Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

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Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
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Gründung 1970
Trägerschaft Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke
Ort Hamburg
Land Deutschland
Präsident Micha Teuscher
Studenten 17.125
Professoren 418 Professoren, 467 wissenschaftliche Mitarbeiter und 483 Lehrbeauftragte
Website www.haw-hamburg.de
Schulprospekt aus dem Jahre ca. 1920, archiviert im Ida-Seele-Archiv
Hauptgebäude am Campus Berliner Tor der HAW Hamburg
Kunst- und Mediencampus Hamburg (ehemalige Frauenklinik Finkenau); Architekt: Fritz Schumacher
Campus Armgartstraße der HAW Hamburg

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (kurz: HAW Hamburg, bis 2001: Fachhochschule Hamburg) ist die zweitgrößte Hochschule in Hamburg und gehört zu den sieben forschungsorientierten deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im UAS7-Netzwerk.[1] Gegliedert ist die HAW Hamburg in vier Fakultäten mit 18 Departments, die an vier Standorten im Stadtgebiet verteilt sind. Im Wintersemester 2020/21 belegen 17.125 Studierende 37 Bachelor- und 36 Master-Studiengänge. Sie werden unterrichtet von 418 Professoren, 483 Lehrbeauftragten und 467 wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige HAW Hamburg ist aus zahlreichen Vorgängerinstitutionen hervorgegangen. Dazu gehören neben dem Sozialpädagogischen Institut, das 1917 eröffnet wurde, das staatliche Technikum mit einer Höheren Maschinenbauschule (1893), die Höhere Schiffbauschule (1895), die Wagenbauschule (1896) sowie die Höheren Schulen für Elektrotechnik (1896) und für Schiffsmaschinenbau (1899). Aus der Gewerbeschule für Mädchen, die 1873 von Emilie Wüstenfeld eröffnet wurde, und aus der sich die Meisterschule für Mode und später die Werkkunstschule für Textil, Grafik und Werbung entwickelte, ist der Kern des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule Hamburg entstanden.[2]

Im Herbst 1968 wurde von den Kultusministern der Länder beschlossen, die bisherigen Ingenieurschulen und höheren Fachschulen für Wirtschaft, für Sozialpädagogik und Sozialarbeit, für Gestaltung und für Landwirtschaft zu Fachhochschulen zusammenzuführen. Diese sollten für Schüler, die mit Abschluss der 12. Klasse die Fachhochschulreife bestanden hatten, ein praxisorientiertes Studium auf wissenschaftlicher Grundlage mit dem Abschluss der Graduierung anbieten.

Am 18. Februar 1970 verabschiedete die Hamburger Bürgerschaft das Gesetz über die Fachhochschule Hamburg. Sie hat den Auftrag, eine fachliche Ausbildung auf wissenschaftlicher oder künstlerischer Grundlage zu vermitteln. Das Ziel der Ausbildung ist die Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse in einer selbständigen Berufstätigkeit. 13 verschiedene, bisher selbständige Schulen wurden nun zu Fachbereichen der Fachhochschule Hamburg. Die Jahre 2001/2002 sind Zeiten großer Veränderungen an der Hochschule: Nach jahrelangen Bemühungen erfolgte die Umbenennung in Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. 2020 feierte die HAW Hamburg ihr 50-jähriges Jubiläum.[3]

Ihre ehemaligen Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik sind inklusive der beteiligten Studierenden in die 2006 gegründete HafenCity Universität Hamburg ausgegliedert worden. Dort sind zudem der ehemalige Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Fachbereich Stadtplanung der Technischen Universität Hamburg-Harburg zu finden. Die HAW Hamburg kennzeichnet aufgrund ihrer von Vielfalt geprägten Entstehungsgeschichte eine große Breite an Themen und Kompetenzen. Um diese effizient zu bündeln, hat sie 2006 mit dem Aufbau sogenannter Competence Center begonnen. Fakultätsübergreifend und interdisziplinär sind darin zukunftsrelevante Themenfelder gebündelt – von „Gesundheit“, über „Erneuere Energien und Energieeffizienz“ bis hin zu „Kommunikation“.

