Innendämmung

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Der Begriff Innendämmung fasst Dämmmaßnahmen für Gebäude zusammen, bei denen der Dämmstoff von innen auf Außenwänden sowie Decken angebracht wird, die an kalte Außenbereiche grenzen.

Es kann verschiedene Gründe geben, warum diese aufwändigere Maßnahme anderen Dämmformen wie der Kerndämmung und der Außenwanddämmung vorgezogen wird:

  • die Fassade bleibt erhalten
  • Räume und Wohnungen können einzeln gedämmt werden, so dass dies auch von einzelnen Mietern und Eigentümern in Gemeinschaften auszuführen ist
  • eine gezielte Dämmung von Einzelflächen ist möglich, z.B. um Schimmelschäden zu sanieren
  • es ist kein Gerüst notwendig
  • es ist eine schrittweise Sanierung möglich

Die Innendämmung steht dabei zwei großen Herausforderungen gegenüber. So verringert sich durch die innenseitige Anbringung des Dämmstoffes der Wohnraum. Die Reduktion der Grundfläche kann gegebenenfalls die Verwendung von Hochleistungsdämmstoffen wie Phenolharzschaumplatten oder Vakuumdämmplatten begrenzt werden. Des Weiteren gilt es, durch die Wahl eines geeigneten Dämmstoffes sowie einer fachgerechte Durchführung, den Feuchtehaushalt der Wände zu kontrollieren und die Bildung von Feuchteansammlungen zu verhindern.

Feuchtenester und daraus resultierender Schimmel werden durch Wärmebrücken begünstigt. Durch eine Innendämmung können Wärmebrücken beseitigt und die Gefahr von Kondensation an der Wandoberfläche vermindert werden. Durch die gezielte Applikation von Dämmstreifen an der Innenseite von Gebäudeecken werden geometrisch bedingte Wärmebrücken vermieden. Viele Hersteller von Innendämmstoffen bieten Dämmkeile an, so dass sich ein kaum sichtbarer Anschluss von Dämmstreifen an die angrenzende Wandfläche erreichen lässt (anstelle eines Absatzes).[1]

Durch die Innendämmung erhöht sich die Temperatur der inneren Oberfläche der Außenwände, wodurch sich weniger Feuchtigkeit an diesen Stellen niederschlägt.

Bauphysikalische Eigenheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Installation einer Innendämmung fällt die Temperatur der inneren Oberfläche der Außenwand im Winter stark ab, da die Außenwand nun von der Wärme der Innenräume durch die Dämmung abgeschirmt wird und somit bei großen Dämmstärken annähernd die Außentemperatur annehmen kann. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik rechnet bei einem typischen Wandaufbau mit einer Tiefsttemperatur von 4 °C.[2] Der Taupunkt der Raumluft wird oft mit durchschnittlich 10 - 12 °C angenommen.[3] Bei einer typischen Temperatur der inneren Wandoberfläche der Außenwand von 17 °C wird die Taupunkttemperatur bei kalten Außentemperaturen also etwa in der Mitte des Querschnitts der der Innendämmung erreicht.

Um zu verhindern, dass Luftfeuchtigkeit aus dem Innenraum in die Dämmung diffundiert und dort kondensiert, wird raumseitig häufig eine Dampfbremse angebracht. Ebenso wie die Dampfbremse sollte auch der dahinterliegende Wandaufbau luftdicht ausgeführt werden, damit es im Falle von Undichtigkeiten in der Ebene der Dampfbremse nicht zu einer Durchströmung der Ebene des Dämmstoff mit feuchter Innenraumluft kommen kann. Da sich im Winter hier der Taupunkt befindet, wäre sonst mit der Kondensation von größeren Feuchtigkeitsmengen zu rechnen.[4]

Aus dem Holzrahmenbau kommt die Faustregel, dass bei beplankten Hohlwänden der -Wert der inneren Beplankung um den Faktor 7 bis 10 höher liegen sollte, als derjenige des äußeren Luftabschlusses. So kann sich auch unter den ungünstigsten Umständen kein Kondensat bilden.[5] Entsprechende Werte sind bei alleiniger Verwendung von OSB-Platten zur inneren Beplankung meist nicht zu erreichen. Es müsste dann also eine Dampfbremsbahn eingesetzt werden.

