Hartershofen

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Hartershofen
Gemeinde Steinsfeld
Koordinaten: 49° 25′ 4″ N, 10° 14′ 11″ O
Höhe: 410 m ü. NHN
Einwohner: 321 (2015)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91628
Vorwahl: 09861

Hartershofen ist ein Ortsteil der Gemeinde Steinsfeld im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an einem Nebenbach des Steinbachs, einem rechten Zufluss der Tauber.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundwort des Ortsnamens „-hofen“ deutet auf eine Gründung aus der Zeit des fränkischen Landesausbaus im 7. oder 8. Jahrhundert (Hartradshofen = Hof des Hartrad).[3] Die früheste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1171, als der Würzburger Bischof Reginhard von Abenberg Güter in Hartershofen an das Ansbacher Stift St. Gumbert schenkte.[4] 1268 war ein Si(fridus) de Hartrashouen Zeuge einer Rothenburger Urkunde; er erschien innerhalb einer Gruppe von zwölf Zeugen, bei denen es sich vermutlich um die ersten namentlich bekannten Mitglieder des Rothenburger Rats handelte. 1289 verkaufte Marquard Hübschmann dem Kloster Heilsbronn ein Gefälle in Hartershofen. Grundbesitzer im Ort waren im ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit vorwiegend Mitglieder des Rothenburger Patriziats: im 14. Jahrhundert die Hartrad, im 15. Jahrhundert die Trüb, denen auch das heute abgegangene Schlösschen Hartershofen gehörte, später die Wernitzer.[3][5]

Unter Führung des französischen Generals Ezéchiel de Mélac sollen im November 1688 französische Mordbrenner 42 Häuser angezündet und erheblichen Schaden angerichtet haben.[6]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Hartershofen eine Ruralgemeinde, zu der Urphershofen gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg.[7] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,904 km².[8] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Mai 1978 nach Steinsfeld eingemeindet.[9]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Hartershofen
  • Haus Nr. 1: Eckständer, 1810.
  • Haus Nr. 2: Zugehöriger Altsitz, Fachwerk, 18. Jahrhundert; Pumpbrunnen, wohl frühes 19. Jahrhundert. Mittlerweile abgebrochen.
  • Haus Nr. 3 und 7: Kleine erdgeschossige Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts.[10]
  • Haus Nr. 11: Eingeschossiges massives Mansarddachhaus, 1791 (?).
  • Haus Nr. 17: Fachwerkhaus 1834 gebaut.
  • Steinkreuz zum Andenken an Caspar Bruschius, 1557; etwa 1100 Meter nördlich der Ortsmitte.
  • Grenzstein: Wildbannstein, 1547; etwa 1500 Meter nordöstlich der Ortsmitte am Waldrand nahe der Bahn.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Steinsfeld#Hartershofen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Hartershofen

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 180 224 185 208 196 189 199 203 230 257 250 256 254 293 291 273 252 245 234 357 381 358 265 280
Häuser[11] 31 46 36 54 51 60 59 60
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [8] [21]

Ortsteil Hartershofen

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002009 002015
Einwohner 148 185 156 157 207 203 205 329 227 243 277 353 321
Häuser[11] 25 39 43 41 49 49 50 77
Quelle [12] [13] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [8] [21] [22] [23] [1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße AN 8 führt nach Nordenberg bzw. nach Steinsfeld. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Urphershofen und Schweinsdorf.

Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Hartershofen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 505 (Digitalisat).
  • Wilhelm Dannheimer: Aus der Geschichte des Dorfes Hartershofen, in: Die Linde, Bd. 46. Rothenburg o.d.T. 1964, S. 57–63.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 381–382 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 25). Deutscher Kunstverlag, München 1967, DNB 457879254, S. 50.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeindedaten auf der Website steinsfeld.de
  2. Hartershofen im BayernAtlas
  3. a b W. Dannheimer, S. 57–63
  4. Gerhard Rechter: Das Land zwischen Aisch und Rezat: Die Kommende Virnsberg Deutschen Ordens und die Rittergüter im oberen Zenngrund. Nürnberg 1981, S. 277.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 381f.
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 505.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 66 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 815 (Digitalisat).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  10. H. K. Ramisch, S. 50. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
  11. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 37 (Digitalisat). Für die Gemeinde Hartershofen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Urphershofen (S. 97).
  13. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 223–224 (Digitalisat).
  14. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1072, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1238, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1173 (Digitalisat).
  18. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1245 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1284 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1111–1112 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 331 (Digitalisat).
  23. Einwohnerzahlen (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.is) auf: steinsfeld.de