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Heretoir

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Heretoir
Heretoir auf dem Rockharz 2015

Heretoir auf dem Rockharz 2015

Allgemeine Informationen
Herkunft Augsburg (Deutschland)
Genre(s) Post-Black-Metal, Blackgaze
Aktive Jahre seit 2006
Auflösung
Website www.heretoir.com
Gründungsmitglieder
David „Eklatanz“ C.
Aktuelle Besetzung
Gesang, E-Gitarre
David „Eklatanz“ C.
Matthias „Nathanael“ S. (seit 2010)
E-Gitarre
Maximilian „M.“ F. (seit 2011)
Schlagzeug
Nils Groth (seit 2017)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Emanuel „Belial“ D. (2011–2017)

Heretoir ist eine deutsche Post-Black-Metal-Band aus Augsburg.[1]

Heretoir wurde im Jahr 2006 als Soloprojekt von David „Eklatanz“ Conrad (Ex-Agrypnie) gegründet. Der Bandname setzt sich aus dem Anfang des englischen Wortes "heretic" und der französischen Nachsilbe "-toir" zusammen und ist ein Synonym für "seinen eigenen Weg gehen".[2]

Im Jahr 2008 wurde ein in Eigenregie produziertes Demo mit einer Auflage von 50 Stück und insgesamt vier Tracks unter dem Titel Existenz veröffentlicht, welches im April 2009 mit einem zusätzlichen Track unter dem leicht veränderten Titel .Existenz. und einer Auflage von 500 Stück über das chinesische Label Pest Productions wiederveröffentlicht wurde.

„Eklatanz“ (2015)

Nach zwei weiteren Compilation-Beiträgen im Jahr 2009 und der Split-Veröffentlichung Wiedersehen – unsere Hoffnung mit der Band Thränenkind über Pest Productions, unterzeichnete Heretoir im April 2010 einen Vertrag über vier Veröffentlichungen bei dem deutschen Label Northern Silence Productions. Noch im selben Jahr stieß Matthias „Nathanael“ S. (Agrypnie, Thränenkind) als Bassist und Backgroundsänger hinzu, wirkte jedoch kompositorisch in der Band nicht vor 2012 mit.[3]

Am 25. Februar 2011 erschien das selbstbetitelte Debütalbum Heretoir über Northern Silence Productions. Es enthält neun Stücke mit einer Spielzeit von knapp über 50 Minuten. Das Album-Cover wurde vom szenebekannten französischen Künstler Fursy Teyssier (ex-Alcest, ex-Amesoeurs, Empyrium live, Les Discrets) entworfen.[4] Das Album-Artwork stammt vom ebenfalls französischen Künstler Metastazis, der bereits für Künstler wie Alcest, As I Lay Dying, Enthroned, Gorgoroth, Morbid Angel, Paradise Lost, Secrets of the Moon oder The Black Dahlia Murder arbeitete.[5] Texte und Konzept des Albums sollen die Gedanken und Gefühle eines Protagonisten widerspiegeln, der eine geliebte Person verloren hat und sollen somit einen Einblick in den schmalen Grat zwischen Trauer, Sehnsucht, Zorn und Hoffnung geben.

Im Oktober 2011 spielte Heretoir mit Hilfe der neu hinzugekommenen Musiker Maximilian „M.F.“ (Live-Gitarre) und Emanuel „Belial“ D. (Live-Schlagzeug) auf dem Autumn Depression Festival in Essen ihr erstes Konzert[6] und es dauerte nicht lange, bis die Band auf zahlreichen Konzerten und Festivals wie dem Fimbul Festival 2012 Bühnen mit Bands wie Agalloch, Alcest, Graveworm, Negură Bunget, Sólstafir, Secrets of the Moon oder Vreid teilte.

„Nathanael“ (2015)

Parallel zu den ersten Konzerten der Band wurde die EP .Existenz. komplett neu aufgenommen. Zusammen mit der Originalversion und zahlreichen Bonustracks erschien diese erweiterte Neuaufnahme am 24. August 2012 unter dem Albumtitel Substanz über Northern Silence Productions.

Ihre ersten Tournee führte Heretoir im März 2013 mit Agrypnie und Der Weg einer Freiheit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.[7] In den Jahren 2014 und 2015 spielte die Band unter anderem auf dem Summer Breeze Open Air Festival und dem Rockharz Open Air.[8][9] Parallel arbeitete die Band an der Fertigstellung ihres zweiten Studioalbums.

