Heider Bergsee

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Heider Bergsee
Heider-Bergsee-008.JPG
Geographische Lage Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Städte am Ufer Brühl
Daten
Koordinaten 50° 49′ 47″ N, 6° 52′ 2″ OKoordinaten: 50° 49′ 47″ N, 6° 52′ 2″ O
Heider Bergsee (Nordrhein-Westfalen)
Heider Bergsee
Höhe über Meeresspiegel 93,7 m ü. NN
Fläche 35,4 ha[1]
Volumen 1,4 Mio. m³dep1[1]
Maximale Tiefe 8,6 m[1]
Mittlere Tiefe 4 m[1]

Besonderheiten

Tagebaurestsee

Villeseen DE.png
Karte der Villeseen

Der Heider Bergsee ist ein Restsee des Braunkohletagebaus im südlichen Rheinischen Braunkohlerevier in Nordrhein-Westfalen westlich von Köln in der Nähe der Städte Brühl, Hürth und Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im mittleren Teil der Ville, wo vom 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts kleinflächig die Braunkohle abgebaut wurde, entstand die heutige Ville-Seen-Platte, ein ca. 50 km² großes, ausgedehntes Gebiet mit Mischwäldern und über 40 Seen.

Dank umsichtiger Rekultivierung hat sich hier im Lauf der Jahrzehnte wieder eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt angesiedelt. Lange bevor es zur gesetzlichen Verpflichtung wurde, leistete hier der Hürther Bergwerksdirektor Adolf Dasbach Pionierarbeit hinsichtlich des Rückbaus seiner ausgekohlten Gruben.

Der Heider Bergsee befindet sich südwestlich des in unmittelbarer Nähe gelegenen Brühler Ortsteiles Heide. Er ist über die B 265 (Luxemburger Straße) oder von der Brühler Ortsmitte über die L 184 (Theodor-Heuss-Straße) Abzweig Willy-Brandt-Straße zu erreichen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heider Bergsee als einer der mittelgroßen Seen in der Seenkette der Ville ist ein nährstoffarmes, kalkhaltiges Stillgewässer bei Brühl-Heide. Es handelt sich bei diesen Gewässern um künstliche, durch den ehemaligen Tagebau geschaffene Restseen mit Flachwasserzonen, umsäumt von forstlich genutzten kleineren Waldflächen mit überwiegend standorttypischen Mischgehölzen. So finden sich im Wechsel Pappeln, Kiefern, Roteichen, Lärchen, Erlen, Buchen, Robinien und Birken.

Der See hat eine Fläche von ca. 35 ha. Der recht kleine angrenzende Schluchtsee ist lediglich als Anhängsel des Heider Bergsees zu sehen, dieser jedoch erreicht eine Tiefe von ca. 7,5 Metern. Hier sind Greifvögel (Pandionidae), Haubentaucher (Podiceps cristatus), Wildgänse (Anseriformes), Eisvögel (Alcedo atthis) und Teichrallen (Gallinula chloropus) als Brutvögel zu beobachten.

Unter der Oberfläche hat sich im Laufe der Jahrzehnte auch das Verschiedenblättrige Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum) angesiedelt. Diese Art besiedelt bevorzugt stehende und langsam fließende Gewässer und bildet zum Teil dichte Bestände aus. Durch Spangehl & Scharrenberg (1985) wurde das Vorkommen in Nordrhein-Westfalen erstmals aus dem Heider Bergsee bei Brühl beschrieben, wo diese Art auch heute noch anzutreffen ist.

In den Randbereichen der Gewässer findet man unter anderem: Zwerg-Igelkolben (Sparganium minimum) - Gemeinen Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) - Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine).

Des Weiteren soll durch die Entwicklung bzw. Förderung von Röhrichtzonen der Gewässer Lebensraum für zahlreiche ziehende Wasservögel im Herbst und Winter und andere Wassertiere wie Amphibien (Wechselkröte, Bufo viridis) und Wasserinsekten (z. B. Scharlachlibelle, Ceriagrion tenellum) erhalten bzw. ausgedehnt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist aus der Renaturierung eines Braunkohletagebaus entstanden Rheinisches Braunkohlerevier. Braunkohle wurde hier seit dem 19. Jahrhundert gewonnen. Das Gruhlwerk und die Roddergrube wurden von hier beliefert. Die ersten Union-Briketts wurden unter anderem aus der Braunkohle dieser Grube hergestellt. Der Abbau endete 1964 im Jahr darauf entstand der Heider Bergsee. Seit 1967 gibt es das Freibad, seit 1968 den Campingplatz.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile des Geländes bleiben sich selbst überlassen und sind als Naturschutzgebiete deklariert. Ville, Kottenforst und die rekultivierten ehemaligen Braunkohle-Tagebaugebiete mit ihren Seen dienen auch den Menschen in der Region Köln/Bonn als Naherholungsgebiet.

Campingplatz Heider Bergsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnwagen, Wohnmobile sowie Zelter werden das ganze Jahr über aufgenommen. Das Strandbad mit feinem Sandstrand und Wiese grenzt unmittelbar an den Campingplatz.

Wassersportfreunde Brühl-Heide e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsanlage liegt an der Nordseite des Heider Bergsees. Die Größe des Grundstücks beträgt ca. 2300 m². Das Klubhaus mit seinen Nebenräumen und die große Bootshalle begrenzen den Steg im Westen und im Osten.

Segelsportvereinigung Heiderbergsee e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steganlage des Vereins liegt im nordöstlichen Teil des Heider Bergsees. Die gesegelte Bootsklasse ist der Korsar.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer (Hrsg.): Der Kottenforst. Eine rheinische Kultur- und Erholungslandschaft. Wienand-Verlag, Köln 1999, ISBN 3-87909-648-1.
  • Ulrich Siewers: Lust auf Natur. Band 1: Erlebnis-Wandern beiderseits des Rheins. 2., erweiterte und überarbeitete Auflage. Lempertz, Bonn 2003, ISBN 3-933070-38-4.
  • Bezirksregierung Köln: 8. Regionalplanänderung. Erweiterung des Allgemeinen Siedlungsbereiches für zweckgebundene Nutzungen Brühl. Anlage 2: Umweltbericht. Juli 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heider Bergsee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d TU Cottbus: Braunkohlentagebauseen in Deutschland - Gegenwärtiger Kenntnisstand über wasserwirtschaftliche Belange von Braunkohlentagebaurestlöchern (abgerufen am 5. Oktober 2010; PDF; 14,0 MB)