fleisch essen, Kämpfe und Kriegstänze vorführen. Indien zeichnete sich durch seine malerischen Kulissen, die prachtvollen Kostüme und bunt geschmückte Elefanten aus. Die Völkerschauen zeigten keinesfalls das reale Leben, es handelte meist um eine erniedrigende Darstellung fremder Kulturen.

Stereotypen, Klischees[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singhalesen-Völkerschau bei Carl Hagenbeck (1886)

Ein wesentliches Merkmal zur erfolgreichen Vermarktung der Völkerschauen war die Bildung von Stereotypen, die an den vorhandenen Rassismus und die Klischees über andere Völker anknüpften. Die Klischees, die in den Völkerschauen verwendet wurden, sind Teil des europäischen kulturellen Erbes. Sie knüpfen an das verbreitete Wissen um außereuropäische Völker an, das vorher schon durch Reiseberichte verbreitet worden war. Dadurch bestätigten die Völkerschauen vorhandene Vorstellungen der breiten Masse der Bevölkerung und festigten sie. Völkerschauen waren nicht aufklärerisch. Die Bevölkerung wollte das glauben, was es auf den Völkerschauen sah. Es gab zwar in dieser Zeit auch Wissenschaftler, die andere Erkenntnisse gewonnen hatten und andere Auffassungen vertraten, aber die Schausteller, die auf Zuspruch aus waren, negierten sie oder wandelten diese Erkenntnisse in ihrem Sinne unter kommerziellen Gesichtpunkten ab. Zur Verbreitung dienten vor allem Plakate und auch Postkarten, neben Berichten der Presse. Diese Stereotypen wurden massenhaft verbreitet. Völkerschauen waren nicht aufklärerisch.

Anne Dreesbach zeigte anhand einer Analyse der Plakate für Völkerschauen, dass sich sieben Völkergruppen bilden lassen, die die Stereotypen widerspiegeln. Es sind dies die sogenannten „»Urmenschen«, »Afrikaner«, »Araber«, »Menschen aus dem hohen Norden«, »Inder und Singhalesen«, »Indianer« und »Südseeinsulaner«“. Sechs dieser Gruppen ist gemein, dass auf Plakaten keine Verrichtung von Arbeit gezeigt wird. Diese rassistischen Stereotypen, die in den Völkerschauen Eingang fanden und dadurch massenhaft verbreitet wurden, knüpften an den vorhandenen Rassismus an und wirken bis in die heutige Zeit hinein.

Die sieben Völkergruppen, entsprechend dargestellt auf den Plakaten:

  • Als »Urmenschen« galten die Feuerländer, Hottentotten und Australneger. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihren Körper verunstalten, dass sie Kannibalen sind, keine richtige Sprache sprechen und trotz ihrer geistigen Beschränktheit Tänze aufführen können.
  • »Afrikaner« galten als wild und stolze Kämpfer. Sie teilen sich in ihrer Wildheit nicht nur den Lebensraum mit wilden Tieren, sondern werden mit wilden Tieren Afrikas verglichen. Auf den Plakaten sieht man sie nie arbeiten und auch auf den gezeigten Landschaften sieht man nie bestellte Felder, sondern lediglich Dschungellandschaften.
Nubier-Völkerschau bei Carl Hagenbeck (1890)
  • Die »Araber« wurden als stolze Krieger und Reiter dargestellt. Basare, Moscheen, Bauchtänze und Schlangenbeschwörer bilden das Beiwerk für die dargestellte Gefährlichkeit und ungestüme Wildheit von Arabern.
  • Die Vorstellung von »Südseeinsulanern« basierte auf einem Leben im Paradies, in dem alle unbeschwert glücklich sind. Es gibt keine Kriege und keine Not. Frauen werden halb nackt, lediglich mit einem Lendenschurz dargestellt. Die Insulaner feiern, spielen und vergnügen sich nur.
  • Dass die »Indianer« Kriege führen und von der Büffeljagd leben, ist das Bild, das den Besuchern von Völkerschauen vermittelt wurde. Auf den Plakaten wurden ferner das Rauchen der Friedenspfeife, das Abhalten von Kriegsrat, Kriegstänze und das wilde Jagen abgebildet.
  • Die »Menschen auf dem hohen Norden« wurden in gängigen Stereotypen abgebildet. Unterstellt wurde: Die Kalmücken und Lappländer müssen der Natur ihr Leben abringen. Sie führen keine Kriege und sie leben in Lagern, in denen ein komplexes Sozialsystem jedem eine Aufgabe zuweist. Auch die Tiere, die sie nutzen, werden als Zug- und Lasttiere verwendet (Kalmücken nutzen Dromedare und die Lappländer Rentiere) und diesen Tieren werden keine vergleichsweisen menschlichen Attribute zugewiesen, wie dies bei den Afrikanern der Fall ist.
  • Die »Inder und Singhalesen« wurden auf Plakaten als Mitglieder einer hohen Kultur abgebildet, die den Europäern fremd bleibt. Sie kommen kulturell den Europäern zwar am nächsten, aber Indien ist das Land der Magier, Gaukler, Tempeldienerinnen und Schlangenbeschwörer. Die Singhalesen sind auf Plakaten ähnlich wie Inder dargestellt, allerdings etwas schlichter.[37]