Auch wenn die Verwendung von Dampfbremsbahnen bzw. -folien häufig praktiziert wird, ergibt sich hieraus im Schadensfall ein gewisses Risiko. Liegt eine Undichtigkeit in der inneren Luftdichtigkeitsebene vor oder sammelt sich infolge eines Wasserschadens Feuchtigkeit in der Wand, so behindert die Dampfbremsbahn die Austrocknung nach innen. Gleiches gilt, wenn die Außenwände an der Wetterseite eines Gebäudes im Winter häufig von Schlagregen durchfeuchtet werden, so dass sich im gesamten Wandquerschnitt eine erhöhte Materialfeuchte einstellt. Die Verwendung von feuchteadaptiven Dampfbremsbahnen kann das Durchfeuchtungsrisiko abmindern, jedoch nicht völlig entschärfen.

Ausführung ohne Dampfbremsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten werden vermehrt Innendämmsysteme ohne Dampfbremse verwendet, die eine größere Toleranz gegenüber unplanmäßiger Durchfeuchtung der Wand bieten (z.B. bei Rohrbrüchen, schadhafter Dachhaut oder undichter Regenrinnen) und bei verwinkelten Wandkonstruktionen mit vielen Durchdringungen in der Regel einfacher zu installieren sind. Da die luftdichte Verlegung von Dampfbremsbahnen im Baustellenalltag oft nicht einwandfrei gelingt und die Bahn anfällig dafür ist, später versehentlich perforiert zu werden, bietet die Ausführungsvariante ohne Dampfbremsbahn zudem eine erhöhte Sicherheit gegenüber Bauschäden.

Hierbei wird inkauf genommen, dass sich im Winterhalbjahr Tauwasser in der Dämmung bildet. Es werden ausschließlich Materialien verwendet, die zum Kapillartransport fähig sind. Diese leiten die entstehende Feuchtigkeit zur inneren und äußeren Oberfläche der Außenwand, wo sie verdunsten kann. Liegt die Luftfeuchtigkeit im Innenraum auf einem konstant hohen Niveau, so muss die Feuchtigkeit ausreichend schnell an die Außenseite des Gebäudes gelangen können. Ist der Kapillartransport nach außen nicht möglich oder ist der Wasserdampfdiffusionswiderstand der Schichten außerhalb der Dämmung zu hoch, so kann es zu einer längerfristigen Auffeuchtung der Dämmschicht kommen. Zwar erhöht sich mit dem Ansteigen des Feuchtegehalts auch der Dampf- bzw. Feuchtestrom. Zugleich erhöht sich durch die Auffeuchtung jedoch die Wärmeleitfähigkeit der Wandbaustoffe, wodurch die Temperatur der inneren Wandoberfläche absinkt und sich die Tauwasserbildung beschleunigt, was zu einem selbstverstärkenden Effekt führt. Auch eine stärkere Auffeuchtung der Dämmschicht muss nicht in jedem Fall zu Bauschäden führen. Gerade kapillarleitende Baustoffe bieten in der Regel eine ausreichend große Sicherheit gegenüber der Bildung von Schimmel. Jedoch steigen aufgrund des erhöhten Wärmedurchgangs die Heizkosten.

Es lässt sich rechnerisch abschätzen, ob die im Winterhalbjahr aufgenommene Feuchtigkeit über den Sommer vollständig abtrocknen kann. Neben dem Glaser-Verfahren stehen hierfür Programme wie WUFI und Delphin (Software) zur Verfügung. Das Programm COND wird vom Instituts für Bauklimatik der TU Dresden speziell zur hygrothermischen Beurteilung und zum Feuchteschutznachweis für Innendämmsysteme mit Kondensatanfall angeboten.

