Hans Berckemeyer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hans Berckemeyer (1893/94)
Wappen Berckemeyer

Hans Berckemeyer (* 29. Dezember 1873 in Zbirow; † 19. Juli 1957 in Berlin-Lankwitz) war ein deutscher Industriejurist im Bergbau.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Hermann Berckemeyer (1835–1903) stammte aus Tecklenburg und war Generaldirektor der Schwerter Eisenindustrie sowie Mitglied der Dortmunder IHK.[2] Berckemeyer studierte Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, der Georg-August-Universität Göttingen, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Universität Leipzig. Er wurde Mitglied des Corps Hasso-Nassovia (1894), des Corps Hildeso-Guestphalia Göttingen (1894) und des Corps Rhenania Bonn (1896).[3] Hasso-Nassovia und Rhenania Bonn verliehen ihm später die Ehrenmitgliedschaft.

Nachdem er 1899 das Referendarexamen bestanden und 1900 zum Dr. iur. promoviert worden war, wurde er 1904 nach dem Zweiten Examen Gerichtsassessor. Seit 1903 bei der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, wurde er 1904 Justitiar und 1905 Direktor der Hibernia AG.[1] Von 1913 bis 1929 und von 1934 bis 1937 war er Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Oberschlesischen Kokswerke und Chemischen Fabriken AG in Berlin. Über Jahrzehnte spielte er bei den Kokswerken und ihren Tochtergesellschaften eine Schlüsselrolle. Das Oberschlesische Industriegebiet wollte er zur Konkurrenz der westdeutschen Kohle- und Chemieunternehmen ausbauen.[4]

1903 heiratete Berckemeyer Agnes Bröckelmann aus Neheim. Sie hatten drei Söhne, darunter Hermann († 1971), Lederfabrikant in Mülheim an der Ruhr, dem seit 1938 das Schloss Wilhelmsburg (Barchfeld) gehörte.[1][5]

Von 1911/12 saß Berckemeyer im Provinziallandtag von Westfalen.[6] Vor der Reichstagswahl 1920 wollte die Deutsche Volkspartei Wähler der Deutschen Demokratischen Partei für sich gewinnen. Da das viele Juden betraf, verlangte Berckemeyer, Reichstagskandidat der DVP, in einem Brief an Gustav Stresemann eine eindeutige Distanzierung vom Antisemitismus. Sie würde „Tausende von Wählern und vor allem große Geldmittel“ bedeuten.[4]

Ab 1922 saß er im Aufsichtsrat der Schering-Kahlbaum AG; von 1937 bis 1945 war er Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Schering AG.[4] Bei der Zeche Concordia war er Generaldirektor und Vorsitzer.[7]

1932 heiratete er Ellen Steck. Als Witwer ging er 1950 die dritte Ehe mit Ilse Keller ein.[1]

Seine letzte Ruhe fand er auf dem Parkfriedhof Lichterfelde.[8]

Aufsichtsräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Unterlagen im Archiv des Corps Hasso-Nassovia

Vorsitzender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellvertretender Vorsitzender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Archiv des Corps Hasso-Nassovia

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christopher Kobrak: National Cultures and International Competition. The Experience of Schering AG, 1851–1950. Cambridge University Press 2002, Online Version
  • Irmtrud Wojak, Peter Hayes: „Arisierung“ im Nationalsozialismus: Volksgemeinschaft, Raub und Gedächtnis, 2000, Online Version
  • Nachruf. Corpszeitung der Hasso-Nassovia 55, S. 55
  • Nachruf. Corpszeitung der Hasso-Nassovia 56, S. 43

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Archiv Corps Hasso-Nassovia
  2. Berckemeyer-Billmann, Amalie (Hrsg.), Geschichte der Familie Berckemeyer, 1385–1929, Osnabrück, 1929 - Band II: Stammtafeln. Er ist außerdem verwandt mit dem Lauenburger Gutsbesitzer Ernst Philipp Berckemeyer und Felipe de Osma Berckemeyer, dem Vater der Alessandra de Osma, verh. von Hannover.
  3. Kösener Corpslisten 1960, 99/609; 44/213; 12/615
  4. a b c Christopher Kobrak, 2002
  5. Rudolph Adolph, Rheinische Sammler, Bibliophile Profile, Band 4, 1961, S. 25.
  6. Josef Häming: Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826–1978, 1978, S. 179
  7. Zeche Concordia (Albert Gieseler)
  8. Dr. Hans Berckemeyer. Friedparks.de, abgerufen am 3. Dezember 2012.