Hermann Einstein

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Hermann Einstein

Hermann Einstein (* 30. August 1847 in Buchau, Königreich Württemberg; † 10. Oktober 1902 in Mailand) war ein deutscher Pionier der Elektrotechnik und mittelständischer Unternehmer in München mit fast 200 Angestellten.[1] Er entstammte einer jüdischen Familie und war der Vater von Albert Einstein.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1870 wurde Hermann Einstein in Ulm Teilhaber der Bettfedernfabrik „Israel & Levi“ (bis zu seinem Umzug von Ulm nach München im Juni 1880). Am 14. März 1879 kam in Ulm im Haus Bahnhofstraße 20 Albert Einstein als Sohn von Hermann Einstein und dessen Ehefrau Pauline Einstein geb. Koch zur Welt.

Hermann Einstein war zusammen mit seinem Bruder, Jacob Einstein, Teilhaber der Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie, einer Fabrik für elektrische Geräte, die sich auf die Erzeugung von Gleichstrom und auf dessen Verwendung für die damals neue elektrische Beleuchtung von Straßen, Wirtshäusern und Bierzelten spezialisiert hatte. Die Fabrik der Einsteins befand sich in der Lindwurmstraße Nr. 127 in München. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; heute steht dort ein Gebäude der Münchner Volkshochschule. Kapital steuerte Hermann Einsteins Schwiegervater Julius Koch bei, der als Privatier von 1885 bis 1894 im Haus der Einstein-Brüder Adlzreiter Str. 14 in München wohnte.

Die Einsteins elektrifizierten das Oktoberfest und die Straßen in Schwabing, die zur Salvatorbrauerei führten. Ihre Glühlampen bezogen sie von der AEG. Zu den Kunden zählten unter anderem die Brauerei Pschorr und das Klinikum rechts der Isar. Da Konkurrenzunternehmen wie Siemens & Halske und die AEG, die sich auf Wechselstrom spezialisiert hatten, zunehmend Marktanteile eroberten, verlagerten die Einsteins, die weiterhin auf Gleichstrom setzten, ihr Geschäft 1895 nach Italien. Zwei Jahre später waren sie zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Danach betrieb Hermann Einstein alleine in Mailand eine elektrotechnische Firma. Dazu erhielt er Kapital von seinem Vetter und Schwager Rudolf Einstein, der in Hechingen Teilhaber der Webereifabrik „Baruch & Cie“ war, obwohl er diesem nach dem Bankrott von Pavia von 1896 die hohe Summe von 10.000 Lire (entspricht 8.100 Reichsmark) schuldete.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst P. Fischer: Einstein: Ein Genie und sein überfordertes Publikum. Springer, 2013, S. 20
  2. Christof Rieber: Albert Einstein. Biografie eines Nonkonformisten. Ostfildern 2018, S. 78 f.