Die Abführung des entstehenden Kondensats zur Außenseite der Außenwand kann nicht in jedem Sonderfall sichergestellt werden, so zum Beispiel bei häufigem Feuchteeintrag durch Schlagregen in exponierten Lagen. Es ist daher wichtig sicherzustellen, dass der Kapillartransport zur Innenseite der Wand nicht unterbrochen wird.[6]

Da jede Luftschicht und jeder Lufteinschluß den Kapillartransport verhindert, sollte der Dämmstoff mit mineralischem Mörtel verklebt oder durch Verdübelung auf die Außenwand gepresst wird.[7] Gleiches gilt für eine gegebenenfalls vorgesehene Wandbeplankung. Sofern keine Dampfbremsbahn installiert wird, ist im Allgemeinen einem Wandverputz der Vorzug vor einer Beplankung zu geben.

Es sind auch Dampfbremsbahnen erhältlich, die zur kapillaren Ableitung der Feuchtigkeit fähig sind, sofern ein inniger Kontakt zu den angrenzenden Baustoffen hergestellt werden kann (z.B. durch Verschraubung und Pressung oder durch mineralischen Klebemörtel mit geringem Kunstharzanteil). Diese Variante bietet sich an, wenn eine Innendämmung in Räumen mit einer durchweg hohen Luftfeuchtigkeit angebracht werden soll, wie z.B. in schlecht belüfteten oder gewerblichen Küchen und Bädern, sowie in ungeheizten Räumen, in welche feuchtwarme Luft eintreten kann.

Wenn diffusionsoffene Beplankungsmaterialien wie Lehmplatten verwendet werden, so kann ein vollflächig aufgebrachter mineralischer Spachtel bzw. ein Klebe- und Armierungsmörtel mit Kunstharzanteil die Funktion der Dampfbremse übernehmen. Soll die Wandinnenfläche verputzt werden, so kann der Wandputz selber oder eine zusätzlich aufgebrachte Schlämme die Dampfbremse bilden. Durch eine Anpassung des Kunstharzanteils lässt sich der Diffusionswiderstand variieren. Hersteller von Werktrockenmörtel geben in der Regel den Wasserdampfdiffusionswiderstand (µ-Wert) oder Sd-Wert meist im Datenblatt an.

Wenigstens ein Hersteller von Holzfaserdämmplatten integriert eine mineralische Schicht mit dampfbremsender Funktion in den Aufbau der Innendämmplatten, die den Kapillartransport wenig behindert.[8]

Die Sicherheit einer Wandkonstruktion mit innenseitiger Dämmung gegenüber Durchfeuchtung hängt in jedem Fall besonders vom Wasserdampfdiffusionswiderstand der bestehenden Außenwand ab. Eine mit keramischen Platten oder dichtem Naturstein verkleidete Außenwand ist für eine Innenwanddämmung weniger geeignet. Fassadenbekleidungen sollten immer mit einer Hinterlüftung installiert werden. Auch kunstharzhaltige Fassadenanstriche können als Dampfbremse wirken. Bei einem Neuanstrich sollte auf einen möglichst niedrigen Wasserdampfdiffusionswiderstandswert geachtet werden.

Ausführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere bei der Installation einer Innendämmung ohne innere Dampfbremse (oder wenn die Gefahr besteht, dass die installierte Dampfbremse bei späteren Arbeiten perforiert wird) ist darauf zu achten, den Dämmstoff ohne größere Hohlräume in den Wandaufbau zu integrieren.
Eine Gefahr geht vor allem von größeren Hohlräumen aus, in welchen sich eine Luftzirkulation ausbildet, die größere Mengen Wasserdampf vom feuchten Dämmstoff bzw. von den inneren Schichten der Außenwand aufnimmt und punktuell an der kältesten Stelle der gegenüberliegenden Außenwand kondensieren lässt. Die größten Schäden treten auf, wenn die Hohlräume eine Verbindung zum Innenraum haben, so dass im Winter beständig feuchte Innenraumluft nachströmen kann.
Da jeder Hohlraum den kapillaren Abtransport der im Dämmstoff kondensierenden Feuchtigkeit unterbricht, sollte man bestrebt sein, das Ausmaß der einzelnen Hohlräume ebenso wie ihre Gesamtfläche möglichst klein zu halten.
Bei einer unebenen Wandoberfläche bietet es sich an:

