Helmuth Hörstmann

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Helmuth Hörstmann (* 7. Dezember 1909 in Bad Essen; † 3. April 1993 in Celle) war Arzt und Oberbürgermeister der Stadt Celle.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörstmann legte zu Ostern 1931 das Abitur in Celle ab und begann darauf das Medizinstudium an der Universität Berlin. Dort wurde er 1931 Mitglied der Burschenschaft Teutonia. 1934 wurde er Mitglied der Burschenschaft Teutonia Zürich. Im Sommer 1934 wechselte er an die Universität Königsberg sowie später auch an die Universitäten Zürich und Kiel. 1937 legte er das Medizinische Staatsexamen in Berlin ab und war danach Medizinalpraktikant am Rudolf-Virchow-Klinikum. Ende 1938 wurde er Assistenzarzt im Krankenhaus des Paul-Gerhardt-Stifts in Berlin-Wilmersdorf. Im Dezember 1939 wurde Hörstmann zum Dr. med. an der Universität Berlin promoviert („Chirurgie bei Cystennieren“). Danach war er als Assistenzarzt im Achenbach-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf, als Oberarzt am Städtischen Krankenhaus Berlin-Wilmersdorf und als Oberarzt der Chirurgischen Abteilung des Cecilien-Krankenhauses in Landsberg/Warthe tätig. Dort war er auch ab 1944 als nebenamtlicher Betriebsarzt im Fremdarbeiterlager des I.G.-Farben-Werkes tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hörstmann zunächst kommissarischer Chefarzt des Städtischen Krankenhauses Friedrichshain. Um 1948 wechselte er als praktischer Chirurg nach Celle.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Hörstmann ab 1933 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 4.831.946) und der SS (Mitgliedsnummer 155.951).[1] Ab 1937 fungierte Hörstmann als stellvertretender Standartenarzt der SS-Sanitätsstaffel II/42. Am 20. April 1939 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert. Am 30. Januar 1942 avancierte er zum SS-Obersturmführer. Er wurde nun Leiter dieser SS-Sanitätsstaffel.[2] Wegen der Vergangenheit Hörstmanns als SS-Offizier beschloss der Rat der Stadt Celle am 11. Februar 2011, den nach diesem benannten „Helmuth-Hörstmann-Weg“ in „Am Französischen Garten“ umzubenennen.[3]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956: Mitglied im Rat der Stadt Celle
  • 1957: Vertrauensarzt des Bundeswehrstandortes Celle
  • 1972: Mannschaftsarzt der Deutschen Olympia-Schwimmmannschaft
  • 1973: gewählter Oberbürgermeister von Celle (vier Mal wiedergewählt), Rücktritt 1986 unmittelbar nach seiner Wiederwahl

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriegsverdienstkreuz II. Klasse (1944)
  • Großes Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens (1983)
  • Ehrenkreuz der Bundeswehr (1987)

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1942 heirateten Helmuth Hörstmann und Ilsetraud Streitberger († 5. April 1992), zusammen hatten sie drei Söhne.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chirurgie bei Cystennieren. Charlottenburg 1939 (=Berlin, Med. Diss., 1939).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gabriele Schulte: Celle ringt bei Straßennamen um Umgang mit Nazi-Größen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 8. Dezember 2010.
  2. Bernhard Strebel: “Es ist nicht ganz einerlei, wie die Straße heißt, in der man wohnt”. Straßennamen in Celle und personelle Verbindungen zum Nationalsozialismus. (PDF; 758 kB) Im Auftrag der Stadt Celle. Durchgesehene und ergänzte Fassung. Hannover, 30. November 2010, S. 31 u. S. 123.
  3. Oliver Gatz: Rat ändert Straßennamen. (Memento des Originals vom 7. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cellesche-zeitung.de In: Cellesche Zeitung, 11. Februar 2011.