New York Giants

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter New York Giants (Begriffsklärung) aufgeführt.
New York Giants
Gegründet 1925
Spielen in East Rutherford, New Jersey
Helm der New York Giants
Logo der New York Giants
Helm Logo
Liga

National Football League (1925–heute)

  • Eastern Division (1933–1949)
  • American Conference (1950–1952)
  • Eastern Conference (1953–1969)
    • Century Division (1967; 1969)
    • Capitol Division (1968)
  • National Football Conference (1970–heute)
    • NFC East (1970–heute)
Aktuelle Uniformen
NFCE-Uniform-NYG.PNG
Teamfarben Blau, Rot, Weiß, Grau
Personal
Besitzer John Mara (50 %) and Steve Tisch (50 %)
General-Manager Jerry Reese
Head Coach Tom Coughlin
Teamgeschichte
  • New York Giants (1925–heute)
Spitznamen
Big Blue, G-Men, Jints, Big Blue Wrecking Crew
Erfolge
NFL-Gewinner (8)
Conference-Sieger (11)
  • NFL Eastern: 1956, 1958, 1959, 1961, 1962, 1963
  • NFC: 1986, 1990, 2000, 2007, 2011
Division-Sieger (16)
  • NFL East: 1933, 1934, 1935, 1938, 1939, 1941, 1944, 1946
  • NFC East: 1986, 1989, 1990, 1997, 2000, 2005, 2008, 2011
Play-off-Teilnahmen (31)

NFL: 1933, 1934, 1935, 1938, 1939, 1941, 1943, 1944, 1946, 1950, 1956, 1958, 1959, 1961, 1962, 1963, 1981, 1984, 1985, 1986, 1989, 1990, 1993, 1997, 2000, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008, 2011

Stadien


Die New York Giants [ˈnjuːˈjɔːk ʤaɪənts] sind ein American-Football-Team der National Football League (NFL) und spielen dort in der National Football Conference (NFC), in der Eastern Division (NFC East).

Die Giants (Riesen) wurden 1925 in New York von Tim Mara mit einer Investition von 500 US-Dollar gegründet. Zur Unterscheidung zum damaligen Baseballteam New York Giants wählte man den Namen New York Football Giants. Nachdem das Baseballteam 1957 nach San Francisco umzog und infolgedessen seinen Namen in San Francisco Giants umbenannte, änderte man den Mannschaftsnamen in New York Giants. Die eingetragene Firma des Vereins lautet jedoch nach wie vor New York Football Giants.

Nachdem die Mannschaft über 50 Jahre die Spielstätten anderer New Yorker Vereine mitnutzte, erhielt sie 1976 ihr eigenes Stadion in New Jersey. Seit 2010 dient das MetLife Stadium als Heimspielstätte, welches zusammen mit den New York Jets genutzt wird.

Die ältesten Rivalen (seit 1933) der Giants sind die Philadelphia Eagles, welche ebenfalls in der NFC East spielen.

Die Mannschaft wird derzeit von Tom Coughlin trainiert.

Titel[Bearbeiten]

  • NFL-Meisterschaften vor Einführung des Super Bowls
1927: kein Endspiel
1934: 30:13 gegen die Chicago Bears
1938: 23:17 gegen die Green Bay Packers
1956: 47:7 gegen die Chicago Bears
XXI – 1986: 39:20 gegen die Denver Broncos
XXV – 1990: 20:19 gegen die Buffalo Bills
XLII – 2007: 17:14 gegen die New England Patriots
XLVI – 2011: 21:17 gegen die New England Patriots

Geschichte[Bearbeiten]

Tim Mara gründete die Giants im Jahre 1925.

1925–1930 Anfänge und früher Erfolg[Bearbeiten]

Die New York Giants absolvierten ihr erstes NFL-Spiel auswärts gegen die All Britain in Connecticut am 4. Oktober 1925. Vor 10.000 Zuschauern besiegten sie die Gastgeber mit 26:0. Ihre erste Saison schlossen sie sehr erfolgreich mit einer Bilanz von 8:4 (Siege zu Niederlagen) ab.

In ihrer dritten Saison (1927) erlangten die Giants mit elf Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage (11:1:1) den Titel um die NFL-Meisterschaft. Da damals noch kein Play-off-System eingeführt war, wurde das Team, mit der besten Bilanz Meister.[1]

1929 scheiterten die Giants nur knapp an ihrem zweiten Titel: Die herausragende Bilanz von 13:1:1 reichte nicht, da die Green Bay Packers ihre Saison mit 12:0:1 abschlossen und damit die beste Bilanz vorzuweisen hatten.

