Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

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Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Logo
Gründung 1970
Trägerschaft Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Ort Hamburg
Land Deutschland
Präsident Micha Teuscher[1]
Studierende Rund 17.100 WS 2018/2019[2]
Professoren 401 Professoren, 399 wissenschaftliche Mitarbeiter und 492 Lehrbeauftragte
Website www.haw-hamburg.de
Schulprospekt aus dem Jahre ca. 1920, archiviert im Ida-Seele-Archiv
Hauptgebäude am Campus Berliner Tor der HAW Hamburg
Kunst- und Mediencampus Hamburg (ehemalige Frauenklinik Finkenau); Architekt: Fritz Schumacher
Campus Armgartstraße der HAW Hamburg

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (kurz: HAW Hamburg, bis 2001: Fachhochschule Hamburg) ist die zweitgrößte Hochschule in Hamburg und die drittgrößte Fachhochschule in Deutschland. Gegliedert ist die HAW Hamburg in die vier Fakultäten Design, Medien, Information (DMI), Life Sciences (LS), Technik und Informatik (TI) sowie Wirtschaft und Soziales (W&S). Im Wintersemester 2018/19 belegen rund 17.100 Studierende 38 Bachelor- und 37 Master-Studiengänge. Sie werden unterrichtet von 401 Professoren, 492 Lehrbeauftragten und 399 wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der heutigen HAW Hamburg reicht bis in das Jahr 1916 zurück, mit der ins Leben gerufenen Doppelanstalt Soziale Frauenschule/Sozialpädagogisches Institut[3]. Die Ausbildungsstätte wurde am 20. April 1917 eröffnet. Sie wollte unter anderem ehe- und kinderlosen Frauen soziale und pädagogische Beschäftigung ermöglichen. Die Nachfrage an einem Ausbildungsplatz war enorm. Die Soziale Frauenschule richtete zwei Parallelklassen mit ca. 30 Schülerinnen ein, das Sozialpädagogische Institut nahm an die 36 Schülerinnen auf, wobei im Herbst des gleichen Jahres noch weitere 40 junge Mädchen und Frauen hinzu kamen. Die Verantwortung lag in den Händen von Gertrud Bäumer (wissenschaftliche Leitung) und Marie Baum (Leitung der praktischen Arbeit). Ab 1920 übernahmen Margarete Treuge die wissenschaftliche und Hildegard von Gierke die praxisorientierte Schulleitung. Letztgenannte schied bereits nach zwei Jahren wieder aus, während Margarete Treuge im Herbst 1933 von den Nazis entlassen wurde. Hildegard Kipp übernahm als sogenannte Unbelastete nach 1945 die Schulleitung. Die Soziale Frauenschule wurde später in eine Höhere Fachschule für Sozialpädagogik umgewandelt[4].

Im Herbst 1968 wurde von den Ministern der Länder beschlossen, die Ingenieurschulen und höheren Fachschulen für Wirtschaft, für Sozialpädagogik und Sozialarbeit, für Gestaltung und für Landwirtschaft zu Fachhochschulen zusammenzuführen. Diese sollten für Schüler, die mit Abschluss der 12. Klasse die Fachhochschulreife bestanden hatten, ein praxisorientiertes Studium auf wissenschaftlicher Grundlage mit dem Abschluss der Graduierung anbieten.

Am 18. Februar 1970 verabschiedete die Hamburger Bürgerschaft das Gesetz über die Fachhochschule Hamburg. Sie hat den Auftrag, eine fachliche Ausbildung auf wissenschaftlicher oder künstlerischer Grundlage zu vermitteln. Das Ziel der Ausbildung ist die Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse in einer selbständigen Berufstätigkeit. 13 verschiedene, bisher selbständige Schulen wurden nun zu Fachbereichen der Fachhochschule Hamburg.[5] Ihren heutigen Namen erhielt die Hochschule im Zuge der Internationalisierung der Studiengänge im August 2001.[6]

Ihre ehemaligen Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik sind inklusive der beteiligten Studierenden in die 2006 gegründete HafenCity Universität ausgegliedert worden. Dort sind zudem der ehemalige Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Fachbereich Stadtplanung der Technischen Universität Hamburg-Harburg zu finden. Die HAW Hamburg kennzeichnet aufgrund ihrer von Vielfalt geprägten Entstehungsgeschichte eine große Breite an Themen und Kompetenzen. Um diese effizient zu bündeln, hat sie 2006 mit dem Aufbau sogenannter Competence Center begonnen. Fakultätsübergreifend und interdisziplinär sind darin zukunftsrelevante Themenfelder gebündelt – von „Gesundheit“, über „Erneuere Energien und Energieeffizienz“ bis hin zu „Kommunikation“.