Im Jahr 2010 wurde der hochschuleigene Chor gegründet, der von Uschi Krosch geleitet wird, und 2019 bei einem Chorprojekt in der Carnegie Hall sang.[4]

Seit dem 2. Mai 2017 ist der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Management Micha Teuscher Präsident der Hochschule.[5]

Studium und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultäten und Departments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehre und Forschung werden an der HAW Hamburg von vier Fakultäten mit 18 Departments erbracht:

Fakultät Design, Medien und Information (DMI)

Fakultät Technik und Informatik (TI)

  • Department Fahrzeugtechnik & Flugzeugbau
  • Department Informatik
  • Department Informations- & Elektrotechnik
  • Department Maschinenbau & Produktion

Fakultät Life Sciences (LS)

Fakultät Wirtschaft und Soziales (W&S)

  • Department Public Management (Allgemeine Verwaltung)
  • Department Soziale Arbeit
  • Department Pflege und Management
  • Department Wirtschaft

Ausbildung der Anwärter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwärter des gehobenen, allgemeinen Verwaltungsdienstes[6] bei der Freien und Hansestadt Hamburg werden seit 2005 an der HAW Hamburg ausgebildet (Studiengang Public Management). Ebenso nimmt Dataport an diesem Ausbildungsmodell teil. Die Studierenden erhalten im Regelfall nach sechs Semestern ihren Bachelor, zwei davon verbringen sie in Praxisstationen in der Hamburger Verwaltung oder Dataport.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HAW Hamburg organisiert ihre Forschungs-, Entwicklungs- und Transferaktivitäten in:

  • Competence Centern
  • Forschungs- und Transferzentren
  • Forschergruppen

Sie alle fügen sich in die Forschungsschwerpunkte ein:

  • Energie und Nachhaltigkeit
  • Gesundheit und Ernährung
  • Mobilität und Verkehr
  • Information, Kommunikation und Medien

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Hamburg)
Zentraler Campus Berliner Tor (53° 33′ 22,96″ N, 10° 1′ 18,31″O)
Zentraler Campus Berliner Tor
Campus Bergedorf (53° 29′ 39,78″ N, 10° 11′ 58,92″O)
Campus Bergedorf
Modecampus Armgartstraße (53° 33′ 54,71″ N, 10° 1′ 20,55″O)
Modecampus Armgartstraße
Kunst- und Mediencampus Finkenau (53° 34′ 8,07″ N, 10° 1′ 58,96″O)
Kunst- und Mediencampus Finkenau
Die Campusse der HAW

Da die HAW Hamburg aus verschiedenen Hochschulen hervorgegangen ist, ist ihr Campusleben von unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen geprägt:

Campus Adresse Stadtteil (Bezirk)
Zentraler Campus Berliner Tor Berliner Tor 5–13, 21
Stiftstraße 69
Alexanderstraße 1
Steindamm 94, 103, 105
Sankt Georg (Hamburg-Mitte)
Campus Bergedorf Ulmenliet 20
Lohbrügger Kirchstraße 65
Lohbrügge (Bergedorf)
Campus Armgartstraße Armgartstraße 25 Hohenfelde (Hamburg-Nord)
Kunst- und Mediencampus Hamburg Finkenau 35 Uhlenhorst (Hamburg-Nord)

Promotionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Fachhochschule hat die HAW kein eigenständiges Promotionsrecht, unterstützt jedoch befähigte Studierende bei der Anbahnung und Durchführung von Promotionen in Zusammenarbeit mit promotionsberechtigten Hochschulen im In- und Ausland. Neben der generellen Möglichkeit einer kooperativen Promotion mit einer beliebigen Hochschule im In- und Ausland bestehen auch vertraglich geregelte Promotionskooperationen mit der Universität Hamburg (UHH), der Technische Universität Hamburg (TUHH), der HafenCity Universität (HCU), der Hochschule für Musik und Theater (HfMT), Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr (HSU) und international der University of the West of Scotland (UWS) sowie der Universitat Politècnica de València (UPV)[7]. Derzeit betreuen Professoren der HAW Hamburg über 135 Promotionsvorhaben[8] in Zusammenarbeit mit Kollegen an promotionsberechtigten Hochschulen. Für die Unterstützung der Promovierenden betreibt die HAW Hamburg ein eigenständiges Promotionszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Gille innerhalb der Stabsstelle Forschung & Transfer am Steindamm 103[9].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. UAS7: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Abgerufen am 21. März 2021.
  2. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften und ihre Vorläufer von 1945 bis heute – ein Überblick, Sigrid Schambach, 2010
  3. 50 Jahre HAW Hamburg – ein Rückblick.
  4. Der Chor. In: Förderverein des Chores der HAW Hamburg. 2017, abgerufen am 30. Januar 2021.
  5. Hamburger Abendblatt, 29./30. April/1. Mai 2017, S. 19.
  6. Duales Studium gehobener allgemeiner Verwaltungsdienst
  7. Kooperierende Universitäten. 22. Juli 2020, abgerufen am 7. Mai 2021 (deutsch).
  8. Kooperative Promotionen. 22. Juli 2020, abgerufen am 7. Mai 2021 (deutsch).
  9. Promotion. 22. Juli 2020, abgerufen am 7. Mai 2021 (deutsch).

Koordinaten: 53° 33′ 22,6″ N, 10° 1′ 19,1″ O