Völkerschauende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1930er Jahren begann das Interesse an Völkerschauen und auch das »wissenschaftliche Interesse«, das mit überaus fragwürdigen Methoden Forschung betrieb, an »exotischen« Menschen zu schwinden. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. In der Wissenschaft trat an die Stelle der Forschung daheim die Feldforschung, bei der das Verhalten der Menschen in ihrer Umwelt untersucht wurde. Das Interesse der NSDAP an Völkerschauen war zunächst gering. Das Auswärtige Amt genehmigte in den späten 1930er Jahren die sogenannte »Afrikaschau« nur unter dem Vorbehalt, dass „Unzuverträglichkeiten gegenüber der Öffentlichkeit“ ausgeschlossen seien. Die Afrikaschau kam bei der Bevölkerung gut an und die Nationalsozialisten kamen auf die Idee John Hagenbeck daran zu beteiligen und so tourte diese Veranstaltung von 1935 bis 1940 durch Deutschland. 1939 wurde eine »Kamerunschau« ohne Hagenbeck veranstaltet, zu einer weiteren derartigen Veranstaltung kam es nicht, denn das Auswärtige Amt war der Auffassung, dass diese „Art der Kolonialpropaganda […] in breiten Schichten des deutschen Volkes einer berechtigten Verständnislosigkeit begegnet“. Auch wenn 1940 jegliche Völkerschauen verboten wurden, war die Haltung hierzu in der NSDAP nicht einheitlich. Die Nationalsozialisten sahen und befürchteten in den Völkerschauen vor allem eine Rassenmischung. Kolonialprogaganda war ihnen zwar wichtig, aber nicht in der Form von Völkerschauen und diese Propaganda sollte durch Vorträge, Lichtbildervorträge und Schulungen erfolgen.[38]

Das Ende der Völkerschauen schreibt Anne Dreesbach, die Autorin des Buches Gezähmte Wilde, nicht allein den Nationalsozialisten zu, sondern sieht einen wesentlichen Faktor in der aufkommenden Filmindustrie, die seit den 1920er Jahren zu einem Massenphänomen geworden war. Filme erzielten nicht nur eine größere Wirkung, sondern waren auch einfacher zu realisieren.[39]

Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den 1950er Jahren auf dem Oktoberfest in München die Völkerschauen wiederbelebt wurden und mehrere Völkerschauen an verschiedenen Orten bis 1959 in der Bundesrepublik stattfanden, war das »Zeitalter der Völkerschauen« vorbei,[40] wesentlich verursacht durch den beginnenden Ferntourismus.[41] Hinzu kam die Haltung der europäischen Gesellschaften in den 1950er und 1960er Jahren, die aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs resultierte, mit dem Zerfall der europäischen Kolonialreiche und mit den Unabhängigkeitbestrebungen der überseeischen Völker verbunden war.[42]

Rassismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Völkerschauen gingen von der gedachten Überlegenheit des »Weißen Mannes« aus, obwohl dies selten auf Plakaten gezeigt wurde. Dennoch waren dieses Überlegenheitsgefühl, der Kolonialismus und der Imperialismus der Hintergrund der Völkerschauen. Die kommerziell geprägten Völkerschauen waren rassistisch, dabei wurden andere Kulturen vereinnahmt und die ausgestellten Menschen ausschließlich zum Vergnügen der Zuschauer ausgestellt. Die Akteure auf den Zurschaustellungen bezeichnete Hagenbeck nicht umsonst als »Menschenmaterial«. Offene Kolonialpropaganda wurde selten betrieben und mit offenem Rassismus konnte man keine zahlende Zuschauer anlocken.

