Heizleiste

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Das Foto zeigt wie der frisch aufgebrachte Lehmputz durch die seit drei Tagen laufende Fußleistenheizung allmählich von unten her austrocknet. An der helleren Farbe sind die unter dem Putz liegenden Fachwerkbalken zu erkennen, da die Putzschicht hier dünner ist und schneller austrocknet.

Die Heizleiste (oder Sockelheizleiste) ist ein Heizkörper für Räume in Gebäuden. Sie verläuft meist an der Innenseite von Außenwänden dicht über dem Fußboden und ist Bestandteil einer Sockelleistenheizung, die auch Fußleistenheizung oder Randleistenheizung genannt wird.

Der Coanda-Effekt soll dafür sorgen, dass die von den Heizleisten erwärmte Raumluft an der Wand aufsteigt und die Wandoberfläche erwärmt. Von dort wird Wärme in Form von Wärmestrahlung in den Innenraum abgegeben. Die Sockelleistenheizung kann aus diesem Grund mit geringen Einschränkungen zu den Wandheizungssystemen gezählt werden, mit denselben heiztechnischen und physiologischen Vorteilen.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrische Heizleisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen sind Heizstäbe verbaut, die durch den hindurchfließenden Strom erwärmt werden. Um die Wärmeabgabe zu vergrößern sind die Heizstäbe meist mit Rippen oder Lamellen ausgestattet.[1]

Wasserführende Heizleisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die übliche Ausführung besteht aus wasserführenden Rohren, die in der Regel aus Kupfer bestehen und von vorne sowie von oben durch eine Verkleidung verdeckt werden. Die Verkleidung hat Öffnungen, durch welche die aufgewärmte Luft strömt. Um eine höhere Wärmeabgabe der Rohre zu erreichen, wird deren Oberfläche durch Rippen oder ein Drahtgeflecht vergrößert.

Angeboten werden aber auch Fußleisten aus Hohlkammerprofilen, welche die Wärme direkt abstrahlen und nicht von Luft durchströmt werden.

Netzrohre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Netzrohren wird ein zylinderförmiges Geflecht aus Draht über das Rohr geschoben und mit diesem verlötet. Die Reinigung von Netzrohren geschieht zweckmäßig mit einem langhaarigen Handfeger oder mit Druckluft.

Rippenrohre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herstellung von Rippenrohren werden runde oder eckige Blechabschnitte lamellenförmig mit dem Rohr verpresst oder verlötet.

In Werkstätten und anderen gewerblich genutzten Räumen wurden früher freiliegende Stahlrohre mit angeformten Blechscheiben oder um das Rohr gewendelten Blechschnecken eingesetzt, die am inneren Rand zusätzlich gewellt waren. Dadurch verbesserte sich die Wärmeabgabe, die Reinigung wird allerdings etwas erschwert.

Im Wohnbereich werden heute Rippenrohre mit vielen feinen Lamellen angeboten, die einen effizienten Betrieb auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen ermöglichen.

Um das Größe der Verkleidung zu begrenzen, werden überwiegend rechteckige Lamellen angeboten, seltener auch runde Lamellen, deren Querschnitt bei manchen Ausführungen verschmälert wird, indem die Kanten der Lamellen beidseitig umgefaltet oder abgetrennt werden.

Typische Wärmeleistungen liegen bei 100 Watt pro Meter berippte Rohrlänge bei 45° C Vorlauftemperatur bis zu 300 Watt bei 70° C Vorlauftemperatur. Die höchsten erreichbaren Leistungen liegen bei 300 bzw. 600 W.[2][3][4]

Hohlkammerprofile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den nach dem Konvektor-Prinzip arbeitenden Heizleisten gibt es auch wärmeabstrahlende Hohlkammerprofile, die gewöhnlichen Fußleisten sehr ähnlich sehen und anstelle von diesen entlang der Außenwände montiert werden. Die direkt erwärmten Sockelleisten sind meist höher als gewöhnliche Fußleisten, um genügend Wärme an den Raum abstrahlen zu können. Die Hohlkammerprofile werden in der Regel aus Aluminium gefertigt und werden vom Heizungswasser direkt durchströmt. Sie benötigen etwas höhere Vorlauftemperaturen, um eine mit Rippenrohrsystemen vergleichbare Heizleistung zu erbringen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Radiasancal-Heizleisten mit 300 W/m, die Heizregister werden nach der Installation über die elektrischen Heizstäbe geschoben.
  2. Die Leistungsangaben der Hersteller sind nicht unbedingt vergleichbar, da die Art der Verkleidung einen großen Einfluss auf die Wärmeabgabe hat und häufig keine Angaben darüber gemacht werden, ob ohne oder mit Verkleidung gemessen wurde: AKG-Heizleisten je nach Modell bei 45°C Vorlauftemperatur ca. 100–230 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 230–630 W/m; Klimaboard U.S.H. Innovationen bei 45°C Vorlauftemperatur 100 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 280 W/m; Sancal-Heizleisten je nach Modell bei 45°C Vorlauftemperatur 180/220/285 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 340–540 W/m; Sandomus-Heizregister je nach Modell bei 45°C Vorlauftemperatur 174/265 W/m und 70°C Vorlauftemperatur 465/620 W/m; Radiasancal Heizregister bei 45°C Vorlauftemperatur 115 W/m und 70°C Vorlauftemperatur 310 W/m (die Heizregister werden in diesem Fall erst beim Einbau über die Kupferrohre geschoben); Variotherm bei 45°C Vorlauftemperatur 85–240 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 250–660 W/m; Ekowand-Sockelheizleisten bei 45°C Vorlauftemperatur 100 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 300 W/m
  3. Weitere Hersteller: Bayrische Strahlungswärme; Climaboard der Klimaboard GmbH; Logitherm; Oecotherm; Hypothermal; Cuprotec; Radia-Therm; Neuland; Energy-Com; PERFECTA-Heizleiste; SlantFin baseboards, In: HaustechnikDialog.de
  4. Beispielrechnung: Für einen Raum mit 1500 Watt Heizwärmebedarf werden bei 60 Grad Vorlauftemperatur 3 bis 6 Meter Heizleisten oder alternativ ein Plattenheizkörper Typ 33 mit 1 m Länge und 60 cm Höhe benötigt. In: Fachwerk.de
  5. Thermaskirt-Heizleisten je nach Modell bei 45°C Vorlauftemperatur 50–100 W/m und bei 70°C Vorlauftemperatur 130–240 W/m.