Im Jahr 1930 war Profifootball immer noch wenig populär. Die Footballfans waren fast ausschließlich an College Football interessiert. In diesem Jahr spielten die Giants gegen ein All-Star-College-Team der University of Notre Dame. Das Match war in mehrerer Hinsicht wichtig, da man zeigen konnte, dass professioneller Football im Vergleich zu College Football ebenso hochwertig und intensiv ist. Die Giants gewannen vor 55.000 Zuschauern und konnten mit diesem Spiel viele Fans überzeugen. Zusätzlich wurden über 100.000 US-Dollar Einnahmen erwirtschaftet, welche für Obdachlose gespendet wurden.

1931–1953 Steve-Owen-Ära[Bearbeiten]

Ab dem Jahr 1931 wurde das Team von dem späteren Hall of Fame Trainer Steve Owen geleitet. Der Head Coach trainierte die Giants die nächsten 23 Jahre und gewann in dieser Zeit zwei NFL-Meisterschaften mit seiner Mannschaft. Owen hatte in dieser Zeit nie einen gültigen Vertrag mit Mara unterzeichnet. Es lief alles „per Handschlag“.[2] Sportlich lief es für die Giants erst im Jahr 1933 wieder rund, als man die Eastern Division für sich entscheiden konnte. Ab diesem Jahr führte die NFL ein abschließendes Meisterschafts-Spiel ein, bei dem die West- und Ostmeister direkt im NFL-Championship-Game gegeneinander antraten. Die Giants verloren dieses knapp mit 21:23 gegen die Chicago Bears.

1934 besiegten die Giants die bis dahin ungeschlagenen Bears im heimischen Polo Grounds und sicherten sich die NFL-Meisterschaft. Bei winterlichen Temperaturen und eisigem Untergrund kam Coach Owen auf die Idee, seine Spieler in Basketballschuhen auflaufen zu lassen. Die Schuhe mussten allerdings erst noch besorgt werden und das an einem Sonntag. Der dafür verantwortliche Giants-Zeugwart Abe Cohen erreichte das Stadion erst zu Beginn des dritten Viertels, als die Giants bereits 3:13 zurücklagen. Im letzten Viertel erzielten die Giants jedoch 27 Punkte und gewannen das Spiel mit 30:13. Nach dem Spiel waren sich beide Teams einig, dass die New Yorker Turnschuhe spielentscheidend gewesen waren. Bronko Nagurski (Fullback der Chicago Bears) erzählte später: „Wir rutschten und schlitterten herum, und sie überrannten uns. Sie waren einfach schlauer als wir.“ (“We were slipping and sliding around and they were running all over us. They just outsmarted us.”)[3] Noch heute ist dieses Spiel als „The Sneakers Game“ („Turnschuh-Spiel“) bekannt.

1935 erreichten die Giants zum dritten Mal in Folge das Endspiel um die Meisterschaft, verloren dieses aber gegen die Detroit Lions mit 7:26. 1938 wurde der dritte NFL-Titel mit einem 23:17-Sieg über Green Bay Packers errungen. Ein Jahr später verloren die Giants im gleichen Duell das Championship Game.

1941 (im Eintrittsjahr der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg) erreichten die Giants erneut das Endspiel. Sie unterlagen dort den Chicago Bears mit 9:37. Die nächsten Jahre waren geprägt vom Weltkrieg. Viele Spieler der NFL wurden zum Wehrdienst eingezogen. Trotzdem konnten die Giants 1944 erneut das Endspiel erreichen. Wieder scheiterten sie an den Green Bay Packers mit 7:14. Bevor das Team 1946 zum achten Mal in 14 Jahren erneut ein Titelspiel bestritt, das wieder gegen die Bears verloren ging, übergab Besitzer Tom Mara die Kontrolle über den Verein an seine beiden Söhne Jack und Wellington.[4]

1950 lief Gene „Choo-Choo“ Roberts 218 Yards in einem Spiel, ein Vereinsrekord, der erst 55 Jahre später von Tiki Barber gebrochen wurde.