Artistengruppe im Tiergarten Nill (um 1900)

Die exotischen Menschen wurden vereinnahmt und ihre Lebensweisen als primitiv dargestellt. In den Vordergrund rückten stets negative Beschreibungen: Was diese Völker nicht können, was sie nicht haben und was sie nicht sind. Hervorgehoben und gelobt wurden lediglich ihre körperlichen Fähigkeiten. Bei der Beurteilung des Aussehens dienten die eigenen Schönheitsideale als Vorlage. Das vorgestellte Leben musste den Vorstellungen der Zuschauer entsprechen, bei den Inszenierungen wurde häufig Bezug genommen auf die Ereignisse des familiären Alltagsleben, das auch dem der Europäer entsprach, wie beispielsweise Feiern einer Geburt, Hochzeit mit Tanz usw. Die ursprüngliche Bedeutung wie das Schmücken und Bemalen der Körper, die Bedeutung von Ritualen, Tänzen und zeremoniellen Handlungen blieben den Zuschauern verborgen.

Ganze Kontinente wie Afrika mussten in den Völkerschauen rassistisch vorgeprägten Bildern entsprechen, beispielsweise dem der vorgestellten Afrikaner und dem von Karl May geprägten Bild der nordamerikanischen Indianer. Die gesamte Geschichte der Menschheit wurde in den Völkerschauen im 19. Jahrhundert durch die rassistischen Vorstellungen des industrialisierten Europas und Nordamerikas geprägt. Diese Stufe der Industrialisierung sollten nun die anderen Völker auch erreichen.[43]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit, in der die Völkerschauen abgehalten wurden, gab es wenig Kritik daran. Erst in jüngerer Zeit wird der Begriff Völkerschau hinterfragt und auch der Begriff Menschenzoo verwendet.

1872 wurde von der Münchener Polizeidirektion die Ausstellung eines „Indianers“ auf dem Oktoberfest untersagt, weil „derartige Schaustellungen … der Menschenwürde zuwiderlaufen“.[44] Kritik kam auch aus den Reihen der Deutschen Kolonialgesellschaft, deren Vorstandsmitglied Fran Strauch 1900 in einer Denkschrift den Veranstaltern die rein kommerzielle Ausrichtung vorwarf und deren schädlichen Einfluss thematisierte.[45] Als Folge wurde im Deutschen Reich 1900 die „Ausfuhr von Eingeborenen aus den Kolonien zum Zwecke der Schaustellung“ verboten.[46]

Seit der im Jahr 1999 einsetzenden Diskussion über die Rede Regeln für den Menschenpark des Philosophen Peter Sloterdijk sind auch Völkerschauen als „Menschenpark“ kritisiert worden.[47] So geriet zum Beispiel der Augsburger Zoo im Juni 2005 in die öffentliche Diskussion, nachdem er eine viertägige Veranstaltung mit dem Titel „African Village“ („Afrikanisches Dorf“) angekündigt hatte. Wegen dieser Wortwahl, so hieß es, könne auf das Zurschaustellen von außereuropäischen Völkern in Zoos wie in den Völkerschauen geschlossen werden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Veranstaltung keineswegs etwas mit Rassismus und Kolonialismus zu tun hatte.[48][49][50]

