Heiner Bertram
Heiner Bertram (* 25. Juli 1940 in Magdeburg) ist ein deutscher Kaufmann und ehemaliger Fußballfunktionär.
Im Alter von 14 Jahren flüchtete Bertram aus der Deutschen Demokratischen Republik allein nach West-Berlin,[1] wo er seither im Ortsteil Westend lebt. Er diente fünf Jahre bei der Bundeswehr, die er als Oberleutnant verließ.[2] Er ist gelernter Einzelhandelskaufmann und war als Vorstandsmitglied verschiedener Warenhäuser, darunter Metro und Hertie, tätig. Später eröffnete er mehrere Hotels.[3][4]
Von 1997 bis Oktober 2003 war er der Präsident des 1. FC Union Berlin, der zu Beginn seiner Amtszeit rund 1000 Mitglieder zählte.[5] Während dieser Zeit gelang dem Verein erstmals der Aufstieg in die 2. Bundesliga und das Erreichen des DFB-Pokalfinales im Jahr 2001, wodurch sich der Klub noch als Regionalligist für den UEFA-Pokal qualifizierte.[6] Im wirtschaftlichen Bereich gelang Bertram die Konsolidierung des beinahe insolventen Klubs,[1] u. a. durch den Gewinn von Kinowelt-Gründer Michael Kölmel als Investor.[7][8][9][10] Zuvor hatte er erfolglos dem Londoner Unternehmer Mohamed Al-Fayed eine Übernahme des Vereins angeboten.[11] Darüber hinaus trieb Bertram Neubau-Pläne für das Stadion An der Alten Försterei, das 24.000 Zuschauer fassen sollte,[12][13] und Umzugspläne nach Berlin-Mitte voran, die allerdings in dieser Form nicht umgesetzt wurden.[14] Daraufhin gründeten Fans des 1. FC Union die Initiative pro AF für den Verbleib in Köpenick.[15] Am Ende seiner Amtszeit bei den Eisernen entbrannte ein Dauerstreit mit dem Aufsichtsrat,[10][16][17] der Bertram daraufhin zeitweise Hausverbot erteilte.[18] Im Oktober 2003 enthob ihn das Gremium als Präsidenten[19] und einen Monat später musste auch Geschäftsführer Bernd Hofmann seinen Posten räumen.[3] Als Union-Präsident gehörte Bertram außerdem zeitweise den Vorstandsgremien der DFL und des DFB an.[20][21]
Von 2006 bis 2009 gehörte Bertram dem Aufsichtsrat des 1. FC Magdeburg an und war Mitbegründer dessen Wirtschaftsrates.[3] Hier arbeitete er abermals eng mit dem nun als Geschäftsführer der Magdeburger tätigen Bernd Hofmann zusammen.[22] In dieser Zeit etablierte sich der Klub in der zweigleisigen Regionalliga.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Interview mit Heiner Bertram, dctp.tv, 23. Juni 2001
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Thilo Thielke: Aufstieg aus Ruinen. In: Der Spiegel. 2001, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Vita: Heiner Bertram. In: Berliner Morgenpost. 19. Dezember 2002, abgerufen am 24. April 2024.
- 1 2 3 Anschluss an die Zukunft. In: Berliner Zeitung. 7. November 2006, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Sebastian Pötzsch: Hotel "Sachsen-Anhalt" wird seit 30 Jahren erfolgreich von der Familie geführt. In: Volksstimme. 16. Oktober 2024, abgerufen am 30. Oktober 2024.
- ↑ Matthias Koch: Was von Ex-Präsident Heiner Bertram übrig blieb. In: Märkische Oder-Zeitung. 25. März 2026, abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ Heiner Bertram wird 75 Jahre alt. In: 1. FC Union Berlin. 25. Juli 2015, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Das Trauma des netten Herrn Kölmel. In: Welt am Sonntag. 17. Juni 2001, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Michael Rosentritt: Charme des Kultvereins reizt. In: Tagesspiegel. 14. März 1998, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Paul Gorgas: Geburtstags-Interview mit Ex-Präsident: Hier spricht Unions Retter Heiner Bertram (80)! In: B.Z. 25. Juli 2020, abgerufen am 24. April 2024.
- 1 2 Matthias Koch: Ex-Boss Bertram: Union in der 2. Liga nicht mehr vorstellbar. In: Bild. 24. März 2024, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Michael Jahn: Eiserner Sparer bei Eisern Union. In: Berliner Zeitung. 10. Dezember 2002, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Karsten Doneck: Und mittags gibt’s Eintopf. In: Tagesspiegel. 22. Dezember 2008, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Michael Jahn: Beförderung für den Zeugwart. In: Berliner Zeitung. 23. August 2002, abgerufen am 30. April 2024.
- ↑ André Görke: Union träumt von einem Bundesliga-tauglichen Stadion. In: Tagesspiegel. 3. Oktober 2001, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Matthias Wolf: Beim 1. FC Magdeburg erfüllt sich Heiner Bertram endlich den Traum vom modernen Stadion: Anschluss an die Zukunft. In: berliner-zeitung.de. Berliner Zeitung, 7. November 2006, abgerufen am 3. Juli 2021.
- ↑ Erklärung des Aufsichtsrates des 1. FC Union Berlin. In: 1. FC Union Berlin. 14. Oktober 2003, abgerufen am 30. April 2024.
- ↑ André Görke: Der Schattenmann. In: Tagesspiegel. 11. Oktober 2003, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Heiner Bertram bekommt Hausverbot. In: Kicker. 18. Oktober 2003, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Was macht eigentlich... Heiner Bertram? In: Tageszeitung. 11. Oktober 2003, abgerufen am 24. April 2024.
- ↑ Michael Jahn: Kleine Sprünge bei Union. In: Berliner Zeitung. 4. Mai 2002, abgerufen am 30. April 2024.
- ↑ Uwe Tiedemann: Für Bertram ist Kallnik der entscheidende Impulsgeber. In: Volksstimme. 12. Oktober 2012, abgerufen am 30. April 2024.
- ↑ Lars Spannagel: Sie sind die Größten der Welt. In: Tagesspiegel. 8. Dezember 2006, abgerufen am 24. April 2024.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bertram, Heiner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballfunktionär und Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1940 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |