Hans Aschenborn

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Aquarell, Mähnenlöwe
Aquarell, Gemsbock
An der Ostküste, Kiel

Hans Anton Aschenborn (* 1. Februar 1888 in Kiel; † 10. April 1931 ebenda) war ein deutscher Tiermaler, Illustrator und Autor. Er gestaltete vorwiegend afrikanische Motive. Wie er sind sein Sohn Dieter Aschenborn (* 15. November 1915; † 11. September 2002) und sein Enkel Hans Ulrich (Uli) Aschenborn[1] (* 6. September 1947) ebenfalls als Tiermaler im südlichen Afrika überaus bekannt. Kunstwerke von ihnen finden sich in den Galerien, Museen und öffentlichen Gebäuden Namibias.[1][2] Alle drei Aschenborns werden den größten Künstlern der Welt und ihr Werk dem weltweiten Kulturerbe zugeordnet durch das United Art Rating.[3] In Windhoek (Namibia) gibt es die Aschenborn Straße und in Kapstadt die Hans Aschenborn Road, die nach ihm benannt wurden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909 wanderte er nach Namibia aus (damals noch Südwestafrika). Während des Ersten Weltkrieges war er interniert in Fort Napier in Südafrika.[4] 1913 heiratet Aschenborn Emma Bredow. 1917 kehrte er nach Namibia zurück. In 1920 zog er jedoch wegen finanzieller Sorgen nach Stellenbosch (Südafrika). 1921 kehrte er nach Kiel zurück und konnte nun gut von seiner Malerei mit afrikanischen Motiven leben.[4][5]

Hans Anton arbeitete sowohl in Deutschland als auch im südlichen Afrika.[1][6][7] Seine Arbeit ist in der älteren deutschen Thieme-Becker oder Saur Kunst Enzyklopädie beschrieben (s. Literatur).[8] 1921 kehrte er nach Deutschland zurück um in 1925 Ostafrika zu bereisen. Die Masterarbeit von Karin Skawran [9] über die grafischen Arbeiten von Hans Anton Aschenborn wurde 1965 in der südafrikanischen Kunst- und Kulturzeitschrift Lantern veröffentlicht.[10] 1963 veröffentlichte die Universität Pretoria ein Buch über Aschenborn als ein Künstler mit dem Titel, Hans Anton Aschenborn: Mens en Kunstenaar.[11] Im Jahr 1970 folgte ein weiteres Buch durch das Pretoria Art Museum (Südafrika).[12] Andere Veröffentlichungen über Aschenborn behandeln seine Radierungen und Linolschnitte.[13][14]

Aschenborn ist bekannt für seine Illustrationen von Büchern[15] und als Autor und Dichter. Aschenborn schrieb 1916[8] das Gedicht „Heia, Safari“, das 1921 von Robert Götz vertont wurde.[16] Viele seiner Werke sind noch immer zu sehen und können im Internet gefunden werden. Er ist als Pionier in der realistischen Darstellung der afrikanischen Tierwelt bekannt.[10][17] Während er an seinem Buch über den Gemsbock arbeitete (das ebenfalls ins Englische übersetzt wurde)[18] und dieses Tier genau beobachtete, entdeckte Aschenborn eine Sorte, die nach ihm benannt wurde, nämlich Genus Aschenborni (s. Foto).[19]

In 1924 fuhr er nach Ostafrika um dort zu filmen. Hier zog er sicheine chronische Infektion zu, die zu seinem Tod in Kiel führte. Sein Wunsch, Namibia noch einmal zu sehen, erfüllte sich nicht mehr.[4]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962 „Art in SWA“[5]
  • 1965 „3 Generationen Aschenborn“, Windhoek (Namibia)[4]
  • 1981 „Hans Anton Aschenborn Gedächtnis-Ausstellung“ – Kunstvereinigung SWA/Namibia (jetzt National Art Gallery of Namibia), Windhoek[4][20]
  • 1992 „Achteinhalb mal Aschenborn“ (mit neun seiner Nachkommen)[5]
  • 2004 „Die drei Aschenborns“ Galerie Kendzia, Windhoek (Namibia)[5]

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige seiner deutschen Bücher wurden ins Englische und ins Afrikaanse übersetzt, was ihm eine Rolle als einer der Pioniere der afrikaansen Literatur gab.[6][17][8][21]

