Henry Brandon (Schauspieler)

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Henry Brandon (* 8. Juni 1912 in Berlin; † 15. Februar 1990 in Los Angeles, Kalifornien; eigentlich Heinrich von Kleinbach) war ein US-amerikanischer Schauspieler deutscher Herkunft. Er war besonders auf exotische und schurkenhafte Nebenrollen spezialisiert.

Leben[Bearbeiten]

Henry Brandon wurde als Heinrich von Kleinbach in Berlin geboren. Schon als Kind wanderte er mit seinen Eltern in die Vereinigten Kind aus, sodass er keinen deutschen Akzent besaß. Er studierte Schauspiel am Pasadena Community Playhouse. Kleinbach fing seine Schauspielkarriere auf der Bühne an. Er trat am Broadway auf und tat dies auch immer, als seine Filmkarriere bereits erfolgreich lief. Sein Debüt im Kino gab Brandon 1932 mit einer kleinen Rolle in Im Zeichen des Kreuzes. Entdeckt wurde er vom Produzenten Hal Roach, der ihn 1934 in einer größeren Rolle im Laurel-und-Hardy-Film Rache ist süß (1934). Darin spielte der erst 21-jährige Kleinbach einen boshaften alten Geschäftsmann und konnte so erstmals seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Im Jahre 1936 nahm Kleinbach dann sein Pseudonym Henry Brandon an, unter dem er fortan auftrat.

Bekannt wurde Brandon durch seine oftmals exotischen Rollen als Indianer, Araber, Inder, Ostasiate oder Türke, wobei er oft die Schurkenrolle übernahm. So spielte er in den 1940er-Jahren die Rolle des Dr. Fu Manchu in dem 15-teiligen Kino-Serial Drums of Fu Manchu, außerdem verkörperte er Verbrecher und Banditen in zahlreichen kleineren Western dieser Ära. Während seiner Bühnenarbeit stellte er in dem Stück The Drunkard jahrelang den Bösewicht dar. Hochgelobt wurde er auch für seine Darstellung im Broadway-Stück The Lady's Not for Burning von 1957.[1] Seine markanten Züge waren ein Grund dafür, dass John Ford ihn als Darsteller zweier Indianerhäuptlinge auswählte: In Der Schwarze Falke (1956) spielte er den titelgebenden Häuptling und in Zwei ritten zusammen (1961) war er als Chief Quanah Parker zu sehen. Um nicht auf das Schurkenfach festgelegt zu werden, versuchte er sich aber auch in positiven Rollen. Ab den 1950er-Jahren übernahm Brandon auch zahlreiche Gastrollen im Fernsehen.

Bis zu seinem Tod 1990 war er auf der Bühne, im Kino und auch im Fernsehen beschäftigt. Henry Brandon, der nie verheiratet war, verstarb im Alter von 78 Jahren an einem Herzinfarkt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf auf Henry Brandon in der New York Times