Hamburg Aviation

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Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e.V.
(Hamburg Aviation)
Hamburg Aviation Logo
Zweck: Die Unterstützung, Förderung und Gestaltung der Entwicklung des Luftfahrtclusters Metropolregion Hamburg
Vorsitz: Joachim Szodruch[1]
Gründungsdatum: 2011
Sitz: Hamburg
Website: www.hamburg-aviation.com

Hamburg Aviation ist der Markenname des "Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e.V.", einem Verein aus Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie der Stadt Hamburg, der die Entwicklung der Luftfahrtindustrie in der Metropolregion Hamburg fördert.[2] Mit mehr als 40.000 Beschäftigten im Jahr 2012[3] handelt es sich um einen der größten Standorte der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit.[4]

Der Luftfahrtstandort Metropolregion Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Metropolregion Hamburg ansässig sind unter anderem der Flugzeugproduzent Airbus und Lufthansa Technik, der Weltmarktführer im Bereich Wartung, Reparatur und Überholung von zivilen Flugzeugen.[5] Der bereits 1912 als Luftschiffhafen eröffnete Flughafen Hamburg gilt als einer der dienstältesten Flughafen der Welt, der noch an seinem ursprünglichen Standort betrieben wird.[6] Hinzu kommen über 300 spezialisierte Zulieferer, darunter auch Dependancen der Diehl Aerosystems GmbH.[7] Viele der zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen werden durch die Unternehmensverbände Hanse Aerospace e.V. und HECAS vertreten.

Vier der Hamburger Hochschulen bieten ein Studienprogramm mit starkem Luftfahrtbezug an:

Ebenfalls in Hamburg ansässig sind die DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Institute für Luft- und Raumfahrtmedizin und für Lufttransportsysteme.[8]

Der Kabinenschwerpunkt: Crystal Cabin Award und Aircraft Interiors Expo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein besonderer Schwerpunkt vieler Luftfahrtunternehmen in der Metropolregion Hamburg ist die Innenausstattung von Flugzeugen bzw. das Design von Flugzeugkabinen: Airbus entwickelt und baut hier die Kabinen der A380 und die Lufthansa Technik AG gestaltet In-flight Entertainment Systeme sowie Luxus-Ausstattungen für Privatflugzeuge.[9] Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen sind zudem auf Kabinendesign, -ausstattung, -technologie oder In-flight Entertainment & Communications (IFE&C) spezialisiert.

Deutlich wird der Schwerpunkt des Luftfahrtstandorts an der seit 2002 jährlich in Hamburg stattfindenden internationalen Fachmesse Aircraft Interiors Expo. Im Rahmen dieser Messe wird seit 2007 der Crystal Cabin Award[10] für außergewöhnliche Produktinnovationen im Bereich Flugzeuginnenausstattung verliehen.[11] Der Preis wird von der Freien und Hansestadt Hamburg gestiftet.

Das Luftfahrtcluster Hamburg Aviation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine solche Anhäufung von Unternehmen entlang einer Wertschöpfungskette und Verwebung mit Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, wie sie in der Metropolregion Hamburg vorliegt, wird in den Wirtschaftswissenschaften als Cluster bezeichnet.[12] Ein Cluster ist dabei durch eine Triple-Helix-Struktur definiert: dem Zusammenspiel von Wirtschaft, Forschung und Lehre sowie öffentlicher Hand.[13]

Um die Entwicklung des Clusters der Hamburger Luftfahrtindustrie zu befördern, hat sich 2001 aus Unternehmen, Hochschulen und Behörden die "Luftfahrtinitiative Hamburg" formiert. Im Jahr 2011 wurde daraus mit 15 Gründungsmitgliedern der Verein "Luftfahrtfahrtcluster Metropolregion Hamburg e.V.". Hamburg Aviation ist der Markenname des Vereins. Sein Zweck ist die gemeinsame Koordination von Initiativen zur Unterstützung der Luftfahrtindustrie in der Region.[14] Beispiele seiner Arbeit sind die Initiierung von Kooperationen in der Forschung, die Betreuung von EU-Forschungsprojekten, aber auch regelmäßige Branchentreffen wie das Hamburg Aviation Forum[15] und die Organisation von Veranstaltungen zur Nachwuchssicherung.

Gewinn des Spitzencluster-Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde die damalige Luftfahrtinitiative Hamburg im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als Spitzencluster ausgezeichnet.[16] Der Standort wurde daraufhin mit einem Volumen von insgesamt 40 Millionen Euro gefördert.[17] Mit dem Geld wurden zusammen mit Unternehmen zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte teilfinanziert.[18] Die Gesamtinvestition in Forschung und Entwicklung in Folge des Gewinns beläuft sich über 80 Millionen Euro.

