Head Coach

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Der Head Coach entspricht etwa dem deutschen Cheftrainer und ist der oberste Trainer in einer durch amerikanischen Sprachgebrauch geprägten Sportart, z.B. dem American-Football-Mannschaft und der am besten Bezahlte im Trainerstab. Alle anderen Trainer sind meistens für einen speziellen Teil der Mannschaft zuständig, zum Beispiel der Offensive Coordinator für die Offense und der Defensive Coordinator für die Defense, für eine bestimmte Position oder für eine bestimmte Aufgabe, wie zum Beispiel die Konditionstrainer. Der Head Coach übernimmt auch Aufgaben, die in Deutschland meist ein Sportdirektor wahrnimmt, d.h. die längerfristige Rekrutierung der Mannschaft. Ob und inwieweit der Head Coach seine Assistenten als Bedrohung für die eigene Position oder als Sündenböcke bei Versagen der Mannschaft wahrnimmt, ist sehr differenziert zu betrachten.[1]

College Football[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Head Coach einer College-Football-Mannschaft steht bereits ein professionelles Team zur Seite, sodass er sein Augenmerk auf die Taktik richten kann und sich nicht so sehr auf das Training konzentrieren muss. Eine weitere Aufgabe eines Head Coachs im College ist das Scouting. Das Erkennen von Talenten ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Head Coach im College benötigt. Die besten College-Coaches bleiben nur für kurze Zeit bei einem Team. Oft dient diese Phase auch zum Erproben verschiedener neuer Taktiken und Entdecken guter Spieler, die man in einer etwaigen späteren Laufbahn als NFL-Coach einsetzen kann (Pete Carroll, der mit den Seattle Seahawks in der Saison 2013 den Super Bowl XLVIII gewann, trainierte an der University of Southern California (USC) den späteren Super Bowl MVP Malcolm Smith). Da der Head Coach hier die alleinige Verantwortung für die Mannschaft hat, muss er mit den vorhandenen Stipendien eine möglichst siegreiche Mannschaft zusammenstellen und darf die vom Verband festgesetzte Etatobergrenze nicht überschreiten. Da Football in den USA sehr populär ist gilt der Football Head Coach als Gesicht des College-Sports.[2]

Profifootball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trainer von professionellen American-Football-Teams sind die in den USA am besten bezahlten Trainer aller Sportarten. Im europäischen Fußball werden inzwischen jedoch für die prominentesten Trainer höhere Gehälter bezahlt, z. B. 2015 Jose Mourinho (FC Chelsea, 18 Millionen Euro). Der bestbezahlte Sporttrainer der USA ist momentan Bill Belichick von den New England Patriots. Dieser verdient ca. 7,5 Millionen US-Dollar pro Jahr, was ihn hinter Jürgen Klopp etwa zum zehnbestbezahlten Trainer im Fußball machen würde.[3] Im Profifootball fällt die Aufgabe des Scoutings nicht mehr auf den Head Coach, weswegen dieser sich umso mehr mit der Taktik beschäftigen.

Trainerausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für diese Aufgaben als Head Coach, der auch gleichzeitig Sportdirektor ist, gibt es keine spezielle Ausbildung. Amerikanische Trainer, die nicht selbst eine Spitzensportkarriere hinter sich haben,[4] dienen sich nach Oben, vom erfolgreichen Highschool Coach, über Junior College. College zum Profi Spezialtrainer.[5] Da nur die erfolgreichen Trainer Karriere machen, verwenden sie oft in den USA im Sport der Kinder und Jugendlichen Menschen verachtenden Methoden.[6] Trotz der Bedingungen, die Title IX festlegt, sind im amerikanischen Sport die Positionen des Head Coach auch von Sportarten für Frauen fest in der Hand von Männern. So ist der Basketball Head Coach in der Regel ein Mann, der dann auch die Verantwortung für die Frauenmannschaft hat, die dann nominell von einer Trainerassistentin geführt wird.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scott Rathwell, Gordon A. Bloom, Todd M. Loughead: Head coaches’ perceptions on the roles, selection, and development of the assistant coach. In: International Sport Coaching Journal. 1, 2014, S. 5–16.
  2. Jonathan A. Jensen, Shaina M. Ervin, Stephen W. Dittmore: Exploring the Factors Affecting Popularity in Social Media: A Case Study of Football Bowl Subdivision Head Coaches. In: International Journal of Sport Communication. 7.2, 2014, S. 261–278. Bei der UCLA war das Gesicht jedoch lange Zeit John Wooden, da Basketball wesentlich erfolgreicher als Football war.
  3. Die bestbezahlten Trainer der Welt. auf: sport1.de, 25. März 2015.
  4. Alexander David Blackett, Adam Evans, David Piggott: Why ‘the best way of learning to coach the game is playing the game’: conceptualising ‘fast-tracked’high-performance coaching pathways. In: Sport, Education and Society. 15, 1, 2015, S. 1–15.
  5. Arnd Krüger: Der Trainer im amerikanischen Erziehungssystem. In: Leistungssport. 7, 5, 1977, S. 425–439.
  6. Nancy L. Swigonski, Brett A. Enneking, Kristin S. Hendrix: Bullying behavior by athletic coaches. In: Pediatrics. 133.2, 2014, S. e273–e275.
  7. Nicole LaVoi: Head coaches of women's collegiate teams: A report on select NCAA Division-I FBS institutions, 2013-14. 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]