Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steinach (b Rothenburg o d Tauber)–Dombühl
Streckennummer (DB):5251
Kursbuchstrecke (DB):921
Streckenlänge:36,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C2
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Strecke – geradeaus
von Würzburg Hbf
Bahnhof, Station
0,000 Steinach (b Rothenburg o d Tauber) 368 m
   
nach Treuchtlingen und nach Bad Windsheim
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
2,714 Steinach Gyproc (Awanst)
   
Anschluss Siniat Werk Hartershofen
   
3,300 Endsee (bis 1975)
Haltepunkt, Haltestelle
5,178 Hartershofen 408 m
Haltepunkt, Haltestelle
7,309 Schweinsdorf
Bahnhof, Station
11,092 Rothenburg ob der Tauber 422 m
   
Rothenburg ob der Tauber Wildbad
   
Anschluss AEG
   
14,660 Gebsattel
   
17,500 Bockenfeld
   
20,200 Diebach-Insingen
   
22,700 Unteroestheim
   
24,600 Oestheim-Gailnau
   
29,700 Schillingsfürst
   
33,200 Wörnitz
   
von Crailsheim
Bahnhof, Station
36,700 Dombühl 473 m
   
nach Nördlingen
Strecke – geradeaus
nach Nürnberg Hbf

Quellen: [1][2][3]

Die Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl ist eine Nebenbahn in Bayern. Die Strecke zweigt in Steinach bei Rothenburg ob der Tauber von der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg ab und führt nach Rothenburg ob der Tauber, die weitere Strecke nach Dombühl ist stillgelegt und abgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warten auf den Eröffnungszug im Bahnhof Diebach-Insingen 1905
Bahnhof Rothenburg ob der Tauber

Am 1. November 1873 wurde der Streckenabschnitt von Steinach nach Rothenburg eröffnet und bescherte der ehemals freien Reichsstadt einen Eisenbahnanschluss an die bereits 1864 fertiggestellte Hauptstrecke Würzburg–Ansbach. Die Weiterführung der Stichstrecke Richtung Süden nach Dombühl, wo ein Anschluss an die 1875 eingeweihte Hauptstrecke Nürnberg–Crailsheim möglich gewesen wäre, wurde zunächst zurückgestellt. Erst 1900 wurde der Bau der Strecke von Rothenburg nach Dombühl genehmigt und schließlich war am 1. August 1905 die Gesamtstrecke befahrbar. Dieser Streckenteil wurde 1971 eingestellt und noch von Dombühl aus zum Abstellen nicht mehr benötigter offener Güterwagen benutzt.

Besonderheiten der Strecke waren der Kopfbahnhof in Schillingsfürst, die Überquerung der Europäischen Wasserscheide RheinDonau bei Schillingsfürst sowie die Brechung aller Züge in Rothenburg bis in die 1950er Jahre. Die Wirtschaftlichkeit des südlichen Abschnitts war stets unbefriedigend; bereits in den 1930er Jahren wurden zur Kosteneinsparung Triebwagen eingesetzt. In den 1950ern verkehrte täglich ein Eiltriebwagen als „Reichsstädtezug“ von Rothenburg ob der Tauber über Dombühl, Dinkelsbühl, Nördlingen, Donauwörth und Augsburg nach München und zurück.

Da mittlerweile auch der Güterverkehr zurückgegangen war, wurde am 25. September 1971 der Gesamtverkehr zwischen Rothenburg und Dombühl eingestellt, nur zwischen Rothenburg und Gebsattel war noch bis zum 31. Dezember 1990 Güterverkehr möglich. Auch der Nordabschnitt verlor 1975 die Bedienung am Wochenende. Seit 1973 ist die Bahnstrecke ab Gebsattel fast vollständig zurückgebaut, Anfang der 1990er Jahre wurden auch die restlichen Gleise zwischen Rothenburg und Dombühl entfernt.

Die Strecke heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordabschnitt von Steinach nach Rothenburg wird seit 1996 überwiegend im Stundentakt von Regionalbahn-Zügen bedient, 1997 wurde die Strecke außerdem als Linie R82 in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg einbezogen. Ihr Fortbestand ist durch die Ausschreibung des „Dieselnetzes Nürnberg“ gesichert, für das die damalige DB Regio Mittelfranken (heute DB Regio Franken) im März 2006 von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Zuschlag erhielt.[4] Seit 14. Dezember 2008 verkehren die neuen Triebzüge der Baureihe 648 unter dem Namen „Mittelfrankenbahn“ täglich im Stundentakt.

Der stillgelegte südliche Abschnitt von Rothenburg nach Dombühl wurde zum Radweg ausgebaut, wobei von den gut 25 km nur 6 km direkt auf der ehemaligen Bahntrasse verlaufen. Der restliche Teil wurde weitgehend unmittelbar neben dem Bahndamm angelegt. In Gebsattel und im Gewerbegebiet Simonhölz wurde die Bahntrasse überbaut, eine Bahnbrücke bei Diebach und ein Einschnitt bei Unteröstheim wurden verfüllt und an mehreren Stellen wurde der Bahndamm abgetragen, um Zufahrten zu Äckern zu schaffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com. DB Netz AG, abgerufen am 13. Dezember 2020.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland 2009/2010. 7. Auflage. Schweers + Wall, Aachen 2009, ISBN 978-3-89494-139-0.
  3. Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): BD-Karte Nürnberg. Ausgabe B, Mai 1985 (blocksignal.de [abgerufen am 7. Juni 2021]).
  4. DB-Konzern: Erste Fahrzeuge für Mittelfrankenbahn eingetroffen. Pressemitteilung vom 23. Januar 2008