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Die Wilden“ in den Menschenzoos. 92 Min. Regie: Bruno Victor-Pujebet, Pascal Blanchard. Produktion: Arte. Frankreich 2017.[51][52][53]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Utz Anhalt: Tiere und Menschen als Exoten – Exotisierende Sichtweise auf das „Andere“ in der Gründungs- und Entwicklungsphase der Zoos. Technische Informationsbibliothek (TIB) – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek Hannover, Hannover 2007 (PDF).
  • Manuel Armbruster: „Völkerschauen“ um 1900 in Freiburg i. Br. – Kolonialer Exotismus im historischen Kontext. freiburg-postkolonial.de, Freiburg im Breisgau 2011 (PDF).
  • Pascal Blanchard, Nicolas Bancel u. a.: MenschenZoos. Schaufenster der Unmenschlichkeit. Les éditions du Crieur Public, Hamburg 2012, ISBN 978-3-9815062-0-4.
  • Rea Brändle: Wildfremd, hautnah. Völkerschauen und ihre Schauplätze in Zürich 1880–1960. Rotpunktverlag, Zürich 1995, ISBN 3-85869-120-8.
  • Anne Dreesbach, Helmut Zedelmaier (Hrsg.): Gleich hinterm Hofbräuhaus waschechte Amazonen. Exotik in München um 1900. Dölling und Galitz, Hamburg 2003, ISBN 978-3-935549-77-6.
  • Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-593-37732-2.[54]
  • Anne Dreesbach: Kolonialausstellungen, Völkerschauen und die Zurschaustellung des „Fremden“. In: Europäische Geschichte Online, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz 2012, ISSN 2192-7405 (Online; PDF).
  • Gabi Eissenberger: Entführt, verspottet und gestorben – Lateinamerikanische Völkerschauen in deutschen Zoos. Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-88939-185-0.
  • Angelika Friederici: Völker der Welt auf Castans Bühnen. In: Castan’s Panopticum. Ein Medium wird besichtigt. Heft 10 (D3). Karl-Robert Schütze, Berlin 2011, DNB 1018126627.
  • Cordula Grewe (Hrsg.): Die Schau des Fremden. Ausstellungskonzepte zwischen Kunst, Kommerz und Wissenschaft. Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-08843-5.
  • Carl Hagenbeck: Völkerschauen von der Arktis bis zum Feuerland. In: Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Leipzig 1967, S. 66 ff. (Online bei Zeno.org).
  • Sylke Kirschnick: Koloniale Szenarien in Zirkus, Panoptikum und Lunapark. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) … Macht und Anteil an der Weltherrschaft. Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast, Münster 2005, ISBN 978-3-89771-024-5, S. 171–176.
  • Haug von Kuenheim: Carl Hagenbeck. Ellert & Richter, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8319-0182-1, S. 95–117.
  • Susann Lewerenz: Völkerschauen und die Konstituierung rassifizierter Körper. In: Torsten Junge, Imke Schmincke (Hrsg.): Marginalisierte Körper. Beiträge zur Soziologie und Geschichte des anderen Körpers. Unrast, Münster 2007, ISBN 978-3-89771-460-1, S. 135–154.
  • Hartmut Lutz (Hrsg.): Abraham Ulrikab im Zoo – Tagebuch eines Inuk 1880/81. von der Linden, Wesel 2007, ISBN 978-3-926308-10-8.
  • Volker Mergenthaler: Völkerschau – Kannibalismus – Fremdenlegion. Zur Ästhetik der Transgression (1897–1936). Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 978-3-484-15109-3.
  • Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. Basler Afrika Bibliographien, Basel 1993, ISBN 3-905141-57-4.
  • Werner Michael Schwarz: Anthropologische Spektakel. Zur Schaustellung „exotischer“ Menschen, Wien 1870–1910. Turia und Kant, Wien 2001, ISBN 3-85132-285-1.
  • Hilke Thode-Arora: Für fünfzig Pfennig um die Welt. Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-34071-2.
  • Stefanie Wolter: Die Vermarktung des Fremden. Exotismus und die Anfängen des Massenkonsums. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-593-37850-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Völkerschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Völkerschau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikisource: Eskimos in Berlin (1878) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, S. 11 ff.
  2. Manuel Armbruster: „Völkerschauen“ um 1900 in Freiburg i. Br. – Kolonialer Exotismus im historischen Kontext. S. 3 ff.
  3. Ursula Trüper: Die Deutsche Colonial-Ausstellung von 1896 im Treptower Park. In: Deutsches Museum (Hrsg.), ohne Datum, abgerufen am 29. Juli 2020
  4. Ausstellungen, anthropologische. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 2, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905, S. 158.
  5. Schaustellungen, anthropologische. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1909, S. 716.
  6. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 320–321.
  7. Christa Hager: Nackt müsst ihr sein natürlich In: Wiener Zeitung ohne Datum, abgerufen am 27. Juli 2020
  8. Marc Tribelhorn: Menschenzoos. In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. Dezember 2013
  9. Kannibalen gucken. In: Tagesspiegel vom 28. September 2018
