Hans-Werner Grosse

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Grosses Eta W.Nr.1 mit dem Wettbewerbskennzeihen HW

Hans-Werner Grosse (* 29. November 1922 in Swinemünde) ist ein deutscher Segelflieger und Halter von mehr als 50 Weltrekorden.

Hans-Werner Grosse wurde im Alter von 16 Jahren zum Piloten ausgebildet. Während des Zweiten Weltkriegs flog er Torpedoeinsätze im Mittelmeer und im Nordatlantik. Nach dem Krieg wurde er in Lübeck ansässig, wo er im Textilhandel tätig war.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Segelfluggeschichte eingegangen ist Grosse mit seinem Rekordflug von Lübeck nach Biarritz. Am 25. April 1972 flog er mit einer ASW 12 diese Strecke über 1460,8 Kilometer in elfeinhalb Stunden. Dieser Weltrekord hat noch immer Bestand. Neben bisher insgesamt 50 Segelflug-Weltrekorden zählt auch ein 2. Platz bei der Weltmeisterschaft 1970 dazu.[1]

Es folgten Rekorde auf der ASW 17.

  • Zielflug über 1231 km im Jahr 1974
  • Dreiecksflug über 1063 km im Jahr 1977
  • Dreiecksflug über 1306,9 km
  • Dreiecksflug über 1250 km mit 133,24 km/h im Jahr 1980

Im Winter 1979/1980 wurde der damals leistungsfähigste Doppelsitzer, die SB 10 der Akademischen Fliegergruppe Braunschweig, nach Australien verschifft. Hier erflogen die Studenten mit Hans-Werner Grosse vier neue Rekorde für Doppelsitzer:

  • längster Dreiecksflug: 1112 km (alter Rekord 850 km)
  • schnellster 1000 km Dreiecksflug: 132,0 km/h (alter Rekord 122,4 km/h)
  • schnellster 750 km Dreiecksflug: 129,5 km/h
  • größter Zielflug mit Rückkehr zum Startplatz: 970 km (alter Rekord 870 km)
  • 1988 stellte er mit Ehefrau Karim einen Weltrekord über ein 500-km-FAI-Dreieck mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 162 km/h in seiner ASH 25 auf.

Grosse benötigte für die Rekordflüge immer die besten Segelflugzeuge ihrer Zeit wie ASW 12, ASW 17 und ASH 25, um den sog „Kurbelanteil“ auf Streckenflügen möglichst zu minimieren. Deshalb war er auch Mitinitiator des Projektes ETA [2], dem bis heute leistungsfähigstem Segelflugzeug der Welt. Im Jahr 2000 wurde das erste Muster an ihn ausgeliefert, ausgerüstet mit dem legendären Wettbewerbskennzeichen HW auf dem Seitenleitwerk. Im Mai 2009 beim Lüsse-Cup erreichte der 86-jährige damit den dritten Platz in der offenen Klasse .[3]

Ehrenmitglied der Segelflug-Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinem 75. Geburtstag wurde Grosse von der deutschen Segelflug-Nationalmannschaft der FAI-Klassen zum Ehrenmitglied ernannt. Die Urkunde zu dieser bisher einzigartigen Ernennung überreichte der damalige Präsident der Internationalen Segelflugkommission und Direktor der Segelflug-Weltmeisterschaften 1999 in Bayreuth, Peter Ryder, bei der Geburtstagsfeier am 29. November 1997.[4] Des Weiteren ist Grosse auch Ehrenmitglied des Deutschen Aero Clubs

Sein Engagement für das Segelfliegen beweist auch die Einrichtung des Projekts „Jugendfördernde Maßnahmen Ost“. Dabei stellt Grosse sein Hochleistungssegelflugzeug ASH 25 jungen Segelfliegern in Vereinen der neuen Bundesländer zur Verfügung mit dem Ziel, dem Nachwuchs das Fliegen mit einem ihm sonst nicht zugänglichen modernen Gerät zu ermöglichen.

Da es nach 40 Jahren immer noch nicht geglückt ist, seinen Rekord von 1972 innerhalb Europas zu brechen, hat Hans-Werner Grosse einen Preis ausgelobt für den Piloten, der dies auf europäischem Boden schafft.

Grosse ist Träger des ihm vom Bundespräsidenten am 14. Mai 1971 verliehenen Silbernen Lorbeerblattes.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von Lübeck nach Biarritz Ein Segelflieger wird zur Legende (Memento vom 29. September 2013 im Webarchiv archive.is)
  2. Webseite des Eta-Projektes mit den beteiligten Initiatoren
  3. Märkische Allgemeine. (Nicht mehr online verfügbar.) In: SEGELFLIEGEN: Mit 86 im weltgrößten Segelflugzeug – Lüsse-Cup und Bundesliga. Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam, ehemals im Original; abgerufen im 5. Juli 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/www.maerkischeallgemeine.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. aerokurier Heft 1/1998 (Memento des Originals vom 9. Juni 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aerokurier.rotor.com
  5. Unterrichtung des Deutschen Bundestages durch die Bundesregierung vom 29. September 1973 – Drucksache 7/1040 – Anlage 3 (enthält alle Verleihungen des Silbernen Lorbeerblattes bis 1973), Seite 54

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]