Heinz-Karl Kummer

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Heinz-Karl Kummer (* 13. März 1920 in Bernsdorf (Oberlausitz); † 2. März 1987 in Lauchhammer) war ein deutscher Künstler. Er war in der DDR als freischaffender Maler und Grafiker vor allem in Lauchhammer tätig. In der Öffentlichkeit sind besonders seine Mosaiken an Plattenbauten, unter anderem in Hoyerswerda und Elsterwerda und einer Schule in Ortrand bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kummer erlernte ab dem Alter von 14 Jahren das Handwerk eines Dekorationsmalers. Im Jahre 1938 wurde er an der Malerschule in Buxtehude bei Hamburg aufgenommen. Aber bereits 1939 wurde er zunächst zum Arbeitsdienst und kurz darauf zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufen. Im Zweiten Weltkrieg kam er im Krieg gegen die Sowjetunion zum Einsatz. Dabei wurde er verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr wurde er 1951 Schüler bei Walter Prescher van Ed in Dresden und begann ein Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Arno Mohr, Theo Balden und Bert Heller, in dessen Berliner Künstlerkollektiv Kummer 1953 Mitglied wurde. Bereits 1952 wurde er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Dieses Bekenntnis zu den Entwicklungen seiner Zeit findet in seinen Werken Niederschlag. Ab 1954 arbeitete er freischaffend als Maler und Grafiker in Lauchhammer im damaligen Bezirk Cottbus. 1956 heiratete er Irene Schmalfuß.

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Kummer gestaltete Säule „Kosmos“ in der Kolpingstraße in Hoyerswerda

Kummer stammte aus einer Bergarbeiterfamilie. Seine frühen Werke, Holzschnitte, Ölgemälde und Aquarelle, sind von seinen Erlebnissen der Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt. In den 1950er Jahren entstanden vor allem Porträts und Bilder der Industrielandschaft, insbesondere der Tagebaulandschaft um Lauchhammer. Kummer schuf viele seiner Werke, oft Aquarelle und Gouachearbeiten, auch außerhalb des Ateliers an den Orten, an denen er sich gerade befand und die er damit festhielt, so in der freien Natur oder im Bergbau vor Ort.

In der DDR führte er großenteils Auftragswerke für die Bauwirtschaft aus. So entstanden auch die bekannten Wandbilder und Mosaiken. Durch den Abriss vieler Plattenbauten in ostdeutschen Städten war und ist ein Teil dieser Werke entweder vernichtet oder von der Zerstörung bedroht.[1] Kummer war auch sonst ein technisch vielseitiger Maler, der in den unterschiedlichsten Techniken arbeitete. Neben Zeichnungen schuf er Gouachen und Pastelle, arbeitete mit Keramik, und fertigte Intarsienarbeiten an, kreierte Plakate und betätigte sich neben seiner künstlerischen Arbeit auch als Restaurator für Museen im In- und Ausland.

Am 3. Juni 2000 wurde in der Schmuck und Galerie Senftenberg von Christine Przybilski eine Ausstellung zu Kummer eröffnet.[2]

Bilder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pärchen in lieblicher Herbstlandschaft (1976)
  • Hand - Stop Industrie (1987) (Aquarell)
  • Selbstporträt (Malerei auf Öl, 1986)
  • Kopf (Tempera, 1984)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 wurde von der Fraktion PDS/PUR-Lauchhammer beantragt, Kummer die Ehrenbürgerschaft der Stadt zu verleihen. Es gibt aber Vorwürfe, Kummer wäre ein „systemtreuer DDR-Künstler“ gewesen. Formal scheitert die Ehrenbürgerschaft an der Satzung der Stadt Lauchhammer, die es nach der letzten Änderung nicht vorsieht, die Ehrenbürgerwürde posthum zu verleihen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trauerspiel um Heinz Karl Kummer. Ein Teil eines Werkes wurde in ein Wandbild einer anderen Künstlerin integriert
  2. Ausstellung über Kummer in der >>Schmuck und Galerie Senftenberg von Christine Przybilski<<