Hellmut Seiler

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Hellmut Seiler (* 19. April 1953 in Rupea, Volksrepublik Rumänien) ist ein deutscher Lyriker, Übersetzer und Satiriker. Seiler gehört der deutschsprachigen Minderheit der Siebenbürger Sachsen an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Brașov studierte er von 1972 bis 1976 in Hermannstadt Philologie (Deutsch und Englisch). Anschließend war er Lehrer in Târgu Mureș.[1]

1985 beantragte Seiler die endgültige Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Bei der Tagung "Deutsche Literatur in Rumänien im Spiegel und Zerrspiegel der Securitate-Akten", die das IKGS an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität vom 7. und 8. Dezember 2009 veranstaltete, berichtete er, wie er aufgrund dieses Antrags aus dem Lehramt entfernt wurde. Gleichzeitig ist ihm jeglicher Auftritt als Schriftsteller und Publizist untersagt worden.[2] Es war eine Maßnahme im Rumänien vor der politischen Wende, die gegen alle Autoren gerichtet war, die die endgültige Ausreise ins westliche Ausland beantragt hatten (Lehrer, Journalisten, Ingenieure, Ärzte u. a. verloren in diesem Fall meistens ihren Arbeitsplatz).

1988 siedelte Seiler in die Bundesrepublik Deutschland aus. Er lebt in Backnang und ist Lehrer an der Kaufmännischen Schule in Backnang.

Im Januar 2009 konnte Seiler in Bukarest beim Nationalen Rat für das Studium der Archive der Securitate (rum. C.N.S.A.S.) seine Akte einsehen, aus der unter anderem hervorging, dass er verdächtigt wurde, mit dem Bundesnachrichtendienst zusammenzuarbeiten.[3]

Seiler ist Mitglied der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (GzL), seit 2014 Generalsekretär/Geschäftsführer des Internationalen P.E.N., Zentrum der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil deutschsprachiger Länder Exil-P.E.N. sowie Mitglied der Künstlergilde Esslingen.

Ehrungen, Preise, Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003 – Irseer Pegasus, Hauptpreis
  • 2000 – Würth-Literaturpreis der Tübinger Poetik-Dozentur
  • 2000 – Arbeitsstipendium als "writer in residence" im "Writers' and translators' centre of Rhodes", Rhodos-Stadt
  • 1999 – Literaturpreis (1. Preis für Lyrik) der Künstlergilde, Esslingen
  • 1998 – Prosapreis der Künstlergilde, Esslingen

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Die Einsamkeit der Stühle", Dacia, Cluj-Napoca 1982
  • "Glück hat viele Namen", Satiren, Die Künstlergilde, Esslingen/N. 2003, ISBN 3-925125-52-3
  • "Schlagwald. 77 Gedichte und Exkurse", Lyrikedition 2000 im Verlag Buch&medi@, München 2001, ISBN 3-935284-44-6
  • "Siebenbürgische Endzeitlose", Gedichte, Dipa, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-7638-0342-4
  • "Der Haifisch in meinem Kopf", Geschichten, Swiridoff, Künzelsau 2000, ISBN 3-934-350-14-3
  • "An Verse geheftet", Pop Verlag, Ludwigsburg 2007, ISBN 978-3-937139-32-6
  • "Pădurea de interdicții", Gedichte in rumänischer Übersetzung, Limes, Cluj 2007, ISBN 978-973-726-234-9
  • "Dieser trotzigen Ruhe Weg", Gedichte und Aphorismen, Edition Bärenklau 2017, ISBN 978-374-317-274-6

Als Übersetzer (aus dem Rumänischen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Gefährliche Serpentinen. Rumänische Lyrik der Gegenwart", Druckhaus Galrev, Berlin 1998;
  • Rodica Draghincescu: "Phänomenologie des geflügelten Geschlechts", Gedichte, Edition Solitude, Stuttgart 2001;
  • Ioan Flora: "Die Donau – leicht ansteigend", Gedichte, Pop Verlag, Ludwigsburg 2004;
  • Emilian Galaicu-Paun: "Yin Time", Gedichte, Pop Verlag, Ludwigsburg 2007;
  • Robert Serban: "Heimkino, bei mir", Gedichte, Pop Verlag, Ludwigsburg 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Myss: Lexikon der Siebenbürger Sachsen. Edition Wort und Welt, Thaur 1993, ISBN 3-932413-09-1, S. 467.
  2. Johannes Kravatzky: Von der Securitate überwacht: Hellmut Seiler. Siebenbürgische Zeitung, 14. Oktober 2009, abgerufen am 4. April 2013.
  3. Ingrid Knack: Wie die Wanze in die Wohnung kam. In: Backnanger Kreiszeitung. 12. Januar 2010 (online [abgerufen am 4. April 2013]).