1954–1958 The Greatest Game Ever Played[Bearbeiten]

Nach 23 Jahren endete die Zeit von Head Coach Steve Owen. Er wurde nach den weniger erfolgreichen letzten Jahren durch den früheren Tight End Jim Lee Howell ersetzt. 1956 wechselten die Giants ihre Heimstätte und absolvierten von nun an ihre Heimspiele bis zum Jahr 1973 im Yankee Stadium, dem Stadion der New York Yankees. In diesem Jahr konnten die Giants ihre erste Meisterschaft seit 1938 erringen, in dem sie im Championship Game die Chicago Bears mit 47:7 schlugen. In diesem Match trugen die Spieler der Giants auf eisigem Untergrund erneut Sneakers, wie vor 22 Jahren.

1958 hatten die Giants erneut ein erfolgreiches Jahr. Die Jagd nach der Meisterschaft endete erst in einem denkwürdigen Finalspiel im Yankee Stadium gegen die Baltimore Colts nach Verlängerung mit 17:23. Aufgrund des dramatischen Endes („two minute drill“ von Johnny Unitas), als erstes Endspiel der NFL-Geschichte, das in die Nachspielzeit (Overtime) ging und wegen der großen Zahl der Akteure aus der Pro Football Hall of Fame wird das Spiel u.a. von der Pro Football Hall of Fame „The Greatest Game Ever Played“ (“Größtes Spiel aller Zeiten”) bezeichnet.[5]

1959–1963 Weitere Erfolge[Bearbeiten]

Bis 1963 erreichten die Giants noch weitere vier NFL-Championship-Spiele, welche aber allesamt verloren wurden. 1959 unterlagen die Giants im Rematch gegen die Colts in einem weniger dramatischen Endspiel mit 16:31, 1961 und 1962 unterlag sie jeweils den Green Bay Packers.

1961 ersetzte Allie Sherman seinen Vorgänger Jim Lee Howell als Head Coach. Im selben Jahr konnten sich die Giants die Dienste des erfolgreichen Quarterbacks Y. A. Tittle von den San Francisco 49ers sichern, welcher das Team 1963 als Most Valuable Player (MVP) ins Endspiel führte. Dies ging jedoch gegen die Chicago Bears mit 10:14 verloren.

1964–1978 Sportlicher Abstieg[Bearbeiten]

Giants Stadium Heimat der Giants von 1976–2009.

Nach den äußerst erfolgreichen Jahren, welche allerdings titellos blieben, fiel das Team in den nächsten Jahren auseinander. In die Jahre gekommene Leistungsträger beendeten ihre Karrieren. Die Giants versuchten ihr Glück in dieser Zeit mit drei verschiedenen Head Coaches und einer Reihe verschiedener Quarterbacks. In dieser Zeitspanne wechselten auch die Heimstätten der Giants regelmäßig (Yankee Stadium, The Yale Bowl, Shea Stadium und zuletzt das Giants Stadium im Jahre 1976).

Neben den sportlichen Misserfolgen machte den Giants auch der Aufstieg des neuen New Yorker Football Klubs New York Jets mit ihrem Star-Quarterback Joe Namath Sorgen. Das erste Aufeinandertreffen beider Vereine im Jahre 1969 verloren die Giants mit 14:37. Bis ins Jahr 1978 verpassten die Giants 15-mal in Folge den Einzug in die Play-offs.

Immerhin konnte das Team ab dem Jahr 1976 seine Heimspiele in einem eigenen Stadion absolvieren. Von 1976 bis 2009 wurden die Heimspiele im neu gebauten, Giants Stadium ausgetragen. Mit einer Kapazität von über 80.000 Zuschauern war die Spielstätte in East Rutherford, New Jersey das zweitgrößte Stadion aller NFL Teams.

1979–1985 Ein Champion entsteht[Bearbeiten]

Nach und nach bewiesen die Giants ein glückliches Händchen in der NFL Draft. 1979 stieß der Quarterback Phil Simms, zwei Jahre später Linebacker Lawrence Taylor zu den Giants, welcher im selben Jahr zum Defensive Rookie of the Year und Defensive Player of the Year gewählt wurde.

1983 übernahm der bisherige Defensive Coordinator Bill Parcells das Amt des Head Coaches. 1985 spielten die Giants ihr erstes Play-off-Heimspiel seit dem Jahr 1962. Der amtierende Super-Bowl-Sieger, die San Francisco 49ers, wurden dabei mit 17:3 besiegt.