  10. Völkerschauen: Menschen zur Schau gestellt wie im Zoo. In: Deutsche Welle vom 10. März 2017
  11. Peter Burghardt: Rassismus. Reste des Menschenzoos. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010
  12. Sina Riebe: Rassismus-Vorwürfe gegen Hagenbeck Hamburger erinnern an grausamen „Menschenzoo“. In: Hamburger Morgenpost vom 3. Juli 2020
  13. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 25.
  14. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 21/22
  15. Elenor Dark: Bennelong (c. 1764–1813). In: Australian Dictionary of Biography von 1966
  16. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 4 2/43
  17. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 40 bis 49
  18. Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung (Hrsg.): Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896; amtlicher Bericht über die erste Deutsche Kolonial-Ausstellung (online bei Archive.org)
  19. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870–1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 249/250
  20. Werner Michael Schwarz: Anthropologische Spektakel. Zur Schaustellung „exotischer“ Menschen, Wien 1870–1910. S. 223 ff.
  21. Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. S. 35.
  22. Pascal Blanchard, Sandrine Lemaire u.a: Menschenzoos als Instrument der Kolonialpropaganda. In: Le Monde diplomatique, 11. August 2000, S. 16.
  23. Balthasar Staehelin: Völkerschauen im Zoologischen Garten Basel 1879–1935. S. 27.
  24. Adam Hochschild: King Leopold’s Ghost: a Story of Greed, Terror, and Heroism in Colonial Africa. Papermac, London, 2000, ISBN 978-0-333-76544-9
  25. Marshall Everett, „The book of the Fair : the greatest exposition the world has ever seen photographed and explained, a panorama of the St. Louis exposition“, Philadelphia: P. W. Ziegler 1904, Chapter VI, „Giants at the Exposition“, S. 101 ff., https://archive.org/details/bookoffairgreate00ever/page/100 und Chapter XIX, „The Study of Mankind“, S. 265 ff., https://archive.org/details/bookoffairgreate00ever/page/264
  26. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 53.
  27. Susann Lewerenz: Die Deutsche Afrika-Schau (1935–1940). Rassismus, Kolonialrevisionismus und postkoloniale Auseinandersetzungen im nationalsozialistischen Deutschland. Frankfurt/New York 2005. ISBN 3-593-37732-2
  28. tagesanzeiger.ch
  29. nzz.ch
  30. Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Leipzig 1967, S. 66 (Online bei Zeno.org).
  31. Susanne Tölke: Erste Völkerausstellung bei Hagenbeck. In: BR.de. 11. März 2010, abgerufen am 8. September 2020.
  32. Haug von Kuenheim: Carl Hagenbeck. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2007, S. 96–98.
  33. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer« Menschen in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 53
  34. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Frankfurt a. M. 2005, S. 64 ff.
  35. voelkerkundemuseum-muenchen.de (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  36. Günter H. W. Niemeyer: Hagenbeck. Geschichte und Geschichten. Hamburg 1972, S. 215 ff.
  37. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 135 bis 149.
  38. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 306 bis 316
  39. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 314/315
  40. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 306/307
  41. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 316
  42. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2 S. 318
  43. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer Menschen« in Deutschland 1870-1940. 1. Aufl. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2005, ISBN 3-593-37732-2. S. 183 bis 189
  44. Münchener Gemeinde-Zeitung, 1 (1872), Nr. 27 vom 4. Juli 1872, S. 204 (Google-Books).
  45. Deutsche Kolonialzeitung 1900, Nr. 44–46, S. 500, 511 und 520
  46. http://ieg-ego.eu/de/threads/hintergruende/europaeische-begegnungen/anne-dreesbach-kolonialausstellungen-voelkerschauen-und-die-zurschaustellung-des-fremden
  47. Werner Balsen: Exoten für den Menschenpark. In: Frankfurter Rundschau, 16. September 2002.
  48. Henryk M. Broder: Skandal Ausstellung. Zu Besuch im Ethno-Zoo, vom 13. Juni 2005. In: Spiegel-online
  49. Sonja Zekri: Skandal im Zoo. Das ist kein afrikanisches Dorf, sondern ein African Village, vom 17. Mai 2005
  50. Utz Anhalt: Im Menschenpark. In: taz, 3. Mai 2007.
  51. "Die Wilden" in den Menschenzoos. In: Programm.ARD.de. 29. September 2018, abgerufen am 8. September 2020.
  52. Thomas Gehringer: Arte-Doku über "Menschen-Zoos". In: Tagesspiegel.de. 28. September 2018, abgerufen am 8. September 2020.
  53. „Die Wilden“ in den Menschenzoos als Komplettbeitrag bei Youtube.
  54. Philipp Dorestal: Rezension von Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. In: Analyse & kritik. Nr. 504, 17. März 2006.