  • zunächst einen Ausgleichsputz vorzusehen, oder
  • einen weichen Dämmstoff durch Verdübelung an die Wandoberfläche zu pressen, oder
  • Klebemörtel in ausreichender Stärke auf Wand und Dämmstoff aufzutragen und durch entsprechendes Hin- und Herbewegen der Dämmstoffplatten sowie Anpressen oder Anklopfen für eine Verteilung des Klebemörtels in die Unebenheiten zu sorgen.

Wärmebrücken ergeben sich insbesondere:

  • an Fenster- und Türlaibungen, da hier häufig eine geringere Dämmstärke gewählt wird, um bei bestehenden Bauten den Lichteinfall nicht zu stark einzuschränken. Idealerweise sollte die Dämmstärke unmittelbar am Fenster- oder Türrahmen so groß wie möglich sein.[9] Zur Innenkante der Laibung kann der Dämmstoff hingegen bedenkenlos angeschrägt werden, um einen besseren Ausblick und eine bessere Lichtstreuung zu ermöglichen. An Innenecken findet (im Gegensatz zu Außenecken) aufgrund des Flächenverhältnisses von Innen- zu Außenwand kein starker Wärmeabfluß statt. Dieser geometrische Vorteil kehrt sich jedoch innerhalb der Laibung bei Annäherung an Tür- oder Fensterrahmen bald ins Gegenteil um, da dort der Wärmeabfluß zu den nahegelegenen kalten Flächen an der Außenseite des Rahmens überwiegt. Hier bietet sich die Verwendung von Dämmkeilen an.
  • an Dosen der Elektroinstallation
  • an den Anschlüsse von Decken und Innenwänden an die Außenwand. Besonders bei der ungünstigen Kombination von dünnen Außenwänden mit massiven Innenwänden sollte eine Flankendämmung in den zur Außenwand hin gelegenen Raumecken vorgesehen werden. Eine Dämmstärke von 20 bis 40 mm auf einem 20 bis 50 cm Streifen genügt zumeist, um eine Tauwasserbildung auszuschließen. Durch die Verwendung von Dämmkeilen lassen sich Absätze innerhalb der Wand- und Deckenflächen vermeiden. (Flankendämmung).[10] Die Wärmebrückenwirkung von Holzbalkendecken und Fachwerkwänden ist gering, so dass hier im Allgemeinen keine besonderen Maßnahmen notwendig sind. In Räumen mit sehr hohem Feuchtigkeitsanfall ist es sinnvoll, die Holzbalkendecke nahe der Außenwand zu öffnen, um die Innendämmung auch in der Deckenebene ausführen zu können.[11][12] Die Teile der Holzbalken, die in unmittelbarer Nähe zu den Aussenwänden liegen, können ringsum mit Lehm verstrichen werden, damit dieser gegebenenfalls im oder am Holz kondensierende Feuchtigkeit an die umgebenden Baustoffe abführt. In den Richtlinien des

Materialien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Dämmstoffe werden für die Innenwanddämmung angeboten und besitzen eine ausreichende Fähigkeit zum kapillaren Feuchtetransport, um Feuchteansammlungen durch Schlagregen zu vermeiden und auf eine schadensanfällige Dampfbremse in der Konstruktion verzichten zu können.[13]

Platten:

Kalk- und zementhaltige Dämmplatten besitzen im Allgemeinen einen höheren pH-Wert, der einen zusätzlichen Schutz vor der Bildung von Schimmel bietet. Bei fachgerechter Ausführung verhindert jede Art von Innendämmung die Entstehung von Schimmel, so dass dies nur in Ausnahmefällen ein entscheidendes Kriterium ist. So z.B. in Räumen mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit oder in Tür- und Fensterlaibungen mit reduzierter Dämmstärke, wo sich bereits Kondensat bildet, wenn dies im übrigen Wandbereich noch nicht der Fall ist.