Phil Simms (Aufnahme von 2004) Quarterback der Giants von 1979–1993

Super-Bowl-Sieg 1986[Bearbeiten]

Nach der letzten Saison galten die Giants als einer der Favoriten auf den Gewinn des Super Bowls und wurden dieser Rolle gerecht. Mit einer Bilanz von 14:2 zogen die Giants in die Play-offs ein. Lawrence Taylor führte das Team an und wurde nach der Saison zum dritten Mal zum Defensive Player of the Year Award und zum Most Valuable Player (MVP) gewählt. Die Giants zogen mit Siegen über die San Francisco 49ers (49:3) und Washington Redskins (17:0) in ihren ersten Super Bowl (XXI) ein. Vor über 100.000 Zuschauern im Rose Bowl Stadium, Pasadena, Kalifornien schlugen die Giants die Denver Broncos, angeführt von John Elway, mit 39:20. Quarterback Phil Simms brachte 22 seiner 25 Pässe (88 %) an den Mann – ein neuer Super-Bowl-Rekord. Nach dem Triumph wurde zum ersten Mal in der NFL der Head Coach von den Spielern mit Gatorade „geduscht“ (Gatorade Shower).[6]

1987–1989[Bearbeiten]

Auf den Titel folgten weniger erfolgreiche Jahre, sowohl auf als auch außerhalb des Platzes. Lawrence Taylor war in einen Kokain-Skandal verwickelt und wurde von der NFL für einige Spiele gesperrt. Erst 1989 konnte das Team wieder die Play-offs erreichen, wo allerdings früh gegen die St. Louis Rams Endstation war.

Super-Bowl-Sieg 1990[Bearbeiten]

Nach einem guten Saisonstart (die Giants gewannen ihre ersten zehn Spiele) war der Einzug in die Play-offs reine Formsache. Nach Siegen über die Chicago Bears und die San Francisco 49ers zog das Team in den Super Bowl XXV ein. Gegner in Tampa, Florida waren die Buffalo Bills. In einem dramatischen Spiel gewannen die Giants knapp mit 20:19, da kurz vor Spielschluss der Kicker der Bills, Scott Norwood, ein 47-Yards-Field-Goal verschoss.

Der Super-Bowl-Sieg war gleichzeitig das Ende einer Ära: Defensive Coordinator Bill Belichick (welcher einige Jahre später mit den New England Patriots mehrere Super-Bowl-Siege feierte) verließ das Team und wurde Head Coach bei den Cleveland Browns. Head Coach Bill Parcells gab seinen Rücktritt bekannt und Klubgründer Tim Mara verkaufte seinen 50-%-Anteil am Klub aufgrund einer Krebsdiagnose. Seit der Gründung 1925 war die Kontrolle über die Giants in der Hand der Mara-Familie. Ab diesem Zeitpunkt hielt nur noch der Sohn John Mara die Hälfte am Verein.

1991–1992[Bearbeiten]

Die folgenden beiden Spielzeiten verliefen recht enttäuschend. Der neue Head Coach Ray Handley wurde nach Bilanzen mit 8:8 und 6:10 nach nur zwei Jahren wieder entlassen. Dan Reeves, der die Denver Broncos dreimal in den Super Bowl führte, ersetzte den gescheiterten Coach.

1993–1996 Dan Reeves übernimmt[Bearbeiten]

Reeves gab dem Team vor allem in der Defense die nötige Sicherheit zurück, stärkte dem zuvor kritisierten Quarterback Phil Simms den Rücken und führte die Giants wieder zurück in die Play-offs. In der zweiten Runde scheiterte das Team allerdings an den San Francisco 49ers.

1994 begann ein weiterer Umbruch. Die beiden Topspieler der letzten Jahre, Simms und Taylor, beendeten ihre Karrieren, andere Schlüsselspieler verließen den Verein oder wurden abgegeben, junge Spieler wie der Defensive Lineman Michael Strahan wurden integriert. Quarterback Dave Brown, der in die Fußstapfen von Phil Simms trat, stand vom ersten Tag unter Beobachtung und in der Kritik. 1995 schlossen die Giants die Saison mit einer 5:11-Bilanz ab, so schlecht waren die Giants zuletzt 1983. Nach einem weiteren enttäuschenden Jahr und einer der schlechtesten Offenses der Liga, trennten sich die Giants und Coach Reeves.

Tiki Barber, Runningback der Giants (1997–2006)

1997–1999[Bearbeiten]

Jim Fassel hieß der neue Mann an der Linie, der ehemalige Offensive Coordinator der Arizona Cardinals und der Denver Broncos. Nach holprigem Start gelang den Giants der Einzug in die Play-offs. Mit 22:23 verloren sie nur knapp in der 1. Runde gegen die Minnesota Vikings. Bezeichnend für die Giants war in diesem, wie auch im folgenden Jahr, als die Play-offs knapp verpasst wurden, dass die Defense stark, die Offense jedoch zu schwach besetzt war.

