Hausen vor der Höhe

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Hausen vor der Höhe
Gemeinde Schlangenbad
Koordinaten: 50° 5′ 0″ N, 8° 2′ 37″ O
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 6,01 km²[1]
Einwohner: 722 (30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 65388
Vorwahl: 06129
Ansicht Hausen v.d. Höhe
Ansicht Hausen v.d. Höhe

Hausen vor der Höhe ist ein Ortsteil der Gemeinde Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen mit rund 750 Einwohnern[1] und war früher als Luftkurort anerkannt.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen liegt im Hohen Taunus direkt nördlich des Taunushauptkamms an dem Sattel, über den die Landstraße in 514 Meter Höhe nach Kiedrich in den Rheingau hinabführt. Diese Passhöhe an der Förster-Bitter-Eiche ist Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Rheinhöhenweg und entlang des früheren Rheingauer Gebücks. Zugleich beginnt hier die Forststraße in den Hinterlandswald. Etwa 1,5 km östlich liegen die 548 m hohen Dreibornsköpfe und knapp 2 km südwestlich der 580 m hohe Erbacher Kopf.

Noch viele bäuerlich geprägte und denkmalgeschützte Fachwerkhäuser erinnern an eine landwirtschaftliche Lebensgrundlage, die es so heute nicht mehr gibt. Nur wenig Nebenerwerbslandwirtschaft ist geblieben, die meisten Bewohner pendeln heute in die Städte der Rhein-Main-Region, vornehmlich nach Wiesbaden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 1,5 km südöstlich von Hausen in der Gemarkung Kiedrich findet sich der Ringwall Dreibornskopf, welcher eine frühgeschichtliche Besiedlung der Gegend vermuten lässt. Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Vilula Husen datiert aus dem Jahr 1194. Um 1200 kommt zeitweilig der Name Ringravenhusen vor, woraus sich eine Beziehung zu den Rheingrafen ableiten lässt. Hausen zählte zu den kurmainzischen überhöhischen Dörfern um den Hauptort Bärstadt. Der Anfang des Ortes geht vermutlich auf einen Rastplatz bzw. ein Rasthaus ("hus by der höhn") an der Straße zwischen dem oberen Rheingau und dem Wispertal zurück, das in der Nähe der Passhöhe angelegt wurde.

Uhrtürmchen des alten Rathauses

In Hausen fanden sich, bedingt durch den Durchgangsverkehr, immer schon Gasthöfe und Handwerksbetriebe. Wagner und Schmied arbeiteten zusammen, der Holzreichtum ermöglichte einem „Fahler“ die Stützpfähle für die Reben im nahen Rheingau zu liefern. Waldarbeiter und Kärrner waren hier ansässig. Der Pfahlerplatz in Hausen zeugt noch immer von dieser Tradition.

Hausen war lange Zeit Grenzstation zwischen Kurmainz und Hessen-Darmstadt. Die Grenze war sicher ausgebaut durch das sogenannte Gebück, einer undurchdringlichen Buchenhecke. Die südliche Gemarkungsgrenze deckt sich streckenweise mit dem Verlauf dieser Landwehr, von der im Wald noch geringe Reste an der Bodenformation und am Bewuchs erkennbar sind. Bei Hausen gab es für die Straße aus dem Rheingau einen gesicherten Durchgang, das fortartige Hauser Bollwerk (1880 abgerissen).

Während der Reformation wurde wie in der ganzen hessischen Niedergrafschaft Katzenelnbogen auch in Hausen die evangelische Konfession eingeführt. Ein Teil der Hausener Einwohner stammt aus Frankreich. Hugenotten mussten im 17. Jahrhundert ihre Heimat verlassen und kamen als Glaubensflüchtlinge.

Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Hausen zum Amt Langen-Schwalbach. Nach der Annexion durch Preußen wurde es 1867 dem Untertaunuskreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet. Anlässlich der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Hausen am 1. Juli 1972 mit anderen freiwillig der Gemeinde Schlangenbad an.[2] Für den Ortsteil Hausen wurde ein Ortsbezirk eingerichtet und ein Ortsbeirat gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Oktober 1971 wurde der Gemeinde Hausen vor der Höhe im damaligen Untertaunuskreis ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Grün zwischen zwei silbernen Rädern ein springender silberner Hirsch mit roten Hufen.[3]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1351 wird eine Marienkapelle als Filiale der Pfarrei Bärstadt mit Kaplan bezeugt, die 1817 als baufällig beschrieben und kurz darauf abgebrochen wurde. 1753 wurde ein Schulhaus errichtet, das auch die Kinder aus Fischbach besuchten. Nach dem Bau eines größeren Schulhauses 1882 wurde die alte Schule fortan als Rathaus genutzt. Der teilweise mit Schiefer verkleidete Fachwerkbau steht mit seinem zur Ortsmitte hin angebauten Uhrtürmchen unter Denkmalschutz. Seit der Eingemeindung werden hier Gottesdienste und Familienfeiern abgehalten. Rund um das alte Rathaus finden im Frühjahr ein Blumenmarkt und in der Adventszeit ein Christbaummarkt statt, welche von der Freiwilligen Feuerwehr Hausen veranstaltet werden. Auch die anderen Vereine nutzen das Rathaus und den Platz drumherum für Veranstaltungen.

Der Ort bietet heute neben einigen Gasthäusern und Pensionen ein Bürgerhaus, einen Sportplatz mit Sportlerheim, einen Kindergarten, Wassertret- und Teichanlagen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hausen vor der Höhe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Zahlen Daten Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Schlangenbad, abgerufen im April 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 6. Oktober 1971 (StAnz. S. 1716) Seite 4 der tif-Datei 3,55 MB