Schüttungen zum Auffüllen von vorgesetzten Hohlwänden bzw. zum Anwerfen oder Aufspritzen als feuchte Mischung:

Flexible Dämmstoffe, die einer Unterstützung durch Streckmetall- oder Hohlwandkonstruktionen bedürfen:

Dämmstoffe, die diffusionsoffen, aber nicht zur kapillaren Wasserableitung fähig sind (etwa Mineralwolle) müssen durch eine innenseitige Dampfsperre vor dem Eintritt von Feuchtigkeit geschützt werden.[14] Beschränkt man die Dämmstärke auf etwa 35 mm, so kann es ausreichen, sie mit einer dampfbremsenden armierungs- bzw. Putzschicht zu versehen, um die winterliche Auffeuchtung in einem verträglichen Rahmen zu halten.[15]

Dampfbremsen:

  • Folien sind meist nicht in der Lage, planmäßig oder unplanmäßig im Wandaufbau anfallende Feuchtigkeit weiterzuleiten.
  • Pappen oder Papiere sind zum Kapillartransport in der Lage, wenn der Kunstharzanteil nicht zu hoch ist.
  • Nicht zum Kapillartransport fähige Dampfbremsen mit variablem Dampfdiffusionbeiwert können in flüssiger Form vorliegendes Wasser in begrenztem Maß zur Raumseite hin verdunsten lassen
  • Holzwerkstoffplatten sowie Schlämmen, Kleb- und Armierungsmörtel, Putze und Anstriche können als Dampfbremsen dienen, da ihre Diffusionsfähigkeit überwiegend vom Kunstharzanteil abhängt. Die Fähigkeit dieser Materialien zum Kapillartransport reduziert sich meist bei steigendem µ-Wert. Ab einem gewissen Kunstharzanteil wird der Feuchtetransport im Allgemeinen ganz unterbunden.

Beplankung:

  • unbeschichtete Gipskarton- und Lehmbauplatten sind uneingeschränkt zum Kapillartransport fähig
  • bei HWL- und zementgebundenen Trockenbauplatten ist der Kapillartransport durch zu große Hohlräume bzw. durch die dichte Struktur deutlich eingeschränkt
  • durch einen hohen Kunstharzanteil von OSB-Platten ist der Kapillartransport gegenüber unbeschichteten Holzpaneelen und Sperrholzplatten eingeschränkt. Trotz des hohen Kunstharzanteils lassen Spanplatten Feuchtigkeit etwas besser passieren, da in der ungeordneten Spanstruktur weniger flächige Sperrschichten vorliegen.