1999 konnten die Giants Quarterback Kerry Collins verpflichten, der zuvor bei den Carolina Panthers zwar sportlich überzeugte, allerdings Probleme mit dem Alkohol und seinen Mitspielern hatte.[7] Doch neben dem Quarterback überzeugten vor allem Wide Receiver Amani Toomer und Runningback Tiki Barber. Die solide Defense, rund um Michael Strahan, stand weiterhin und die Offense war im Vergleich zu den vergangenen Jahren konkurrenzfähig. Die Play-offs wurden allerdings, nach einem schlechten Saisonfinish mit drei Niederlagen, verpasst.

Super Bowl 2000[Bearbeiten]

Coach Fassel stand in diesem Jahr unter besonderem Druck. Das Team war mittlerweile zu alter Stärke zurückgekehrt und mit talentierten Spielern bestückt, der sportliche Erfolg blieb aber aus. Auch in diesem Jahr standen die Giants kurz davor, die Play-offs zu verpassen. Fassel wusste um seine Situation und garantierte: “This team is going to the playoffs.” („Die Mannschaft wird die Play-offs erreichen.“)[8] Und das taten sie mit einer 12:4-Bilanz.

Die erste Play-off-Runde gegen die Philadelphia Eagles gewann das Team mit 20:10. Im NFC Championship Game trafen die Giants auf die Minnesota Vikings, ein Team bekannt für seine starke Offense. Doch die Giants meisterten diese Aufgabe mit einem 41:0-Erfolg und überraschten damit alle Experten, welche den Giants in den Play-offs nichts zutrauten. Nach dem Spiel platze Mitbesitzer Wellington Mara der Kragen und es kam zu seiner bekannten Rede „worst team ever“ („schlechteste Mannschaft aller Zeiten“), in welcher er sarkastisch die Kritiker abstrafte:[9]

“This team was referred to as the worst team ever to win the home–field advantage in the National Football League. And today, on our field of painted mud, we proved we’re the worst team ever to win the NFC championship. In two weeks, we’re going to try to become the worst team ever to win the Super Bowl.”

Die Giants zogen somit in den Super Bowl XXXV ein, wo sie auf die Baltimore Ravens trafen. Nach zunächst noch enger erster Halbzeit setzten sich die Ravens mehr und mehr durch, angeführt vom späteren Super Bowl MVP Ray Lewis. Kerry Collins warf dabei vier Interceptions und konnte mit seiner Offense nicht einen Punkt erzielen (der einzige Erfolg gelang nach einem Kickoff-Return-Touchdown). Eine schlechte Leistung der Giants führte zu der verdienten 7:34-Niederlage.

Tight End Jeremy Shockey spielte sechs Jahre für die Giants.

2001–2003[Bearbeiten]

Das Team blieb zwar zusammen, konnte allerdings an den Erfolg der letzten Saison nicht anknüpfen. Die Play-offs wurden verpasst. Einzig Verteidiger Michael Strahan machte auf sich aufmerksam und wurde zum Defensive Player of the Year gewählt.

Im Jahr 2002 drafteten die Giants den Tight End Jeremy Shockey, welcher einen weiteren Passempfänger für den Quarterback darstellte. Allerdings sorgte Shockey auch zuweilen für Ärger, so beschimpfte er den ehemaligen Giants Coach Bill Parcells und damaligen Trainer der Rivalen Dallas Cowboys als „Homo“.[10] Das Team erreichte die Play-offs, verlor aber in der ersten Runde gegen die San Francisco 49ers trotz einer zwischenzeitlichen 38:14-Führung das Spiel mit einem Punkt Rückstand.

Als im darauffolgenden Jahr die Play-offs erneut verpasst wurden, trennten sich die Wege der Giants und Coach Fassels.

2004–2011[Bearbeiten]

Der ehemalige Coach der Jacksonville Jaguars, Tom Coughlin, wurde als neuer Head Coach der Giants vorgestellt. Coughlin, der als Disziplinfanatiker galt, führte das Team in den nächsten Jahren zu zwei Super-Bowl-Erfolgen.

