Heinrich Ernst (Architekt)

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Das «Rote Schloss» in Zürich am Alpenquai (heute General-Guisan-Quai) kurz nach der Vollendung 1893
Das Haus Metropol am Stadthausquai in Zürich

Heinrich Ernst (* 1. April 1846 in Neftenbach, Zürich; † 23. Dezember 1916 in Pegli, Ligurien) war ein Schweizer Architekt. Mit seinen bautechnischen, aber auch ökonomischen Innovationen war er Pionier und einer der herausragenden Baumeister und Immobilien-Spekulanten seiner Zeit in Zürich.

Ernst war der Sohn eines Erdarbeiters. Nach einer Bauzeichnerlehre bei Baumeister Wilhelm Waser und dem Zürcher Stadtbaumeister Caspar Conrad Ulrich absolvierte er von 1867 bis 1870 ein Architekturstudium am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich. Danach arbeitete er bei Gottfried Semper, unter anderem an dessen Dresdner Hof-Theater (Semperoper). Von 1871 bis 1874 betrieb er zusammen mit dem Architekten Alexander Koch ein Architekturbüro in Zürich, danach gründete er ein eigenes Büro.

Um eine möglichst große Rendite aus seinen Bauten zu erwirtschaften, übernahm Heinrich Ernst diverse britische Neuerungen im Bauprozess. Beim Bau des Geschäftshauses Metropol (1892–1895) wandte er erstmals in Zürich standardisierte, vorfabrizierte Teile im Hochbau an. Dies ermöglichte eine frühe Form des Skelettbaus und somit freiem Grundriss ohne tragende Wände im Innern.

Im Auftrag der Rheinischen Immobiliengesellschaft „Hansa“ baute er von 1900 bis 1902 das Hansahaus in Düsseldorf. Viele seiner Bauten realisierte Ernst auf eigenem Grund und Boden: Auf eigene Rechnung finanzierte Heinrich Ernst das Haus Bahnhofstrasse 64, die nördlichen Zeilenhäuser an der Rämistrasse, das Rote Schloss, das Haus Metropol (1893) und kaufte die Papierwerdinsel in der Limmat beim Hauptbahnhof. Bei diesem Vorhaben übernahm er sich jedoch finanziell, musste Konkurs anmelden und sein Büro auflösen; es wurde von seinem früheren Mitarbeiter Otto Pfleghard übernommen. Er zog sich an die italienische Riviera zurück und starb verarmt in Pegli. Ernst wurde auf dem Friedhof Wannsee in Berlin beerdigt.

Heinrich Ernst war zweimal verheiratet: 1874 mit seiner ersten Frau Fanny Sophie Grässle und 1890 mit Helena Löwen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hg): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert Basel: Birkhäuser 1998. ISBN 3-7643-5261-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinrich Ernst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien