Hermann-Josef Arentz

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Hermann-Josef Arentz (* 20. Januar 1953 in Köln) ist ein Unternehmensberater,[1] der früher als Politiker (CDU), Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen und Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) tätig war.

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arentz beendete seine Schullaufbahn 1971 mit dem Abitur am Humboldt-Gymnasium Köln. Im Anschluss studierte er Geschichtswissenschaft, Sozialwissenschaften und russische Sprache an der Universität Köln. 1976 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Höheren Schulen ab.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an sein Studium arbeitete Hermann-Josef Arentz bei der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). Von 1976 bis 1977 war er dort als Familienbildungsreferent und von 1978 bis 1985 als Redakteur der KAB-Verbandszeitung beschäftigt. 1985 wechselte Arentz als Abteilungsleiter für Sozialpolitik in die Bundesgeschäftsstelle der CDU, wo er bis 1992 beschäftigt war. Allerdings war er dort ab 1987 beurlaubt. Seit Mai 1992 war er bei verschiedenen Firmen des Energieunternehmens RWE angestellt (anfangs bei der Rheinbraun AG, zuletzt bei der RWE Power AG). Seit 2005 ist Arentz als Unternehmensberater (ArentzConsulting, früher auch Dithmar & Partner) tätig. Im Wintersemester 2011/12 arbeitete Arentz in Bielefeld als Lehrbeauftragter des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakonie-Management der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arentz trat 1971 im Alter von 18 Jahren in die CDU ein. Aus der Katholischen Arbeiterbewegung kommend legte Arentz seinen politischen Schwerpunkt auf die Vertretung der Arbeitnehmerrechte: Seit 1987 stand er dem CDU-Bundesfachausschuss „Sozialpolitik“ vor. Von 1980 bis 2005 amtierte er als Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbandes Köln und 1991 wurde Arentz als Mitglied in den Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen gewählt. Von 1993 bis Juni 2001 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der CDA. Während dieser Zeit übte er für wenige Monate, zwischen Dezember 1993 und März 1994, den geschäftsführenden Vorsitz der CDU-Sozialausschüsse aus, nachdem der kurz zuvor gewählte Werner Schreiber seinen Rücktritt erklärt hatte. Am 7. Juni 2001 wurde Arentz als Nachfolger von Rainer Eppelmann zum Bundesvorsitzenden der CDA gewählt. Von 1995 bis 2002 war Arentz auch CDA-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen. Auf Bundesebene war Arentz neben seinem CDA-Vorsitz von September 1998 bis 2004 Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Vom 10. April 2000 bis zum 6. Dezember 2004 gehörte er dem Präsidium der CDU an.

Vom 29. Mai 1980 bis zum 2. Juni 2005 gehörte er über fünf Wahlperioden dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an. Er wurde jeweils über die Landesliste der CDU gewählt. In der CDU-Landtagsfraktion war er ab 1985 sozialpolitischer Sprecher und ab 1995 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Auf Wahlvorschlag der CDU-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen nahm Arentz als Mitglied der 9., 10., 11. und 12. Bundesversammlung an den Wahlen des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland teil.

Ende 2004 war Hermann-Josef Arentz – neben dem damaligen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer – maßgeblich in die sogenannte RWE-Affäre verwickelt. Arentz erhielt vom Energieunternehmen RWE Power AG ein jährliches Gehalt von 60.000 Euro sowie kostenlose Stromlieferungen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen.[2] In der Folge scheiterte er im Dezember 2004 mit seiner Bewerbung um eine erneute Wahl ins CDU-Präsidium und erklärte am 8. Dezember 2004 seinen Rücktritt vom Bundesvorsitz der CDA.[3] Außerdem verzichtete Arentz auf eine Kandidatur bei der bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005.[4]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der seit 1990 mit seiner Ehefrau Gabriele verheiratete Arentz ist Vater des Sohnes Sebastian und der Tochter Katharina.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner politischen Laufbahn war Arentz Mitglied in mehreren Verbänden:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Lamprecht: Hejo Arentz startet jetzt neu als Berater. In: Welt am Sonntag. WeltN24 GmbH, 16. Oktober 2005, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  2. Severin Weiland: Der tiefe Fall des Hermann-Josef Arentz. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 6. Dezember 2004, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  3. Severin Weiland: Nachfolgedebatte entbrannt. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 9. Dezember 2004, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  4. CDA-Chef Arentz gibt alle Ämter auf. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 8. Dezember 2004, abgerufen am 25. Dezember 2016.