Eli Manning, der Bruder vom Quarterback der Denver Broncos, Peyton Manning, wurde in der NFL Draft 2004 verpflichtet. Zunächst wurde Eli eigentlich von den San Diego Chargers gedraftet, welche den Quarterback dann aber sofort an die Giants, im Gegenzug für zwei First-Round-Picks, abgaben. Der unzufriedene Kerry Collins wurde indes abgegeben und Kurt Warner als erfahrener Spieler geholt. Der Plan war, zunächst Warner als Quarterback starten zu lassen und Eli Manning im Laufe der Zeit heranzuführen. Nach allerdings nur mittelmäßigen Leistungen von Warner und einer Bilanz von 5:4 ernannte Coughlin den jungen Manning zum Starting-Quarterback für den Rest der Saison. Seine Leistungen waren allerdings eher schwach, die Giants verpassten die Play-offs, obwohl Runningback Tiki Barber mit 1.518 Yards eine persönliche Bestleistung erzielte.

Eli Manning – Quarterback der Giants

2005 brach Barber den 55 Jahre alten teaminternen Rekord von Gene „Choo-Choo“ Roberts mit 220 gelaufenen Yards in einem Spiel. Die Giants gewannen den NFC-East-Titel zum ersten Mal seit 2000, verloren aber ihr erstes Play-off-Spiel deutlich. Am 25. Oktober 2005 starb Giants-Patriarch Wellington Mara im Alter von 89 Jahren.

2006 beendeten die Giants die Saison ausgeglichen mit einer Bilanz von 8:8. Sowohl Coach Coughlin als auch Quarterback Manning gerieten mehr und mehr in die Kritik. Die Giants verspielten teilweise deutliche Führungen, wie zum Beispiel gegen die Tennessee Titans, als sie trotz eines 21:0 noch mit 21:24 verloren. Die Play-offs wurden knapp erreicht, doch schon in der ersten Runde war wieder Endstation. Vor allem die Defense, einst das Aushängeschild der Giants, schwächelte die gesamte Saison über. Tiki Barber beendete nach dieser Saison seine Karriere.

Justin Tuck feiert den Erfolg in Super Bowl XLII.

Super-Bowl-Sieg 2007[Bearbeiten]

Nach schwachem Start legten die Giants eine gute Saison hin und erreichten ungefährdet die Play-offs. Besonders beachtlich war das Spiel gegen die Philadelphia Eagles, deren Quarterback Donovan McNabb in einem Spiel zwölfmal gesackt wurde (NFL Rekord), sechsmal allein von Osi Umenyiora. Die Giants spielten außerdem in Woche acht im Londoner Wembley-Stadion gegen die Miami Dolphins das erste reguläre NFL-Spiel (13:10-Sieg) außerhalb Nord-Amerikas. In den Play-offs wurden die Tampa Bay Buccaneers geschlagen, der erste Play-off-Sieg für Coach Coughlin und auch für Eli Manning. Im nächsten Spiel wurden die Dallas Cowboys, das beste Team der NFC in diesem Jahr, auswärts geschlagen. Im NFC Championship Game erzielte Kicker Lawrence Tynes ein Field Goal zum 23:20-Sieg in der Verlängerung über die Green Bay Packers. Die Giants fuhren zum Super Bowl XLII nach Arizona.

Als Gegner warteten die New England Patriots, welche bereits vor dem Spiel als sicherer Sieger festzustehen schienen. Experten bezeichneten das Team als „greatest team in NFL history“, nachdem sie mit einer Bilanz von 16:0 in die Play-offs zogen und auch dort ihre beiden Spiele gewannen. Ein Rekord von 19 Siegen aus 19 Spielen wäre also möglich gewesen. Den Giants als Überraschungsfinalist wurden kaum Siegchancen zugetraut. Doch es entwickelte sich ein spannendes Spiel.

2:42 min vor Schluss konnten die Patriots durch einen Touchdownpass von Tom Brady mit 14:10 in Führung gehen. Die Giants schienen geschlagen. Doch Eli Manning und seine Giants legten einen 83-Yards Drive hin, abgeschlossen durch einen Touchdownpass auf Plaxico Burress. Mit 17:14 gewannen die Giants gegen die haushohen Favoriten ihren dritten Super-Bowl-Titel.

2008[Bearbeiten]

Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte konnten sich die Giants in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge für die Play-offs qualifizieren. Zudem erreichte das Team zum ersten Mal nach einem Super Bowl im darauffolgenden Jahr die Play-offs (1987, 1991 und 2001 wurden diese jeweils verpasst). Nach dem Start in die Saison mit elf Siegen und nur einer Niederlage verloren die Giants vier ihrer letzten fünf Spiele, darunter auch das erste Play-off-Spiel gegen die Philadelphia Eagles mit 11:23. Mitverantwortlich für diese Negativserie war unter anderem der Ausfall des Wide Receivers Plaxico Burress, welcher während eines Besuchs in einem New Yorker Nachtclub eine Schussverletzung an der rechten Hüfte erlitt, die er sich nach Angaben von Zeugen beim Hantieren mit einer Waffe selbst zugefügt haben soll.