Verbundprojekte am Standort: ZAL und HCAT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als von Hamburg Aviation angestoßenes Verbundprojekt der Universitäten, Luftfahrtunternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und der Freien und Hansestadt Hamburg wurde 2009 das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) gegründet.[19] Der Qualifizierung von Fachkräften und der Nachwuchsförderung dient unter anderem die Lernortkooperation Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT).[20][21]

Initiativen zur Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sicherung qualifizierter Nachwuchskräfte ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit von Hamburg Aviation.[22] Diesem Ziel dienen zahlreiche Projekte, die von Wirtschaft, Stadt und Universitäten gemeinsam getragen werden. Beispiele sind unter anderem der Faszination Technik Klub[23], der Kindern und Jugendlichen Vorlesungen und Veranstaltungen zum Thema Luftfahrt anbietet, und die DLR_School_Lab Schülerlabore in der Technischen Universität Hamburg-Harburg, in denen Schüler technische und naturwissenschaftliche Experimente durchführen können.

Internationale Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Arbeitsfeld des Vereins ist die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zwischen den Luftfahrtstandorten. Hierfür rief Hamburg Aviation im Mai 2009 die European Aerospace Cluster Partnership (EACP) ins Leben.[24] Ziel der Organisation ist der Wissensaustausch und die Initiierung länderübergreifender Kooperationsprojekte.[25] Eines von ihnen ist das Projekt CARE: Clean Aerospace Regions, das von der Europäischen Kommission gefördert wird. In seinem Rahmen arbeiten 10 Partner zusammen, wovon 8 Mitglieder der EACP sind, um die Forschung in ökoeffiziente Technologien und Verfahren für das Lufttransportsystem zu fördern.[26]

Gründungsmitglieder von Hamburg Aviation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglichen Gründungsmitglieder, aus denen die heutige Organisation Hamburg Aviation hervorgegangen ist, sind:

Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum- HAMBURG AVIATION. HAMBURG AVIATION, abgerufen am 21. Juni 2015.
  2. Kopp, Martin: Absage ans Cluster. Vertretung der Luftfahrtbranche gibt sich neuen Namen. Artikel in “Die Welt” vom 3. September 2012.
  3. http://www.hamburg-aviation.de/de/ueber-uns/standort.html
  4. Bräuninger, Michael; Döll, Sebastian; Nolte, André; Wohlers, Eckhardt: Zukunftsperspektiven der Luftfahrtindustrie - Chancen und Risiken für das Luftfahrtcluster in der Metropolregion Hamburg, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut im Auftrag der HSH Nordbank 2010, online: http://www.hwwi.org/fileadmin/hwwi/Leistungen/Gutachten/Studie-zur-Luftfahrtindustrie-in-Hamburg.pdf
  5. Frank Hülsmann: Geschäftsbericht 2008. Deutsche Lufthansa AG, S. 94, abgerufen am 4. März 2013 (pdf; 4,0 MB).
  6. Zahlen, Daten, Fakten. Flughafen Hamburg GmbH, Juni 2011, S. 32, abgerufen am 4. März 2013 (pdf; 3,4 MB).
  7. Unternehmensprofil Diehl Service Modules. Diehl Stiftung & Co. KG, abgerufen am 4. März 2013.
  8. Der Standort Hamburg des DLR. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), abgerufen am 4. März 2013.
  9. Wo die inneren Werte zählen – Hamburgs Kabinenkompetenz. Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg e.V., abgerufen am 4. März 2013.
  10. General Information. Crystal Cabin Award Association, abgerufen am 4. März 2013 (englisch).
  11. Munke, Hans-Jörg: Weltweit führende Fachmesse, Artikel in: Hamburger Abendblatt, 21. März 2009.
  12. Porter, Michael E.: Clusters and the New Economics of Competition; Harvard Business Review: 1998.
  13. Etzkowitz, Henry: The Triple Helix. University-Industry-Government Innovation in Action, Taylor & Francis Group, 2008.
  14. http://www.hamburg-aviation.de/de/ueber-uns/spitzencluster.html.
  15. http://www.hamburg-aviation.de/de/aktivitaeten/hamburg-aviation-forum.html
  16. http://www.bmbf.de/de/20757.php.
  17. Hamburger Abendblatt: Luftfahrtindustrie erhält zehn Millionen Euro an Fördergeldern, Artikel vom 17. Januar 2011.
  18. http://www.hamburg-aviation.de/de/ueber-uns/spitzencluster.html.
  19. http://www.zal.aero/
  20. http://www.hcat.hamburg.de/index.php/article/detail/2
  21. Schütte, Gisela: Ein Flugzeug als schwieriges Puzzlespiel. Studenten lernen im HCAT, wie Kabinen und Cockpits optimal gestaltet werden. Online auf: Die Welt vom 20. Februar 2012.
  22. http://www.hamburg-aviation.de/de/aktivitaeten/nachwuchsfoerderung.html.
  23. http://www.faszination-fuer-technik.de/startseite.html.
  24. http://www.hamburg-aviation.de/de/ueber-uns/partnerschaft-kooperationen.html.
  25. http://www.eacp-aero.eu
  26. http://care-aero.eu.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]