Im Zweifel kann die Kapillarität durch Besprenkeln des Baustoffs mit Wassertropfen getestet werden. Wenn die Feuchtigkeit zunächst einzieht und sich innerhalb von wenigen Stunden so im Material verteilt, dass keine Feuchtigkeitsansammlungen mehr erkennbar sind, sollte ein ausreichender Kapillartransport möglich sein. Wenn die Feuchtigkeit erst nach langer Zeit oder gar nicht einzieht, so kann dies an einer hydrophobierten Oberfläche liegen. Der Versuch sollte dann nach dem Entfernen der obersten Schicht wiederholt werden. Zieht die Feuchtigkeit auch dann nicht ein, ist zu vermuten, dass die zum Kapillartransport notwendige Porosität nicht gegeben ist. Zieht die Feuchtigkeit ein, verteilt sich jedoch nicht, dann liegt es nahe, dass die enthaltenen Poren zu groß sind oder die innere Materialstruktur den Feuchtigkeitstransport aus anderen Gründen nicht erlaubt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drewer, A., Paschko, H., Paschko, K., Patschke, M.: Wärmedämmung: Kompass zur Auswahl und Anwendung. Verlagsges. Müller, 2013, ISBN 978-3-481-03094-0, S. 96 ff.
  • Drewer, A., Paschko, K.: Vorteile und Risiken der nachträglichen Innendämmung. In Immobilien vermieten und verwalten. 2013. Heft 4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 78 und 80; abgerufen im Januar 2017
  2. Dr.-Ing. Martin Krus, Prof. Dr.-Ing. Klaus Sedlbauer, Dr.-Ing. Hartwig Künzel, Innendämmung aus bauphysikalischer Sicht, Fraunhofer-Institut für Bauphysik; abgerufen im November 2016
  3. Kenndaten Gebäudehülle und Heizlast, Datenpool IfHK, FH Wolfenbüttel; abgerufen im November 2016
  4. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 68; abgerufen im Januar 2017
  5. Peter Cheret und Kurt Schwaner: Holzbausysteme - eine Übersicht; abgerufen im Dezember 2016
  6. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 74; abgerufen im Januar 2017
  7. Technikblatt Innendämmung, Claytec.de; abgerufen im November 2016
  8. Innendämmung mit und ohne Dampfbremse, Teil 2: Innovative Systeme – Erfahrungen mit der Verarbeitung und erste Feuchtemessungen, Holzbau - die neue Quadriga, Ausgabe 4/2008; abgerufen im November 2016
  9. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 81; abgerufen im Januar 2017
  10. Siehe Abschnitt Planungshilfe zur Flankendämmung in der Anwendungsbroschüre "Innendämmung der Außenwand" des GUTEX Holzfaserplattenwerks, Waldshut-Tiengen; abgerufen im Januar 2017
  11. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 84ff; abgerufen im Januar 2017
  12. Für den Fall, dass die Außenwand auch in der Deckenebene einer Holzbalkendecke gedämmt werden soll, wird mancherorts empfohlen, hier nur eine geringe Dämmstärke von 20 bis 40 mm zu wählen. Hierdurch soll vermieden werden, dass die Holzbalken in Wandnähe eine tiefere Oberflächentemperatur annehmen, als die umgebenden Wandflächen, wodurch dort die Gefahr einer Tauwasserbildung gegeben wäre. Wird demgegenüber ganz auf die Dämmung verzichtet, so besteht bei dauerhaft erhöhter Luftfeuchte die Gefahr, dass eine so hohe Tauwasserbildung am Mauerwerk in der Deckenebene eintritt, dass die Feuchtigkeit mit dem Umweg über das Mauerwerk auch wieder zu einer Auffeuchtung der Holzbalken führt. Generell empfiehlt es sich, den Fußboden, besonders aber die Deckenunterseite möglichst luftdicht auszuführen, um das Einströmen feuchter Raumluft in die Deckenebene vor vornherein zu begrenzen. Um den konvektiven Feuchtigkeitstransport zu den im Mauerwerk liegenden Balkenköpfen zu vermeiden, sollte an den Auflagern der Spalt zwischen Holzbalken und Mauerwerk durch Lehmverstrich oder andere kapillaraktive Dichtstoffe verschlossen werden. Siehe hierzu auch den Leitfaden Innendämmung 2.0, DBZ Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Innendämmung im Fachverband WDVS e.V., Sonderheft im Bauverlag BV GmbH, 2015, S.48; abgerufen im Januar 2017
  13. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 69; abgerufen im Januar 2017
  14. Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten, Passivhaus Institut, 2009, S. 71; abgerufen im Januar 2017
  15. Leitfaden Innendämmung 2.0, DBZ Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Innendämmung im Fachverband WDVS e.V., Sonderheft im Bauverlag BV GmbH, 2015, S.74; abgerufen im Januar 2017