2009[Bearbeiten]

2009 spielten die Giants ihre letzte Saison im Giants Stadium. Nach einem Start mit 5:0-Siegen sah alles nach der fünften Play-off-Teilnahme in Folge aus. Jedoch gewannen die Giants nur noch drei der letzten elf Spiele und verpassten somit ihr Saisonziel, woraufhin Defensive Coordinator Bill Sheridan entlassen wurde.

Tom Coughlin, Head Coach der Giants seit 2004

2010[Bearbeiten]

Seit 2010 spielen die Giants im MetLife Stadium. Ihr erstes Spiel dort gewannen sie gegen die Carolina Panthers mit 31:18. Die Saison schlossen die Giants mit einer positiven Bilanz von 10:6 ab, verpassten jedoch erneut den Einzug in die Play-offs.

Super-Bowl-Sieg 2011[Bearbeiten]

Bereits in der Vorbereitung zur neuen Saison verloren die Giants wichtige Spieler durch langfristige Verletzungen. Da unter anderem mehrere Wide Receiver ausfielen, wurde Victor Cruz in seinem zweiten Profijahr zu einem der wichtigsten Anspielpartner für Eli Manning. Zudem überzeugte in der Defense vor allem Pro-Bowl-Defensive-End Jason Pierre-Paul mit 16,5 Sacks. Obwohl die Giants am Ende der Saison nur eine Bilanz von 9:7 aufzuweisen hatten, qualifizierten sie sich für die Play-offs. In den Play-offs schlugen die Giants zunächst im heimischen MetLife Stadium die Atlanta Falcons mit 24:2, anschließend den Titelverteidiger, die Green Bay Packers (die 15 ihrer 16 Saisonspiele gewonnen hatten) mit 37:20 und danach die San Francisco 49ers durch ein Field Goal in der Verlängerung mit 20:17 (jeweils auswärts). Vier Jahre nach dem Super Bowl XLII trafen die Giants erneut auf die New England Patriots im Spiel um den Super Bowl XLVI. Nach anfänglicher 9:0-Führung mussten die Giants mit einem knappen 9:10-Rückstand in die Halbzeitpause. Der Quarterback der Patriots, Tom Brady, stellte in diesem Spiel mehrere persönliche Rekorde auf, unter anderem gelangen ihm 16 erfolgreiche Pässe in Folge. Nach einem Touchdownpass auf seinen Tight End Aaron Hernandez lagen die Giants 9:17 zurück. Mit zwei Field Goals von Lawrence Tynes verkürzte New York auf 15:17, ehe 57 Sekunden vor Schluss Runningback Ahmad Bradshaw aus kurzer Distanz zum 21:17 in die Endzone lief. Die anschließende Two-Point Conversion misslang allerdings. Der letzte Passversuch Bradys wurde von der Defense der Giants erfolgreich abgewehrt.

2012[Bearbeiten]

2012 verpassten die Giants als Zweitplatzierte in der NFC East mit einer Bilanz von 9:7 die Play-offs. Die Washington Redskins konnten sich mit einer Bilanz von 10:6 in der Division durchsetzen. Quarterback Eli Manning, Guard Chris Snee, Wide Receiver Victor Cruz und Defensive End Jason Pierre-Paul wurden in den Pro Bowl gewählt. Der in der letzten Runde der NFL Draft 2012 von den Giants ausgewählte deutsche Defensive Tackle Markus Kuhn schaffte es in den Kader für die Saison. Diese endete für ihn jedoch schon in Woche 10, nach einer schweren Verletzung im Spiel gegen die Cincinnati Bengals.

Spieler[Bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Kader der New York Giants

Quarterbacks

Runningbacks

Wide Receiver

Tight Ends

Offensive Linemen

Defensive Linemen

Linebacker

Defensive Backs

Special Teams

Reserveliste

  • derzeit unbesetzt

Unrestricted FAs

Exclusive-Rights FAs

Rookies in kursiver Schrift
Roster Stand: 25. Februar 2015
Depth ChartTransaktionen

68 Aktive, 0 Inaktive, 20 FAs

Spieler in der Pro Football Hall of Fame[Bearbeiten]

Nicht mehr vergebene Rückennummern[Bearbeiten]

Ring of Honor[Bearbeiten]

Seit 2010 ehren die Giants Spieler, Trainer und Funktionäre, die sich besonders um die Mannschaft verdient gemacht haben, auf dem New York Giants Ring of Honor.