Am 24. März 2017 wurde das zweite Studioalbum The Circle bei Northern Silence Productions veröffentlicht.[10] Als Gastmusiker sind Stéphane „Neige“ Paut von Alcest und Tobias Schuler von Der Weg Einer Freiheit auf dem Album vertreten.[4] Im Zuge der Album-Veröffentlichung ging Heretoir gemeinsam mit Ghost Bath und King Apathy im Mai und Juni 2017 auf eine ausgedehnte Europa-Tournee.[4] Sie spielten dabei Konzerte in über 15 europäischen Ländern.[11] Im November 2017 spielte Heretoir gemeinsam mit Imperium Dekadenz drei Konzerte als Opener der norwegischen Enslaved in Deutschland[12] und ging im Dezember 2017 mit den Bands Kalmah, Nothgard und Lost In Grey auf eine weitere zehntägige Europatournee.[13]

Am 6. Oktober 2023 wurde das dritte Studioalbum Nightsphere über Northern Silence Productions veröffentlicht. Als Gastmusiker sind auf dem Album Tim Yatras von Austere und Nikita Kamprad von der Weg einer Freiheit vertreten.[14] Es wurde von David Deutsch und Justin Felder produziert und gemischt, Nikita Kamprad übernahm zudem das Mastering.[15] Es ist das erste Album bei dem sich alle Bandmitglieder am Songwriting beteiligt haben.[15] Das Album wurde auf der gleichnamigen Europa-Tournee in fünf Ländern vorgestellt. Begleitet wurden sie dabei von Firtan und Outlaw.[15]

Mitte des Jahres 2025 wechselte Heretoir zu AOP Records, wo am 19. September 2025 das vierte Studioalbum Solastalgia veröffentlicht wurde. Das zentrale Thema des Konzeptalbums ist die Solastalgie, also der Schmerz, den jemand empfindet, wenn er vom ökologischen Verlust seiner Heimat berührt wird.[16] Für den Oktober 2026 ist die Solastalgia over Europe Tournee mit den Support-Bands Unreqvited und Nidare geplant.

Ihr Stil vereint Einflüsse aus Post-Black-Metal, Shoegazing, Post-Rock und Ambient, weshalb die Band musikalisch mit den französischen Blackgaze-Bands Alcest und Amesoeurs verglichen wird.[4][17][18][19][20]

Heretoir verbinden die zornige bis verzweifelte Emotionalität und Stimmung von depressivem Black Metal mit zurückhaltenden, geradezu entspannt rockigen Rhythmen, wobei sich wehmütiger Shoegaze genauso stark im Stil der Gruppe niedergeschlagen hat wie ein generell Indie-kompatibles Musikverständnis, schreibt das Online-Magazin Musikreviews.de über das Debütalbum.[17]

Musikalisch ist Heretoir eine sehr verträumte Reise zwischen Post-Rock, Black-Metal-Eruptionen und hartem, modernem Riffing, schreibt das Musikmagazin Rock Hard über das zweite Studioalbum.[21] Inhaltlich beschäftigen sie sich mit dem ewigen Kreislauf des Lebens zwischen Geburt, Tod und Reinkarnation.[4][21]

Das Debütalbum Heretoir wurde von der Fachpresse überwiegend positiv aufgenommen, wobei vor allem die Atmosphäre gelobt wird. Musikreviews.de bewertet das Album entsprechend gut (11/15 Punkten).[22] Es gab jedoch auch Kritik: Die härteren Passagen wirken deplatziert und die Riffs seien „so originell wie eine Forelle auf dem Fischmarkt“.[23] Der Gesang wurde zwiespältig wahrgenommen. Während Moritz Grütz von metal1.info lobend von „wehmütigem Kreischgesang“[24] schreibt, bezeichnet Jan Wischowski von metal.de diesen als „emotionsloses Geschrei“.[23]

Der Nachfolger Substanz wird von Metal.de als eine überzeugende Post-Black-Metal-Veröffentlichung bezeichnet und gut bewertet (7/10 Punkten).[25] Das Magazin schreibt, dass besonders die träumerisch-schöne Seite der Musik Heretoirs sehr gelungen ist.[25] Das Album beinhaltet die fünf Tracks der EP .Existenz. sowie fünf neue Tracks, womit das Album eher als Bonus-Veröffentlichung angesehen wird.

