Henri Kagan

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Henri Boris Kagan (* 15. Dezember 1930 in Boulogne-sur-Seine, Hauts-de-Seine, Frankreich) ist ein französischer Chemiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henri Kagan wurde als Sohn des Ingenieurs Alexandre Kagan und seiner Frau Adeline Kagan, geb. Celniker geboren. Nach einem Schulbesuch in Guéret, Sceaux und Paris studierte er an der Sorbonne. Er machte seinen Abschluss in Physik und Ingenieurswesen an der École nationale supérieure de chimie de Paris um 1954 als Forscher ans Centre national de la recherche scientifique (CNRS) zu gehen. 1960 wurde er von J. Jacques am Collège de France promoviert, 1968 Dozent an der Universität Paris-Süd und Direktor des Labors für Stereoselektive Synthese. Von 1973 an war er Professor der Chemie an der Universität Paris-Süd, bevor er 1999 emeritiert wurde.

Kagan arbeitete auf dem Gebiet der Stereochemie, der Organometallchemie und der organischen Synthese. Er war beteiligt an der Entwicklung der stereoselektive Katalyse zur Synthese chiraler Moleküle. 1971 konnte er bei der Alkenhydrierung mithilfe eines Rhodiumkomplex-Katalysators erstmals einen großen Überschuss eines chiralen Produkts erzeugen. Die stereoselektive Katalyse hat große Bedeutung für die pharmazeutische Industrie und wurde 2001 mit dem Chemienobelpreis gewürdigt. Dass Kagan dabei nicht berücksichtigt wurde, sorgte für so großen Unmut unter französischen Wissenschaftlern, dass der damalige französische Wissenschaftsminister Roger-Gérard Schwartzenberg einen Brief an die Nobel-Stiftung schrieb.[1]

Am 13. August 1960 heiratete er Claude Vignon, mit der er drei Kinder hat: Sylvie, Véronique, Anne.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kagan veröffentlichte seit 1955 zahlreiche Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.

  • mit Dang-Tuan-Phat: Asymmetric catalytic reduction with transition metal complexes. I. Catalytic system of rhodium(I) with (–)-2,3-0-isopropylidene-2,3-dihydroxy-1,4-bis(diphenylphosphino)butane, a new chiral diphosphine. In: Journal of the American Chemical Society. Band 94 (18), 1972, S. 6429-6433.
  • mit P. Girard und J. L. Namy: Divalent lanthanide derivatives in organic synthesis. 1. Mild preparation of samarium iodide and ytterbium iodide and their use as reducing or coupling agents. In: Journal of the American Chemical Society. Band 102 (8), 1980, S. 2693-2698.
  • mit J. L. Namy: Lanthanides in organic synthesis. In: Tetrahedron. Band 42 (24), 1986, S. 6573-6614.
  • mit Olivier Riant: Catalytic asymmetric Diels Alder reactions. In: Chemical Reviews. Band 92 (5), 1992, S. 1007-1019.
  • Organische Stereochemie. Thieme, Stuttgart 1977, ISBN 3-13-532801-5 (französisch: Stéréochimie organique. 1975)
  • Herausgeber der Buchreihe Stereochemistry. Fundamentals and methods. Thieme, Stuttgart 1977, 4 Bände

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sally Goodman: French Nobel protest makes chemist a cause célèbre. In: Nature, Bd. 414, S. 239, 15. November 2001, ISSN 0028-0836