Trainer (Coaches)[Bearbeiten]

Head Coaches[Bearbeiten]

# Name Zeitraum Regular Season Playoffs Auszeichnungen
CS S N U CS S N
New York Giants
1 Bob Folwell 1925 12 8 4 0
2 Joe Alexander 1926 13 8 4 1
3 Earl Potteiger 1927–1928 26 15 8 3
4 LeRoy Andrews 1929–1930 30 24 5 1
5 Benny Friedman 1930 2 2 0 0
6 Steve Owen 1931–1953 268 151 100 17 10 2 8 Sporting News NFL Trainer des Jahres (1950)[11]
7 Jim Lee Howell 1954–1960 84 53 27 4 4 2 2 Sporting News Trainer des Jahres (1956)[11]
8 Allie Sherman 1961–1968 112 57 51 4 3 0 3 AP Trainer des Jahres (1961, 1962)[12]
UPI NFL Trainer des Jahres (1961, 1962)[11]
9 Alex Webster 1969–1973 70 29 40 1 UPI NFC Trainer des Jahres (1970)[11]
10 Bill Arnsparger 1974–1976 35 7 28 0
11 John McVay 1976–1978 37 14 23 0
12 Ray Perkins 1979–1982 57 23 34 0 2 1 1
13 Bill Parcells 1983–1990 127 77 49 1 11 8 3 AP Trainer des Jahres (1986)[13]
Pro Football Weekly Trainer des Jahres (1986)[14]
Sporting News Trainer des Jahres (1986)[15]
UPI NFC Trainer des Jahres (1986)[11]
14 Ray Handley 1991–1992 32 14 18 0
15 Dan Reeves 1993–1996 64 31 33 0 2 1 1 AP Trainer des Jahres (1993)[16]
Pro Football Weekly Trainer des Jahres (1993)[17]
Sporting News Trainer des Jahres (1993)[18]
UPI NFC Trainer des Jahres (1993)[11]
16 Jim Fassel 1997–2003 112 58 53 1 5 2 3 AP Trainer des Jahres (1997)[19]
Pro Football Weekly Trainer des Jahres (1997)[20]
Sporting News Trainer des Jahres (1997)[11]
17 Tom Coughlin 2004–heute 128 74 54 0 11 8 3

CS= gecoachte Spiele; S= Siege; N= Niederlagen; U=Unentschieden

Derzeitiger Stab[Bearbeiten]

Trainer der New York Giants

Front Office

Head Coaches

Offensive Coaches

  Defensive Trainer

Special Team -Trainer

Stärke und Kondition

Assistenztrainer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: New York Giants – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Giants in the 1920. Abgerufen im Januar 2013.
  2. Steve Owen – Offizielle Seite Pro Football Hall of Fame. Abgerufen im Januar 2013.
  3. profootballweekly.com
  4. Burke, Monte. Turning $500 Into A $573 Million NFL Team. Abgerufen Januar 2013.
  5. Greatest game ever played, profootballhof.com
  6. Gatorade Bath was Born. Abgerufen Januar 2013.
  7. Collins finally comes clean (Memento vom 26. Februar 2008 im Internet Archive)Abgerufen Januar 2013
  8. Geschichte der Giants. Abgerufen Januar 2013.
  9. Wilner, Barry. Giants pound Vikings into submission, USA Today, January 21, 2001. Abgerufen Januar 2013.
  10. Trashing Tuna: Magazine quotes Shockey using gay slur about Parcells (Memento vom 6. Juli 2010 im Internet Archive), sportsillustrated.cnn.com
  11. a b c d e f g NFL Coach of the Year Award. In: Hickok Sports. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  12. Allie Sherman. In: Pro-Football-Reference.com. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  13. Duane Charles Parcells. In: Pro-Football-Reference.com. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  14. Two-time SB champion Parcells retires from coaching. In: ESPN. January 23, 2007. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  15. Bill Parcells. In: 60 Minutes. CBS. October 3, 2004. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  16. Dan Reeves. In: Pro-Football-Reference.com. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  17. Reeves beats owner to the punch. In: ESPN. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  18. Pro Football Hall of Fame. In: Pro Football Hall of Fame. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  19. James Edward Fassel. In: Pro Football Reference. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  20. James Fassel. In: Associated Press. Abgerufen am 14. Februar 2012.