Heinz Schaden

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Heinz Schaden (2015)

Heinz Schaden (* 29. April 1954 in Graz) ist ein ehemaliger österreichischer Politiker (SPÖ). Von 1999 bis 2017 war er Bürgermeister der Stadt Salzburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Schaden wurde am 29. April 1954 in Graz geboren. Er studierte in Salzburg Politikwissenschaft, Publizistik und Wirtschaftsgeschichte und promovierte an der Paris-Lodron-Universität im Jahre 1981 zum Doktor der Philosophie. Danach studierte er bis 1985 in Wien – unter anderem an der Diplomatischen Akademie Wien – und schloss mit einem Diplom ab. Anschließend arbeitete er bis 1987 im Bauministerium und wurde in der Politik tätig.

Schaden ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter aus erster Ehe.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1992 war Schaden Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, bevor er am 30. April 1999 erster direkt gewählter Bürgermeister von Salzburg wurde. Er konnte sich im zweiten Wahlgang in der Stichwahl durchsetzen. Bei der Bürgermeisterwahl am 7. März 2004 wurde er mit 51,96 % im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. Bei der darauffolgenden Wahl am 1. März 2009 erlitt er als SPÖ-Spitzenkandidat bei der Gemeinderatswahl deutliche Verluste (35,79 % statt 43,78 % im Jahr 2004) und verfehlte mit 45,37 % der Stimmen die Wahl zum Bürgermeister im ersten Wahlgang. In der Stichwahl konnte er sich mit 53,71 % aber knapp gegen seinen Kontrahenten Harald Preuner (ÖVP) durchsetzen.

Neben seinem Amt als Bürgermeister war er unter anderem auch Vorsitzender der SPÖ in der Stadt Salzburg und Mitglied des Bundesparteivorstandes. Am 18. Oktober 2013 trat er aus allen Parteiämtern zurück und begründete dies mit „einigen gravierenden inhaltlichen Problemen“ mit der Linie der SPÖ.[1]

Am 31. Juli 2017 kündigte er seinen Rücktritt als Bürgermeister zum 20. September 2017 an.[2][3] Die Amtsgeschäfte übernahm interimistisch Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP).[4]

Swap-Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im sogenannten Swap-Prozess wurde Schaden, dem ehemaligen Finanzlandesrat Othmar Raus sowie anderen Angeklagten vorgeworfen, sie hätten das Land Salzburg im Jahr 2007 sechs negativ bewertete Swap-Geschäfte ohne Gegenleistung von der Stadt Salzburg übernehmen lassen, wobei dem Land dadurch ein Schaden von 4,8 Millionen Euro entstanden sei.[5] Obwohl er seine Schuld bestritt, wurde Schaden am 28. Juli 2017 zu drei Jahren Haft verurteilt, eines davon unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da sowohl der Verurteilte als auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegten.[6][7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 19. August 2002 ist Schaden Träger des portugiesischen Ordens für Verdienst. Dieser wurde ihm in Form des Großkreuzes verliehen.[8][9]

Heinz Schaden gehörte zu den Passagieren der Costa Concordia, als diese am 13. Januar 2012 vor der Insel Giglio verunglückte.[10]

Am 19. März 2016 befand er sich in der Nähe, als es zu einem Bombenanschlag in der türkischen Stadt Istanbul kam.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Salzburgs Bürgermeister Schaden legt SPÖ-Parteiämter zurück. derStandard.at GmbH, 18. Oktober 2013, abgerufen am 18. Oktober 2013.
  2. derStandard.at: Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden tritt im September zurück. Artikel vom 31. Juli 2017, abgerufen am 31. Juli 2017.
  3. Bürgermeister Heinz Schaden wird zurücktreten - salzburg.ORF.at. Abgerufen am 31. Juli 2017 (deutsch).
  4. Salzburger Nachrichten: Wie es nach dem Rücktritt des Bürgermeisters weitergeht. Artikel vom 18. September 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  5. Finanzskandal: Anklage gegen Schaden. ORF, 1. Februar 2017, abgerufen am 30. Juli 2017.
  6. Swap-Prozess: Schuldsprüche für alle - Haft für Schaden und Raus. ORF, 28. Juli 2017, abgerufen am 30. Juli 2017.
  7. Swap-Urteil: Staatsanwalt fordert höhere Strafen. ORF, 1. August 2017, abgerufen am 1. August 2017.
  8. Cidadãos Estrangeiros Agraciados com Ordens Portuguesas. Chancelaria das Ordens Honoríficas Portuguesas, 2011, abgerufen am 8. Oktober 2013 (portugiesisch).
  9. Alvará n.º 146/2002 – ordem comendador embaixador grãcruz. Presidência da República – Chancelaria das Ordens Honoríficas Portuguesas, 7. Oktober 2002, abgerufen am 8. Oktober 2013 (portugiesisch).
  10. Claudia Lagler: Bürgermeister Schaden: „Keine organisierte Evakuierung“. DiePresse.com, 15. Januar 2012, abgerufen am 20. Januar 2012.
  11. Anna Dobler: Heinz Schaden: "Ein Kaffee hat uns gerettet". krone.at, 19. März 2016, abgerufen am 20. März 2016.