Im Jahr 2010 wurde der hochschuleigene Chor gegründet, der von Uschi Krosch geleitet wird, und 2019 bei einem Chorprojekt in der Carnegie Hall sang.[7]

Studium und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultäten und Departments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehre und Forschung werden an der HAW Hamburg von vier Fakultäten mit 18 Departments erbracht:

Campus Bergedorf der HAW Hamburg

Fakultät Design, Medien und Information

Fakultät Technik und Informatik

  • Department Fahrzeugtechnik & Flugzeugbau
  • Department Informatik
  • Department Informations- & Elektrotechnik
  • Department Maschinenbau & Produktion

Fakultät Life Sciences

Fakultät Wirtschaft und Soziales

  • Department Public Management (Allgemeine Verwaltung)
  • Department Soziale Arbeit
  • Department Pflege und Management
  • Department Wirtschaft

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Auflistung der jeweiligen Studiengänge der Departments findet sich sowohl für die Bachelor-[8] als auch für die Master-Studiengänge[9] auf der Webseite.

Ausbildung der Anwärter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwärter des gehobenen, allgemeinen Verwaltungsdienstes[10] bei der Freien und Hansestadt Hamburg werden seit 2005 an der HAW Hamburg ausgebildet (Studiengang Public Management). Die Studierenden erhalten im Regelfall nach sechs Semestern ihren Bachelor, zwei davon verbringen sie in Praxisstationen in der Hamburger Verwaltung.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HAW Hamburg organisiert ihre zahlreichen Forschungs-, Entwicklungs- und Transferaktivitäten in:

  • Competence Centern
  • Forschungs- und Transferzentren
  • Forschergruppen

Sie alle fügen sich in die Forschungsschwerpunkte ein:

  • Energie und Nachhaltigkeit
  • Gesundheit und Ernährung
  • Mobilität und Verkehr
  • Information, Kommunikation und Medien

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Hamburg)
Zentraler Campus Berliner Tor
Zentraler Campus Berliner Tor
Campus Bergedorf
Campus Bergedorf
Modecampus Armgartstraße
Modecampus Armgartstraße
Kunst- und Mediencampus Finkenau
Kunst- und Mediencampus Finkenau
Die Campusse der HAW

Da die HAW Hamburg aus verschiedenen Hochschulen hervorgegangen ist, ist ihr Campusleben von unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen geprägt:

Campus Adresse Stadtteil (Bezirk)
Zentraler Campus Berliner Tor Berliner Tor 5–13, 21
Stiftstraße 69
Alexanderstraße 1
Steindamm 94, 103, 105
Sankt Georg (Bezirk Mitte)
Luftfahrtcampus Eiffestraße Eiffestraße 51 Borgfelde (Bezirk Mitte)
Campus Bergedorf Ulmenliet 20
Lohbrügger Kirchstraße 65
Lohbrügge (Bergedorf)
Campus Armgartstraße Armgartstraße 25 Hohenfelde (Hamburg Nord)
Kunst- und Mediencampus Hamburg Finkenau 35 Uhlenhorst (Hamburg Nord)

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HAW Hamburg unterhält Partnerschaften zu 190 anderen Hochschulen und Partnern[11] in aller Welt. Sie ist Mitglied im Hochschulverbund UAS7, dessen Ziel es ist, die sieben führenden deutschen Universities of Applied Sciences international zu vertreten. Außerdem ist die HAW Hamburg Mitglied im europäischen Hochschulnetzwerk CARPE (Consortium on Applied Research and Professional Education) und im internationalen Design-Netzwerk Cumulus. Rund 2.200 ausländische Studierende (13,6 Prozent aller Studierenden) aus über 100 Nationen studieren im WS 2017/18 an der HAW Hamburg.[12]

Promotionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HAW Hamburg unterstützt die Anbahnung und Durchführung von Promotionen in Zusammenarbeit mit promotionsberechtigten Hochschulen im In- und Ausland. Sie begleitet diese kooperativen Promotionsvorhaben vom ersten Interesse bis zum Abschluss der Promotion und darüber hinaus. Derzeit betreuen Professoren der HAW Hamburg über 100 Promotionsvorhaben in Zusammenarbeit mit Kollegen an promotionsberechtigten Hochschulen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtseinführung Teuscher, abgerufen am 9. Juni 2017
  2. Über die HAW Hamburg
  3. vgl. https://www.abendblatt.de/hamburg/article210711191/Die-Sozialen-Frauenschule-Vorlaeufer-der-Sozialpaedagogik.html
  4. http://www2.hs-esslingen.de/~jsteck/04_Jubilaeum-SAGP/Festschrift_100_Jahre_Ausbildung_zur_Sozialen_Arbeit_HAW_Hamburg_DZI_2017.pdf
  5. Sigrid Schambach: Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften und ihre Vorläufer von 1945 bis heute – ein Überblick.
  6. Geschichte der HAW
  7. [1]
  8. HAW Hamburg: Bachelor-Studiengänge: HAW Hamburg. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  9. HAW Hamburg: Master-Studiengänge: HAW Hamburg. Abgerufen am 16. Januar 2018.
  10. Duales Studium gehobener allgemeiner Verwaltungsdienst
  11. https://www.haw-hamburg.de/international/partner-projekte/internationale-netzwerke.html
  12. Über die HAW Hamburg

Koordinaten: 53° 33′ 22,6″ N, 10° 1′ 19,1″ O