  • Onduno und andere afrikanische Tiergeschichten (1. Aufl. 1922)
  • Die zweite Heimat (1923)
  • Die Farm im Steppenlande (1925)[22]
  • Durchs verbotene Afrika vom Kilimandscharo zum Nil 1924/25 (1925)
  • Afrikanische Buschreiter (1926)
  • Mardádi und andere Kolonial-Erzählungen (1926)
  • Upepo, der Zebrahengst. Afrikanische Erzählung. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 31 (1927)
  • Am afrikanischen Kamin. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 36 (1927)
  • Simba, der Löwe vom Kilimandscharo. Ostafrikanische Erzählung. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 38 (1927)
  • Hamis, der Einäugige. Afrikanische Erzählung. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 45 (1927)
  • Der tolle Krischan. Südafrikanische Erzählung. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 47 (1929)
  • Krischan, der Farmer. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 55 (1929)
  • Mit Auto und Motorrad durch Wildafrika. Reihe „Aus weiter Welt“ Heft 82 (1930)
Illustrationen
  • Federzeichnungen in Hans Carossa: Aus dem Rumänischen Kriegstagebuch, Kranz-Bücherei Nr. 90, Diesterweg, Frankfurt am Main 1936.
  • Zeichnungen in Oberst J.C.B Statham: Mit meiner Frau quer durch Afrika - Eine Hochzeitsreise in Boot und Wagen, Verlag von Reimar Hobbing, Berlin (um 1930)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Aschenborn. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 5, Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-22745-0, S. 383f.[8]
  • Hans Aschenborn. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 71.
  • Hans Anton Aschenborn. In: Schegk/Wimmer: Lexikon der Reise- und Abenteuerliteratur Band 1. Corian-Verlag, Meitingen 1988ff., ISBN 978-3-89048-700-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Frederick Philander: Namibian Artist Gets European Recognition. In: New Era (Namibia), 21. August 2009. Archiviert vom Original am 13. April 2013. 
  2. Allgemeine Zeitung Oktober 2017 (Windhoek),„100 Jahre afrikanische Tiermalerei – Die Familie Aschenborn: Drei Generationen widmen sich der Kunst“
  3. Greatest world artists of XVIII–XXI: A. In: United Art Rating, abgerufen am 25. Januar 2018.
  4. a b c d e Hans Anton Aschenborn, Archiv: Namibiana Buchdepot, Zugriff: 25. Januar 2018
  5. a b c d Kloppers, Sas (2012), Directory of Namibian Artists Dream Africa Productions and Publishing, Seiten 64–65, ISBN 978-0-620-51746-1 Hinweis auf das englische Künstlerlexikon in der afrikaansen Zeitung Republikein in Windhoek
  6. a b Schoonees, Pieter Cornelis, Kapitel auf Afrikaans über Hans Anton Aschenborn als Schriftsteller-Pionier in Südafrika auf Wikisource
  7. The Aschenborn Clan in the Tempo with Aschenborn history, 1992
  8. a b c d Schöfert, Arne, „6 Afrika-Bilder“ Deutscher Nachweis mit Afrika-Bildern
  9. Karin Skawran wurde später Professorin wie aus diesem Link ersichtlich ist.
  10. a b (Nur in gedruckter Fassung) Master of Arts thesis about Hans Anton's graphical Work by Karin Skawran in the Lantern – A Journal of Knowledge and Culture, 1965 December – Vol. XV, No. 2, pp. 58/67
  11. 1963, Skawran, Karin, Hans Anton Aschenborn : Mens en Kunstenaar, Buch auf Afrikaans University of Pretoria
  12. 1970, Buch über Hans Anton durch das Pretoria Art Museum (Südafrika)
  13. 1972, Skawran, Karin, Aschenborn's Etchings = Etse = Radierungen
  14. 1971, Skawran, Karin, Hans Anton Aschenborn – Linosneë = Linocuts = Linolschnitte
  15. List mit Büchern, die Hans Anton Aschenborn illustriert hat
  16. Hans Anton Aschenborns Gedicht Heia, Safari
  17. a b University Libraries, Liste mit den verbreitetsten Büchern Hans Anton Aschenborns
  18. The life story of a gemsbuck; my gemsbuck book von Hans Anton Aschenborn, 1921
  19. Gemsbock, Oryx: Genus Aschenborni[1]
  20. Kunstvereinigung Namibia Windhoek, Hans Anton Aschenborn Gedächtnis-Ausstellung
  21. University Libraries, Liste mit einigen Büchern Hans Anton Aschenborns – mit Angaben über Übersetzungen
  22. Nachdruck Die Farm im Steppenlande von Hans Anton Aschenborn