Das zweite Studioalbum The Circle überzeugt hinsichtlich Atmosphäre, Songwriting und Ausarbeitung, schreibt Metal.de und bewertet das Album sehr gut (8/10 Punkten).[19] Das Musikmagazin Rock Hard bewertet das Album ebenfalls mit 8/10 Punkten.[21]

Das dritte Studioalbum Nightsphere wird von Metal.de als ein inhaltlich und musikalisch starkes Album bezeichnet und sehr gut bewertet (8/10 Punkten).[14] Powermetal.de vergibt dieselbe Punktzahl und gibt eine klare Kaufempfehlung.[26]

Das vierten Studioalbum Solastalgia ist ein Kammerstück aus Melancholie, Weltschmerz und Angepisstheit.[27] Ein Klagelied für all die Spezies, die wir auf diesem Planeten schon verloren haben, schreibt das Musikmagazin Metal Hammer und bewertet das Album sehr gut (6/7 Punkten).[27]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[28]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT
2011 Heretoir
Northern Silence Productions
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2011
2017 The Circle
Northern Silence Productions
Erstveröffentlichung: 24. März 2017
2023 Nightsphere
Northern Silence Productions
Erstveröffentlichung: 6. Oktober 2023
2025 Solastalgia
AOP Records
DE54
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 19. September 2025

Demos, EPs und Sonstige

  • 2008: Existenz (Demo, Selbstverlag)
  • 2009: .Existenz. (EP, Pest Productions)
  • 2010: Wiedersehen – unsere Hoffnung (Split-EP mit Thränenkind, Pest Productions)
  • 2012: Substanz (Compilation, Northern Silence Productions)
  • 2024: Wastelands (EP, Northern Silence Productions)

Samplerbeiträge

  • 2009: The World Comes to an End in the End of a Journey (Pest Productions)
  • 2009: Depression and Hatred of 3 Years (Pest Productions)
Commons: Heretoir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Künstlerprofil auf Metal-Archives.com
  2. Review: Heretoir – Heretoir von Andreas Schulz, auf Musikreviews.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  3. Archivierte Kopie (Memento vom 8. Februar 2014 im Internet Archive)
  4. 1 2 3 4 5 Interview: Heretoir – Kein Bock auf Nazis! von Stefan Wolfsbrunn, auf Metal.de, abgerufen am 7. Juni 2026.
  5. http://www.metastazis.com/
  6. Tobias Gerber: Lifelover + Trist + Heretoir + Fäulnis + Hypothermia - live. In: metal-hammer.de. 25. Oktober 2011, abgerufen am 2. März 2024.
  7. metal.de: http://www.metal.de/black-metal/special/agrypnie/53284-aetas-cineris-tour-2013/
  8. http://www.metal.de/konzertberichte/rockharz-open-air-der-grosse-festivalbericht-2014-58367/4/
  9. http://www.metal.de/konzertberichte/rockharz-open-air-der-grosse-festivalbericht-2015-61802/5/
  10. Heretoir - The Circle (Memento vom 8. Januar 2018 im Internet Archive)
  11. Archivierte Kopie (Memento vom 6. Oktober 2017 im Internet Archive)
  12. http://www.nuclearblast.de/de/label/music/band/news/details/5102791.413149.enslaved-verk-uuml-nden-support-acts.html
  13. Thomas Sonder: Kalmah: "Death Unleashed"-Tour mit Nothgard, Heretoir und Lost In Grey. In: metal-hammer.de. 15. August 2017, abgerufen am 2. März 2024.
  14. 1 2 Review: Heretoir – Nightsphere auf Metal.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  15. 1 2 3 Europa-Tournee: Heretoir – Konzerttermine auf vampster.com, abgerufen am 22. Juli 2025.
  16. Review: Heretoir – Solastalgia auf Metal.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  17. 1 2 Review: Heretoir – Heretoir von Andreas Schiffmann, auf Musikreviews.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  18. Review: Heretoir – Substanz von Chris Popp, auf Musikreviews.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  19. 1 2 Review: Heretoir – The Circle auf Metal.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  20. Review: Heretoir – Heretoir auf Bloodchamber.de, abgerufen am 2. Juni 2026.
  21. 1 2 3 Review: Heretoir – The Circle von Meredith Schmiedeskamp, auf Rockhard.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  22. Gesammelte Rezensionen zum Debüt auf Northern-Silence.de (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive)
  23. 1 2 Heretoir – Heretoir – Review – Black Metal, abgerufen am 31. März 2013
  24. Heretoir – Heretoir CD-Review bei Metal1.info, abgerufen am 31. März 2013 (Memento vom 1. Februar 2013 im Internet Archive)
  25. 1 2 Review: Heretoir – Substanz auf Metal.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  26. Review: Heretoir – Nightspere von Tobias Dass, auf Powermetal.de, abgerufen am 4. Juni 2026.
  27. 1 2 Review: Heretoir – Solastalgia von Björn Springorum, auf Metal-Hammer.de, abgerufen am 2. Juni 2026.
  28. Chartquellen: DeutschlandÖsterreich