Heinrich Philipp Sextro

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Heinrich Philipp Sextro, auch: Sextroh (* 28. März 1746 in Bissendorf bei Osnabrück; † 12. Juni 1838 in Hannover) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pfarrersohn verbrachte Kindheit und Jugend in Osnabrück. 1765 begann er das Studium der Theologie in Göttingen. 1767 wurde Sextro zum Konrektor einer Schule in Hameln berufen. 1772 wurde er Rektor des Lyceums in Hannover. 1779 übernahm er das Predigeramt St. Albani in Göttingen.[1] 1784 erlangte er eine außerordentliche Professur für Theologie an der dortigen Universität. 1788 übernahm er schließlich eine ordentliche Professur an der Landes-Universität Helmstedt (Academia Julia). Zeitgleich war er Abt des Klosters Mariental, Generalsuperintendent und erster Pfarrer an der Stephanikirche in Helmstedt. Auf seine Veranlassung hin wurden in Hannover (ab 1790) zwei so genannte Industrieschulen errichtet. 1798 berief man ihn zum Konsistorialrat und zum 1. Hof- und Schlossprediger in Hannover. Von 1798 bis 1804 war er zugleich Generalsuperintendent von Hoya-Diepholz.

Ab 1811 wurde Philipp Heinrich Sextro in den Mitglieder-Verzeichnissen der Freimaurerloge Friedrich zum weißen Pferde gelistet.[2]

Von dauernder Bedeutung sind Sextros Bemühungen um die Armenpflege und das Industrieschulwesen. Zusammen mit Ferdinand Kindermann und Joachim Heinrich Campe gilt er als Begründer des letzteren in Deutschland.

Sextros Grabmal findet sich auf dem Gartenfriedhof in Hannover.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die 1865 im hannoverschen Stadtteil Südstadt angelegte Sextrostraße wurde laut den Hannoverschen Geschichtsblättern von 1914 nach dem Schlossprediger benannt, „der sich um die Begründung der Blindenanstalt sehr verdient machte“.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Rupstein: Dr. Heinrich Philipp Sextro, weiland Ober-Constitorial-Rath, erster Hof- und Schloßprediger etc. zu Hannover. Eine Gedächtnissschrift seines Lebens und seiner wohlthätigen Stiftungen. Hannover 1839 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
  • Paul ZimmermannSextro, Heinrich Philipp. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 77–79.
  • Karl-Franz Göstemeyer: Pädagogik und gesellschaftliche Synthesis. Zur Dialektik von Menschheits- und Gesellschaftsbildung bei Hobbes, Sextro und Jachmann. Lang, Frankfurt am Main u.a. 1989, ISBN 3-8204-5182-X.
  • Hinrich Hesse: Heinrich Philipp Sextro. In: Die Grabinschriften des Gartenkirchhofs in Hannover, Sonderabdruck aus Zeitschrift der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte. Jg. 44, 1939, S. 235–290.
  • Heinrich Holze: Zwischen Studium und Pfarramt. Die Entstehung des Predigerseminars in den welfischen Fürstentümern zur Zeit der Aufklärung ( = Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens. Bd. 25). 1985.
  • Karl-Friedrich Oppermann: Sextro, Heinrich Philipp. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 333; online über Google-Bücher
  • Karl-Friedrich Oppermann: Sextro, Heinrich Philipp. In: Stadtlexikon Hannover, S. 563f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe die Abschiedsrede des Lyceums-Direktors Johann Daniel Schumann: Programm worin Quintilians Gedanken über öffentliche Schulen geprüft werden. Schlüter, Hannover 1779 (Digitalisat).
  2. Siegfried Schildmacher, Winfried Brinkmann, Edzard Bakker, Peter Rosenstein (Red.): Dr. theol. Philipp Heinrich Sextro. In Siegfried Schildmacher (Hrsg.): Auf den Spuren der Freimaurer - ein Spaziergang durch Hannovers Straßen. Selbstverlag, Hannover 2015, S. 124
  3. Karl-Friedrich Oppermann: SEXTRO … (siehe Literatur).
  4. Helmut Zimmermann: Sextrostraße. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Hahn, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 227.