Hasenlattich

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Hasenlattich
Prenanthes purpurea (Hasenlattich) IMG 1123.jpg

Hasenlattich (Prenanthes purpurea)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Tribus: Cichorieae
Gattung: Hasenlattiche (Prenanthes)
Art: Hasenlattich
Wissenschaftlicher Name
Prenanthes purpurea
L.

Der Hasenlattich oder Purpurlattich (Prenanthes purpurea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hasenlattiche (Prenanthes) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Eurasien weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laubblatt
Illustration
Blütenkörbchen
Achänen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hasenlattich wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Die kahlen, blaugrünen Laubblätter sind bei einer Länge von 50 bis 150 Zentimeter länglich-lanzettlich. Populationen mit besonders schmalen, zum Teil linealen, ganzrandigen Blättern werden als Prenanthes purpurea f. angustifolia bezeichnet. Die oberen Laubblätter sind sitzend, mit herzförmigem Grund und stängelumfassend.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit liegt im Juli und August. In einem lockeren, rispigen Gesamtblütenstand befinden sich lang gestielte, nickende körbchenförmige Teilblütenstände. Die Körbchen enthalten fünf bis acht Hüllblätter und fünf rötliche bis purpurfarbene Zungenblüten. Der Griffel ragt 7 Millimeter aus der Staubblattröhre der Blüten und die Narbenlappen rollen sich vollständig rückwärts.

Die runde, ungeschnäbelte Achäne besitzt einen deutlichen Pappus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hasenlattich ist eine ausdauernde Schaftpflanze.

Die Narbenlappen rollen sich vollständig rückwärts, so dass bei ausbleibendem Insektenbesuch spontane Selbstbestäubung erfolgt. Bestäuber sind Bieneverwandte, Fliegen und Käfer.

Er ist eine Schatten- bis Halbschattenpflanze und wichtiges Wildfutter, weshalb kleine Populationen durch Wildverbiss bedroht sind. Bedeutung hat er auch als Nahrungspflanze seltener Eulenfalter der Gattung Cucullia (Mönchseulen).

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hasenlattich ist eurasiatisch verbreitet mit Verbreitungsschwerpunkt im europäischen Westen. Er kommt in Europa sowie in Asien und Nordamerika in Bergwäldern vor. Er ist die einzige Prenanthes -Art, die in Mitteleuropa vorkommt. In Deutschland findet man ihn vorwiegend im Hügelland und im Gebirge. In den Alpen erreicht er eine Höhenlage bis 2043 Meter. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Südostgrat des Kegelkopfs in Bayern bis in eine Höhenlage von 1850 Meter auf.[2] Im Tiefland fehlt er oder ist sehr selten.

Der Hasenlattich bevorzugt kraut- und grasreiche Bergmischwälder mit Buchen, Tannen, Eichen und Fichten und wächst in Hochstaudenfluren und in Verlichtungen an Waldwegen. Sein Optimum erreicht er im hochmontanen Rotbuchenwald. Der Hasenlattich gedeiht am besten auf frischen, ziemlich nährstoffreichen, vorzugsweise kalkarmen, neutralen bis mäßig sauren, mull- oder modrig humosen, mittel- bis tiefgründigen Lehmböden mit humidem Klima. Er ist in Mitteleuropa eine Fagion-Verbandscharakterart.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  • Gerhard Wagenitz (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Band VI. Teil 4: Angiospermae, Dicotyledones 4 (Compositae 2, Matricaria – Hieracium). Paul Parey, Berlin/Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9, S. 1180–1182,1437 (revidierter Nachdruck der 1. Auflage (Band VI/2 von 1929) mit Nachtrag).
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 997.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 669.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hasenlattich (Prenanthes purpurea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien